Video-CDs oder blanke Scheiben mit Daten- und Audiofiles sind kein Problem für K3b, das komfortable Brenn-Frontend der KDE-Familie.
Korner
In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.
So viele Programme, Musik-Files oder Filme und so wenig Plattenplatz. Was liegt da näher als die digitalen Schätze zur sicheren Verwahrung – und zum Räumen der Festplatte – auf einer CD zu speichern? Dank leistungsstarken Brennern und komfortablen Frontends wie K3b ein Kinderspiel. Gerade bei diesem Programm hat sich einiges in Hinblick auf Bedienkomfort und Features getan, so dass selbst Nutzer, die das Programm aus einer früheren Ausgabe der Korner [1] noch in Erinnerung haben, angenehm überrascht sein dürften.
Die aktuelle Version der grafischen Brennunterstützung finden Sie auf der Homepage der Entwickler unter http://www.k3b.org. Dort stehen in der Regel Pakete für die aktuellen Distributionen wie SuSE, Mandrake, Debian oder Red Hat bereit, so dass die Installation keine Schwierigkeiten bereiten sollte. Nutzern von Red Hat in Version 8.0 steht allerdings ein KDE Update bevor, wenn Sie die Pakete von der K3b-Homepage nutzen wollen – diese sind nur unter KDE 3.1 lauffähig. Wer lieber selber kompiliert, findet auf der Seite auch die Sourcen des Programms.
Wenn Sie K3b zum ersten Mal durch Eingabe von k3b aus einem X-Terminal-Programm aufrufen, schaltet sich erst einmal der Einrichtungsassistent k3bsetup dazwischen. Dieser hilft Ihnen, das Programm richtig zu konfigurieren. Achtung: Wie stets, wenn es ans Brennen geht, benötigen Sie auch zur Nutzung des Assistenten root-Rechte. Daher müssen Sie in einem vorgeschalteten Dialog-Bildschirm erst Ihr root-Passwort eingeben, bevor Sie durchstarten können.
Richten Sie sich ein!
K3bsetup durchforstet Ihr System nach den Kommandozeilen-Programmen (Abbildung 1), die K3b zum CD-Brennen benötigt, wie beispielsweise das eigentliche Brennprogramm cdrecord oder cdrdao zum Schreiben der CDs im Disc-at-once-Modus.
Keine Sorge, in der Regel sind diese bei modernen Distributionen standardmäßig installiert, so dass auch Ihr Rechner darüber verfügen dürfte. Weniger verbreitet ist dagegen VCDImager, das K3b für VCDs benötigt, ein neues Feature, das das Programm erst ab Version 0.8.0 beherrscht.
Möchten Sie solche brennen, sollten Sie sich das Programm unter http://www.vcdimager.org herunterladen.
Nach dem Programm-Check sind die CD-ROM-, DVD- und CDR-Laufwerke an der Reihe. Für die gefundenen Geräte können Sie bei Bedarf vom Vorschlag abweichende Mountpoints angeben und diese optional auch gleich in die Datei /etc/fstab eintragen lassen. Markieren Sie dazu das jeweilige Gerät, klicken Sie den Button Mountpunkt auswählen an und hangeln Sie sich im daraufhin erscheinenden Dialogbildschirm zum Verzeichnis Ihrer Wahl durch. Bei Paketen von der K3b-Homepage kommt es vor, dass die Anwendung nur über englische Menüs verfügt. Dort heißt der entsprechende Punkt SelectMount Point.
Wie bereits angedeutet, laufen die eigentlichen Brennprogramme cdrecord und cdrdao generell nur mit root-Rechten. Möchten Sie auch anderen Usern die Nutzung von K3b ermöglichen, können Sie im nächsten Schritt die User eintragen, die mit dem Programm CDs brennen dürfen. Klicken Sie dazu auf den Button Benutzer hinzufügen…(Add User…) und tragen Sie den entsprechenden Nutzer ein. Ein weiterer Klick auf Details verrät Ihnen übrigens, welche Änderungen K3b dafür vornimmt und warum dies geschieht.
Nun müssen Sie nur noch im letzten Setup-Bildschirm auf den Button Fertig stellen (Finish) klicken, um Ihre Einstellungen zu speichern und dann steht den selbstgebrannten CDs nichts mehr im Weg.
Feinschliff
Eigentlich könnten Sie nun losbrennen, dennoch sollten Sie sich die Zeit nehmen und dem Menüpunkt Einstellungen / K3b einrichten (Settings / Configure K3b) einen Blick gönnen. Hier passen Sie das Programm an Ihre ganz persönlichen Wünsche an. Benutzen Sie beispielsweise immer denselben Typ von CD-Rohlingen, lohnt sich ein entsprechender Eintrag unter Schreiben / Projekte /Standard-CD-Größe (Writing / Projects / Default CD Size) – z.B. 80 Minuten oder 700 MB (Abbildung 2).
