Mit Bluetooth und Notebook unterwegs im Internet

Wie von Geisterhand

Immer und überall online sein, das ist mit Handy und Notebook kein Problem. Doch nicht jeder möchte im Zug sein Handy offen auf dem Tisch gegenüber dem Infrarot-Anschluss ablegen. Mit Bluetooth ist die Verbindung stabiler und das Handy vor Dieben sicher.

Internet von unterwegs ist ziemlich tückisch, wenn der Infrarot-Anschluss benutzt wird: Das Handy muss genau auf das Infrarot-Fenster des Notebooks ausgerichtet werden, darf nicht zu nah und nicht zu weit entfernt liegen, und bei starker Sonneneinstrahlung kann schon einmal die Verbindung abreißen. Auch ist der Infrarot-Anschluss bei vielen Notebooks auf der Rückseite angebracht – das Handy liegt also hinter dem Display außer Sicht, und vielleicht ist die Ursache des nächsten Verbindungsabbruchs einfach der Diebstahl des Geräts.

Bluetooth ist hier ein guter Ersatz der störanfälligen Infrarot-Verbindungen: Mit Reichweiten von mehreren Metern kann das Handy bequem im Koffer oder am Gürtel bleiben, wird also nicht so leicht gestohlen, und die Verbindung zwischen Notebook und Handy ist über kurze Distanzen sehr stabil. Vor Missbrauch der Bluetooth-Geräte soll das Pairing schützen, eine Authentifikation beim ersten Verbindungsaufbau – wie sicher dieses Verfahren wirklich ist, muss erst die Praxis zeigen, bei Infrarot gibt es allerdings gar keinen Schutz.

Bluetooth USB Dongles

Die Nachrüstung von Bluetooth ist bei Notebooks wie Desktops kein Problem, ein freier USB-Anschluss und ein so genannter Bluetooth Dongle reichen völlig aus. Für den Test verwendeten wir den Bluetooth USB Dongle BT-DG02 von Elito-Epox [1], er kostet etwa 40 bis 45 Euro. Linux unterstützt dieser Dongle und viele andere seit Kernel 2.4.20, als Referenz-Distribution kam daher das aktuelle SuSE Linux 8.2 Professional zum Einsatz. Bei anderen Distributionen muss entweder der BlueZ-Bluetooth-Stack mittels Patch [2] nachgezogen oder der Kernel entsprechend aktualisiert werden. Die BlueZ-Bibliotheken und -Tools [3] müssen dann ebenfalls von Hand übersetzt werden, eine Anleitung finden Sie unter [1] – das betrifft auch die Besitzer von SuSE Linux 8.2 Personal, hier fehlen die Bluetooth-Pakete der Professional-Version

Bei SuSE 8.2 Professional müssen Sie die Pakete bluez-libs, bluez-sdp, bluez-utils und bluez-pan nachinstallieren. Wenn Sie die grafische Oberfläche zur Pin-Eingabe benutzen wollen, benötigen Sie zudem noch python-gtk.

Kernel-Module laden

Zunächst muss das Kernel-Modul hci_usb für den Bluetooth Dongle geladen werden. Bei SuSE 8.2 funktionierte dies nicht über den Hotplug-Manager, deshalb lassen wir das Modul hci_usb immer dann laden, wenn auch der Bluetooth-Stack bluez geladen wird. Dies erledigt folgende Zeile in der Datei /etc/modules.conf:

post-install bluez modprobe hci_usb

Fügen Sie diese Zeile am besten unmittelbar hinter alias net-pf-31 bluez ein und laden Sie das Dongle-Modul einmal von Hand mittels modprobe hci_usb.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Über GPRS mit Linux mobil ins Internet
    Was für manche Leute einen Albtraum bedeutet, macht andere erst richtig glücklich: Immer und überall Zugriff aufs Internet zu haben. Mit jedem halbwegs aktuellen Mobiltelefon geht auch Linux problemlos online.
  • Acht Bluetooth Mobiltelefone im Test
    Immer mehr neue Mobiltelefone verfügen über einen eingebaute Bluetooth-Schnittstelle. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie unter Linux auf Ihr Bluetooth-Handy zugreifen, und wozu Linux mit entsprechenden Programmen fähig ist.
  • Für jeden Zweck
    Aktuelle Mobiltelefone glänzen meist durch gelungenes Design und viele Zusatzfunktionen, sind aber nicht besonders Linux-freundlich. Hiervon machen auch Motorola-Handys mit Linux-Betriebssystem keine Ausnahme.
  • Elito-Epox BT-DG02 USB Bluetooth-Dongle einrichten
    Wird heute über drahtlose Vernetzung gesprochen, hat Bluetooth einen hohen Stellenwert. Egal ob Headset, PDA oder Handy, Bluetooth verbindet alles – auch unter Linux.
  • Version 0.3 von Kdebluetooth4
    Tom Patzig hat eine neue Version des KDE-4-Bluetooth-Frameworks veröffentlicht, die sich erstmals zum Testen eignet.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 3 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...
Ubuntu 16 LTE installiert, neustart friert ein
Matthias Nagel, 10.09.2016 01:16, 3 Antworten
hallo und guten Abend, hab mich heute mal darangewagt, Ubuntu 16 LTE parallel zu installieren....