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Nützliches Seegetier

deskTOPia: bubblemon und wmfishtime

01.05.2003 Einen schicken Blickfang für den Desktop mag fast jeder – wäre da nur nicht das schlechte Gewissen ob der Nutzlosigkeit solcher Spielereien. Bubblemon und Wmfishtime bieten neben der bunten Erscheinung handfeste Informationen.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Während Desktop-Umgebungen Informationsprogramme aller Couleur schon mitbringen, müssen die Benutzer einfacher Fenster-Manager sich erst einmal nach passenden Anwendungen umsehen. Eine Uhr braucht fast jeder und ein grafischer Systemmonitor ist ein praktisches Gimmick – dementsprechend unüberschaubar ist die Auswahl an Programmen dieses Typs. Die DockApps wmfishtime und bubblemon [1] stechen aus der Masse hervor, erfüllen sie diese trivialen Aufgaben doch auf ausgesprochen kreative Art und Weise.

Sofern Ihr Distributor keine passenden Pakete anbietet, kommt vor dem Vergnügen erst einmal die Fleißaufgabe des Kompilierens.

Die Installation

Um die beiden Anwendungen zu nutzen, sollten Sie einen Window Manager verwenden, der Unterstützung für Dock Applikationen anbietet. Neben WindowMaker [2] kommen u. a. pwm [3] oder waimea [4] in Frage.

Übersetzung und Installation beider Programme erledigen die Befehle make und make install. Letzteres müssen Sie wie üblich als Superuser root ausführen. Ein configure-Skript bringt keines der beiden Programme mit, so dass Sie im Fall von wmfishtime vor dem Kompilieren die Datei Makefile anpassen sollten, um das Programm nach /usr/local/bin statt nach /usr/X11R6/bin zu installieren. Öffnen Sie dazu die Datei Makefile mit dem Editor Ihrer Wahl, und ersetzen Sie die Zeile

PREFIX = $(DESTDIR)/usr/X11R6

durch

PREFIX = /usr/local

Wem die Stunde schlägt

Nach dem Aufruf von wmfishtime & ziert eine analoge Uhr der anderen Art Ihre Arbeitsoberfläche. Der neue Zeitmesser ist ein virtuelles Aquarium (Abbildung 1). Beim Betrachten der in der Seenlandschaft herumschwimmenden Fische kann man die Uhrzeiger im Vordergrund schon mal vergessen.

Abbildung 1: Wmfishtime nach dem Start

Wem es auf dem Beobachtungsposten zu langweilig wird, der kann auch selbst aktiv werden und mit Hilfe des Mauszeigers die Fische in alle Richtungen verscheuchen. Sobald Sie den Zeiger Ihres Schreibtischnagers über wmfishtime bewegen, ergreifen die scheuen Wassertiere die Flucht und kehren erst zurück, wenn die Bedrohung verschwunden ist. Da diese Spielerei im Verbund mit Zeitmessung und Datumsanzeige am unteren Rand wenig Nutzen bietet, hat der Programmautor eine Mail-Benachrichtigungfunktion eingebaut. Diese aktivieren Sie durch den Aufruf

wmfishtime -c &

Wmfishtime überwacht in diesem Fall die Datei, auf welche die Umgebungsvariable MAIL zeigt. Deren Inhalt verrät der Befehl

echo $MAIL

Gewöhnlich hat Ihr Distributor diese Variable auf einen korrekten Wert gesetzt. Wenn neue E-Mail eintrifft, weist wmfishtime mit wucherndem Seetang am unteren Fensterrand darauf hin (Abbildung 2).

Abbildung 2: Wmfishtime überwacht den Eingang neuer Mails

Sobald Sie die E-Mail mit einem Programm Ihrer Wahl abgerufen haben, verschwindet die Vegetation, und Sie haben wieder freien Blick auf die Datumsanzeige. Wer seine Post mit einem Mail-Programm und nicht mit Fetchmail abholt, hat hier jedoch das Nachsehen: wmfishtime informiert ihn nur über den Eingang von System-Mails.

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LinuxUser 06/2012

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