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Der kleine Schreibtisch

GPE - G-PDA-Environment

Was geht?

Nach den grundlegenden Funktionen für grafische Oberfläche und Datenspeicherung sowie einem Desktop Manager sind für einen PDA natürlich die typischen Applikationen im Personal Information Management, kurz PIM, wichtig. Für GPE wurden diese vollständig neu entwickelt.

Abbildung 3: Die Kalender-Applikation

Der Kalender erlaubt die Verwaltung von Terminen und kann Termine mit Alarmen verknüpfen (Abbildung 3). Die Alarme verwaltet der Daemon at, ähnlich wie beim großen Linux. Ist ein Alarm-Termin erreicht, wird dies akustisch und optisch signalisiert.

Abbildung 4: Kontaktverwaltung unter GPE

Die Kontakte-Applikation folgt ebenfalls der PDA-typischen Adressverwaltung. Zur Zeit wird an einem intelligenten vCard-Import [7] gearbeitet, über den es möglich wird, ganze Telefon- und Adressbücher aus anderen Geräten wie Mobiltelefonen zu importieren.

Ein paar weitere Applikationen seien nur kurz exemplarisch erwähnt; es werden praktisch täglich mehr. In der Todo-Liste lassen sich die Einträge in Kategorien ordnen (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die ToDo-Liste

Figment (Abbildung 6) ist eine praktische Variante der ToDo-Liste mit der Möglichkeit, kurze Notizen in einer Hierarchie anzuordnen und darin zu navigieren. Das ist sehr praktisch, um seine Gedanken zu ordnen.

Abbildung 6: Figment

Mindestens ebenso wichtig wie die Programmierung der Applikationen war die mühsame Erstellung der vielen Konfigurationsprogramme. Da PDAs nicht wirklich über eine Konsole "administriert" werden können, muss also für jede Einstellung eine entsprechende grafische Applikation vorhanden sein. Abbildung 7 zeigt die Auswahl der GPE-Konfigurationsapplikationen.

Abbildung 7: GPE Konfiguration

Synchronisation? Teleport!

Eine der Gretchenfragen bei Linux auf PDAs wird natürlich auch an GPE gestellt: Gibt es eine Synchronisation? Doch seien wir einmal ehrlich: Was erwarten wir von einer Synchronisation zwischen PDA und Desktop wirklich? Ist es tatsächlich die Synchronisation? Das Abgleichen zweier oder noch mehr potentiell unterschiedlicher Datenbestände?

Oder ist es nicht vielmehr die Umgehung der Unzulänglichkeiten heutiger PDAs, nämlich, dass die Dateneingabe auf diesen Geräten selber ein Graus ist und dass man dies lieber an einem PC mit großem Bildschirm und anständiger Tastatur erledigen will?

Synchronisation kann GPE noch nicht bieten. Zu unterschiedlich sind die zur Zeit verfolgten Ansätze, und genauso unmöglich ist es, hier einen De-Facto-Standard zu ermitteln. Doch man kann dem Problem der Dateneingabe recht elegant zu Leibe rücken: Warum nicht einfach die passende PDA-Applikation per Display-Migration auf den großen Desktop holen, dort arbeiten und sie dann wieder zurück auf den PDA schicken?

Mit GPE kein Problem. Das Teleport-Hilfsprogramm schickt eine laufende Applikation vom PDA auf ein beliebiges anderes Display, ganz so, als würde man die Applikation direkt dort starten. Der wesentliche Unterschied ist also, bereits laufende Applikationen migrieren zu können.

Abbildung 8: Teleport schickt ein Programmfenster auf ein PC-Display

Durch die Migrationsunterstützung in GTK 2 wird hier in Zukunft noch viel mehr möglich sein. Der Wechsel des Displays wird nämlich der Applikation mitgeteilt. Wird nun vom PDA zum Desktop gewechselt, steht der Applikation eine Fülle neuer Möglichkeiten zur Verfügung: Der Bildschirm ist größer, es gibt eine richtige Tastatur und eine Maus mit mehr als einem Knopf an Stelle eines Touchscreens, womöglich eine andere Farbtiefe des Displays und vieles mehr.

In Zukunft können die Applikationen auf diese neuen Möglichkeiten automatisch reagieren: Sie stellen größere Menüs mit mehr Funktionen dar, und es sind völlig neue Ansichten der Daten möglich. Die ganze Oberfläche gestaltet sich automatisch neu!

Durch die Verwendung der USB-Schnittstelle als Netzwerkgerät erfolgt dies automatisch beim Anstecken des PDAs an den Desktop. Ja, man könnte ganz automatisch alle auf dem PDA laufenden Applikationen auf den Desktop transportieren und beim Abziehen wieder zurückholen! Dies wäre auch per Wireless-LAN oder Bluetooth möglich.

Die Arbeit an Möglichkeiten zur Synchronisation wird aber auch fortgesetzt, so dass es künftig mehrere Wege geben wird, die Daten in den PDA zu bringen.

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