Interessant für Audio-CDs ist auch der Punkt Standard-Pregap (Default Pregap): Hiermit legen Sie die Länge der Pause vor einem Musikstück fest oder schalten sie – etwa bei Live-Aufnahmen – durch einen Wert von 0 ganz aus.
Wenn Sie ohnehin ständig online sind, sollten Sie zusätzlich unter / Entfernt (CDDB / Remote) den Punkt Entfernte CDDB-Abfragen aktivieren (Enable remote CDDB queries) aktivieren – das aufwendige Eintippen der Titel und Interpreten der Lieder gehört dann der Vergangenheit an.
Hausbrennerei
Außer dem Brennen von Audio- oder Daten-CDs beherrscht K3b ab Version 0.8 auch das Erstellen einer CD im gemischten Modus. Damit können Sie zum Beispiel gleichzeitig Audio-Daten und den passenden Videoclip auf eine CD bannen.
Zum Start eines neuen Projekts wählen Sie unter Datei / Neues Projekt (File / New Project) einfach den passenden Eintrag aus – sei es Neues Audioprojekt (New Audio Project) für Musik-CDs, Neues Video-Projekt ( New Video Project) für eine VCD, Neues Projekt mit gemischten Modi (New Mixed Mode Project) für den Audio-Daten-Mix oder Neues Datenprojekt (New Data Project) für den schnöden Rest.
Wollen Sie eine Audio-CD zusammenstellen, gehen Sie so vor: Wählen Sie den Menüpunkt Datei / Neues Projekt / Neues Audioprojekt (File / New Project / New Audio Project). Sie können nun einfach per Drag & Drop die gewünschten Titel ins Feld Aktuelle Projekte (Current Projects) ziehen oder alternativ den jeweiligen Titel links im Verzeichnisbaum anwählen und nach einem Klick mit der rechten Maustaste im Kontext-Menü Zum Projekt hinzufügen (Add to Project) auswählen (Abbildung 3). Über dasselbe Kontextmenü können Sie die gewünschten Titel übrigens auch über den internen Audio-Spieler abspielen oder sich die Eigenschaften zu den Titeln anzeigen lassen. Ach ja: In der Voreinstellung wird Ihnen die Größe der Zusammenstellung bei Audioprojekten nach Minuten angezeigt. Wenn Sie die Angabe in Megabytes bevorzugen, können Sie dies einfach per Klick mit der rechten Maustaste auf den grünen Balken unter Zeige Größe in… (Show Size in…) umstellen.
Haben Sie eine Track-Liste für Ihre CD zusammengestellt, starten Sie den Brennvorgang via Brennen (Burn) über das Kontext-Menü. Bevor es losgeht, haben Sie nochmals die Chance, die Brenngeschwindigkeit zu ändern oder der CD über den Tab CD-Text weitere Informationen wie Titel der CD, Interpret oder CD-ID mitzugeben. Danach genügt ein Klick auf Schreiben (Write) und es heißt Feuer frei!
Damit Ihnen die Sache nicht gar zu langweilig wird, informiert Sie K3b in einer Fortschrittsanzeige (Abbildung 4) über den Brennvorgang, sprich über den Titel, der aktuell gebrannt wird, den Gesamtprozess und den Pufferstatus des CD-Brenners.
Glossar
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Disc-at-once
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Im Unterschied zum TAO-Modus (track-at-once) werden die Tracks nicht einzeln, sondern in einem Rutsch auf CD geschrieben. Obwohl sich die Bezeichnung “disc-at-once” eingebürgert hat, gibt es diesen Modus eigentlich nicht. DAO besagt nur, dass die CD in einem Durchgang gebrannt wird, was sowohl bei den Modi RAW und SAO (session-at-once) der Fall ist.
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VCD
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Abkürzung für Video-CD. Neben einem normalen CD-Track mit dem Inhaltsverzeichnis enthalten diese zusätzlich noch einen oder mehrere MPEG-Tracks mit Audio- und Video-Daten.
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CDDB
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Bei einer CDDB-Abfrage übermittelt das Brenn- oder Audio-Programm CD-ID, Gesamtspielzeit usw. an einen CD-Datenbankserver. Dieser überprüft, ob sich die fragliche CD in seinem Katalog befindet und sendet im Erfolgsfall Titel und Interpreten an den anfragenden Rechner.
Infos
[1] Stefanie Teufel: “Musikalische Handarbeiten”, LinuxUser 07/2001, S.70, http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/07/070-ktools/K-tools-31-3.html






