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Einfach drahtlos

Wireless LAN einfach eingerichtet

01.05.2003 Der Aufbau eines drahtlosen Netzes muss nicht schwer sein. Wir haben ausgewählte Hardware getestet, die sich besonders leicht installieren lässt.

Drahtlose Netzwerke erfreuen sich ungebrochen großer Beliebtheit. Doch wie unser WLAN-Schwerpunkt in Ausgabe 10/2002 gezeigt hat, ist die Einrichtung unter Linux nicht immer einfach, teilweise lassen sich Treiber mit bestimmten Distributionen nicht einmal übersetzen. Zentraler Punkt dieses Artikels sind WLAN-Geräte, die sich besonders leicht in Linux einbinden lassen.

Die technischen Daten der auf dem Markt erhältlichen Geräte haben sich stark angenähert, große Unterschiede gibt es kaum noch. So verfügt das gesamte Testfeld über WEP-128-Verschlüsselung, die man auch tunlichst benutzen sollte (siehe auch Seite 72). Reichweiten-Angaben sind nicht möglich, bei Frequenzen von 2,4 GHz genügen mitunter schon Wetterveränderungen, um die Datenrate merklich zu verschlechtern oder die Verbindung ganz zusammenbrechen zu lassen.

Nicht im Testfeld sind Karten nach dem neuen Standard IEEE-802.11a mit 54 MBit/s theoretischer Übertragungsrate – einerseits stecken die Linux-Treiber noch in den Kinderschuhen, andererseits sind die Karten für den professionellen Einsatz in Bürokomplexen gedacht und entsprechend teuer. Ebenfalls nicht vertreten sind Karten mit 22 MBit/s: für den Texas-Instruments-Chipsatz gibt es derzeit nur ein Binär-Modul, das im Test nicht stabil lief.

Lancom AirLancer MC-11 PC-Card

So sollte Wireless LAN unter Linux funktionieren: Plug & Play. Der Prism-2-Chipsatz der AirLancer MC-11 von Lancom ([1]) (die Bauform entspricht noch den ursprünglichen Lucent-Karten) wird seit langem von den PCMCIA Card Services vollständig unterstützt. Die entsprechenden Treiber liegen also jeder halbwegs aktuellen Distribution bei, auch eine weitergehende Konfiguration ist unnötig – nach dem Einstecken werden die Kernel-Module hermes, orinoco und orinoco_cs automatisch geladen und die Karte als weiteres Ethernet-Gerät (Gerätename: ethX) eingebunden.

Die Einrichtung unter SuSE Linux 8.1 läuft problemlos über das Modul Konfiguration der Netzwerkkarten von YaST 2: Die automatische Erkennung versagt, weshalb die Karte über den Punkt Andere (nicht erkannte) eingerichtet wird. Im nachfolgenden Dialog muss zunächst PCMCIA links unten angeklickt werden, der Typ ist Ethernet und die Gerätenummer 1, falls es noch eine andere Ethernet-Karte gibt, ansonsten 0. Nach Aktivieren des Punkts Wireless Device lassen sich in Einstellungen für Funkverbindungen die nötigen WLAN-Parameter wie Netzwerkname und Verschlüsselung eingeben (Abbildung 1). Gibt es im WLAN einen Access Point, wird in den Funkparametern der Modus Verwaltet eingestellt, Netzwerkname und Schlüssel müssen bei allen Geräten im WLAN die gleichen sein. Ist die Konfiguration abgeschlossen und gespeichert, muss die WLAN-Karte noch einmal herausgezogen und wieder eingesteckt werden, damit die neuen Einstellungen übernommen werden.

Abbildung 1: Die Einrichtung der Lancom AirLancer MC-11 erfolgt komfortabel über YaST 2, auch Netzwerkname und WEP-Schlüssel lassen sich eingeben

Die Lancom AirLancer MC-11 ist nicht nur wegen der einfachen Einrichtung interessant, sondern auch wegen des Anschlusses für eine externe Antenne: So lässt sich die Reichweite verbessern, auch gibt es Antennen mit Leistungsgewinn, die noch größere Distanzen erlauben. Und mit knapp 90 Euro ist die Karte nicht einmal teuer.

Lancom AirLancer MC-11

Hersteller: Lancom Systems (http://www.lancom.de)
Beschreibung: Wireless LAN PC-Card (IEEE-802.11b) mit externem Antennen-Anschluss
Preis: 90 Euro

Intel Pro/Wireless 2011B PC-Card

Die Intel Pro/Wireless 2011B lässt sich nicht ganz so einfach einrichten wie die Lancom AirLancer. Auch wenn unter der Haube fast die gleiche Hardware steckt, benötigt die Intel-Karte einen Treiber mit zusätzlicher Firmware von [2]. Die Quellen werden in /usr/src entpackt und mit den Befehlen:

make -f Makefile.standalone
make -f Makefile.standalone install

übersetzt und eingerichtet. Nun muss noch die Treiber-Zuweisung für die Intel-Karte in /etc/pcmcia/config angepasst werden, suchen Sie am Besten nach folgendem Eintrag:

card "Intel PRO/Wireless 2011"
  manfid 0x0089, 0x0001
  bind "orinoco_cs"

In der letzten Zeile muss der Treiber orinoco_cs gegen spectrum_cs ausgetauscht werden. Danach speichern Sie die Datei und rufen /etc/init.d/pcmcia reload auf. Die weitere Einrichtung erfolgt exakt wie bei der Lancom AirLancer MC-11 beschrieben.

Intel Pro/Wireless 2011B

Hersteller: Intel (http://www.intel.de)
Beschreibung: Wireless LAN PC-Card (IEEE-802.11b), PCMCIA Typ 2 (flache Bauform)
Preis: 100 Euro
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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 03/2012

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