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Red Hat 9.0 und Mandrake 9.1

01.05.2003

Nicht pünktlich zur CeBIT, sondern kurz danach liefern die großen Linux-Distributoren aktualisierte Versionen ihrer Produkte aus. Da uns das neue SuSE Linux 8.2 nicht mehr vor Redaktionsschluss erreicht hat, stellen wir in dieser Ausgabe nur die neuen Red-Hat- und Mandrake-Versionen vor.

Bei den Versionsnummern der Distributoren fragt man sich oft nach der Motivation für größere Sprünge: Während die finanziell angeschlagene Firma MandrakeSoft sich für einen einfachen Sprung von 9.0 auf 9.1 entschied, macht Red Hat direkt einen größeren Satz: von 8.0 auf 9.0.

Red Hat Linux 9.0

Red Hats Installationsprogramm sieht in der Version 9.0 ("Shrike") noch genauso aus wie in der Vorgängerversion 8.0 – den Test haben wir auf einem Rechner mit installiertem Red Hat 8.0 durchgeführt: Der Installer erkannte nach der Auswahl von Sprache, Tastatur und Maus die vorhandene Red-Hat-Version und schlug automatisch ein Update vor. So einfach macht es Spaß: Nur zweimal bestätigen, und schon beginnt die Aktualisierung. Übrigens verwendet jetzt auch Red Hat den CD-Boot-Loader isolinux zum Starten der Installations-CD.

Abbildung 1

Abbildung 1: Alte Red-Hat-Version erkannt, Update vorgeschlagen

Wer eine Neuinstallation durchführt, wird sich darüber wundern, dass Red Hats Partitionierer noch immer nicht in der Lage ist, FAT-Partitionen (wie sie von Windows 95 – Me verwendet werden) ohne Datenverlust zu verkleinern; diese Funktion bieten SuSE und Mandrake schon lange. Mit zunehmender Verbreitung von Windows XP wird sie allerdings auch immer seltener gebraucht, denn XP verwendet das NTFS-Dateisystem.

Bei der Standard-Paketauswahl ist KDE nicht mit dabei, lässt sich aber über zwei Mausklicks hinzufügen. Nur wer die Voreinstellungen ohne Kontrolle übernimmt, muss sich später über das Fehlen der Pakete wundern. Gleiches gilt für Entwicklerpakete: Bei der Installationsart "Persönlicher Desktop" sind Compiler, Kernel-Quellen und die für das Übersetzen von X-, GNOME- und KDE-Programmen nötigen Header-Dateien nicht vorgesehen.

Nach abgeschlossener Installation und dem folgenden Neustart präsentiert sich der Red-Hat-Desktop (unter GNOME) im bereits von Version 8.0 bekannten BlueCurve-Design: Das ist die neue Optik, mit der Red Hat die beiden großen Desktop-Umgebungen GNOME und KDE vereinheitlicht hat.

Abbildung 2

Abbildung 2: Das altbekannte Installationsprogramm von Red Hat Linux

Auf den ersten Blick gibt es hier nichts Neues: Gegenüber der Vorversion sind oberflächlich keine Unterschiede zu erkennen. Die aufgeräumten Menüs, die (zumindest auf den ersten Blick) für jedes Anwendungsgebiet nur eine Applikation enthalten, sind genauso weiter vorhanden, wie Nautilus als Standard-Datei-Manager und OpenOffice als Office-Paket. Geändert haben sich im Wesentlichen die Versionsnummern der Software: Hier ist mit Kernel 2.4.20, XFree86 4.3.0, OpenOffice 1.0.2 (deutsch), gcc 3.2, GNOME 2.2 und KDE 3.1 alles auf dem neuesten Stand; als Drucksystem wird bei Red Hat nun auch CUPS eingesetzt.

Abbildung 3

Abbildung 3: Auch Red Hat Linux 9.0 nutzt den mit Version 8.0 eingeführten BlueCurve-Desktop

Abbildung 4

Abbildung 4: Bei Anmeldung unter KDE sieht der Desktop fast gleich aus; als Datei-Manager wird hier KDEs Konqueror verwendet

Mandrake Linux 9.1

Bei Redaktionsschluss war Mandrake Linux 9.1 noch nicht verfügbar; dieser Kurztest basiert auf dem Release Candidate 2 (Version 9.1rc2), der die letzte Beta-Version vor dem Erscheinen der endgültigen 9.1 sein soll.

Das Installationsprogramm hat Mandrake überarbeitet: Die grellen Farben der Vorgänger sind weg, alles sieht jetzt schlichter und dadurch übersichtlicher aus. Unter dem Punkt Partitionierung offenbart sich ein echtes Killer-Feature: Der DrakX-Partitionierungsassistent bietet neben Standardvarianten wie Verwende existierende Partitionen und Komplette Platte löschen auch die Option Den freien Platz der Windows-Partition nutzen – einer NTFS-Partition, wohlgemerkt! Nach mutiger Wahl dieser Option erscheint ein Warnhinweis, ein Backup der Windows-Daten gehört natürlich zum Pflichtprogramm, bevor man einen Partitionierer an die Verkleinerung der NT-Partition lässt.

Per Schieberegler lässt sich das Windows-System nun in seine Schranken weisen; den frei gewordenen Platz verwendet Mandrake Linux dann für sich. Leider wird einen bereits vorhandene Linux-Swap-Partition ignoriert und unnötig Platz für eine weitere verwendet. (Beim späteren Systemstart werden dann beide Swap-Partitionen verwendet.) Die Verkleinerung der NTFS-Partition dauert nur wenige Sekunden; danach werden schon die neuen Linux-Partitionen formatiert.

Abbildung 5

Abbildung 5: Mandrake 9.1 kann nicht nur FAT-, sondern auch NTFS-Partitionen verkleinern

Der Rest der Installation läuft gewohnt unproblematisch ab; so landet die aktuelle Software von den drei CDs schnell auf der Platte. Mit dabei sind (neben einer Pre-Version von Kernel 2.4.21) wie bei Red Hat XFree86 4.3, KDE 3.1, GNOME 2.2, OpenOffice 1.0.2 und gcc 3.2 (genauer: 3.2.2).

Nach dem Reboot in das installierte Windows 2000 wird ein Platten-Check durchgeführt: Offenbar bemerkt Windows die Änderungen an der NT-Partition. Nach einem automatischen Reboot kann Windows dann problemlos gestartet werden.

Abbildung 6

Abbildung 6: MandrakeSoft hat auch das Kontrollzentrum neu gestaltet, hier unter KDE 3.1

Abbildung 7

Abbildung 7: Übersichtlich präsentiert sich der "Softwarepakete-Installierer"

Mandrake Linux 9.1 wird neben der x86-Version auch als PowerPC-Version erhältlich sein. Einen Test der Beta-Version 9.1rc1 auf Apples 17-Zoll-iMac und dem 12-Zoll-PowerBook finden Sie in unserer Schwesterzeitschrift Linux-Magazin in Ausgabe 05/2003. Die meisten Hersteller vernachlässigen die PowerPC-Plattform – dabei macht Linux auf Apple-Rechnern genauso viel Spaß wie auf der x86-Plattform.

Abbildung 8

Abbildung 8: Mandrake Linux 9.1 auf dem Apple PowerBook

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