Distri-Bits
Die Welt der freien Betriebssysteme ist vielfältig. Das bedeutet laut Wörterbuch: in vielen verschiedenen Arten vorhanden, mannigfaltig. Besser lassen sich die Distributionsnews diesen Monat nicht beschreiben.
Mandrake für Mac
Mandrake Linux 9.1 (Bamboo) gibt es jetzt auch als Power-PC-Version. Außer den von der Intel-PC-Ausgabe bekannten Eckdaten [1] bringt die PPC-Ausgabe eine vereinfachte grafische Installation mit. Unterstützt werden die G3- und G4-Prozessoren im iMac sowie ältere Macintosh-Rechner mit dem 604-Prozessor, sofern diese den PCI-Bus benutzen. Installationssupport und Kernel gibt es auch für IBM RS/6000.
Besonders interessant ist MOL ("Mac On Linux"). Dieses Programm ermöglicht über Menüeinträge den Start von Mac OS classic oder OS/X ohne Geschwindigkeitsverlust im Vollbild-Modus oder als X-Fenster.
Die Web-Seite http://www.mandrakelinux.com/de/91ppc.php3 stellt das Produkt vor, das in Form dreier ISO-Dateien à 700 MB aus dem Netz gefischt werden kann oder im MandrakeStore für 35 Euro zu haben ist.
Klein und cool
Hinter Damn Small Linux (http://www.damnsmalllinux.org/) versteckt sich eine Live-CD-Mini-Distribution, die auf Knoppix basiert und auf eine 50-MB-Business-Card, auch Visitenkarten-CD genannt, passt. Das hört sich schon mal cool an, aber das "verdammt kleine Linux" bringt auch noch eine grafische Oberfläche (Fluxbox) und etliche X-Anwendungen (Abbildung 2) mit. Zwar hält die englische Tastaturbelegung sicher einige Anwender davon ab, sich mit dem Winzling zu befassen, etwas Linux-Erfahrung vorausgesetzt, sorgt er jedoch für eine Menge Spaß.
Anders als bei Knoppix startet der X-Server nicht automatisch. Um ihn zum Laufen zu bekommen, muss ein Shell-Skript bearbeitet werden, das der Editor vi nach dem Booten vorlegt (Listing 1). Vor der Zeile mit der gewünschten Auflösung gilt es, das Kommentarzeichen # durch Betätigen der [x]-Taste zu entfernen und das Skript mit :wq zu speichern. Danach startet X automatisch. Zwar kommt der Standard-Desktop zunächst in schlichten Grautönen daher, kann aber im Menü (das jederzeit mit der rechten Maustaste erreichbar ist) unter FluxBox / Styles mit einer Menge Stilen (in entsprechend vielen Farben) überzogen werden.
Listing 1
Auswahl des X-Servers per Shell-Skript
#!/bin/sh # You are looking at a simple script to set the resolution for # X via the Vi editor. Pick the resolution you want by # uncommenting the '#', or add your own line. ##simple list, choose your resolution #exec /usr/bin/X11/X -screen 640x480x8 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 800x600x8 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1024x768x8 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1280x1024x8 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1600x1200x8 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 640x480x16 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 800x600x16 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1024x768x16 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1280x1024x16 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1600x1200x16 -shadow -2button #exec /usr/bin/X11/X -screen 640x480x24 -shadow -3button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1024x768x24 -shadow -3button #exec /usr/bin/X11/X -screen 800x600x24 -shadow -3button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1280x1024x24 -shadow -3button #exec /usr/bin/X11/X -screen 1600x1200x24 -shadow -3button # Don't know Vi? hehehe… # Just use your arrow keys to move the cursor to the # first character '#' if the resolution you want to # try and the hit 'x'. That should delete the '#' so # that X will try to launch with that resolution. # Then do ':wq', that will save the script. If all # goes right X should start with fluxbox. If not, # run 'startx' again and chose a different setting.
Mit dabei ist der Dateimanager Worker, ein Klon des Programms Directory Opus, das vielen Amiga-Nutzern noch bestens in Erinnerung sein dürfte.
Während der Produktion dieses Hefts wurde Damn Small Linux von Version 0.3.3 zu Version 0.3.6 weiterentwickelt. Dort erleichtern Setup-Skripte für PPP und WvDial die Modem-Konfiguration und die Einwahl ins Internet. Interessierte können die laufende Entwicklung der Scheckkarten-Distribution unter http://www.damnsmalllinux.org/notes.html verfolgen.



