Richtig schreiben, richtig trennen

OpenOffice - Rechtschreibung und Silbentrennung

01.05.2003
OpenOffice hat zunächst weder Rechtschreibprüfung noch Thesaurus – außer für amerikanisches Englisch. Wie Sie Support für andere Sprachen nachinstallieren, erfahren Sie hier.

OpenOffice darf aus Lizenzgründen keine Module für die Rechtschreibprüfung, die Silbentrennung und den Thesaurus von StarOffice benutzen. Deshalb werden eigene Entwicklungen, die auf freier Software basieren, integriert. Rechtschreibmodule gibt es bereits für über 30 Sprachen, Silbentrennungen für 20. Einzig an Thesauri mangelt es: Die sind noch in der Entwicklung.

Was in der Zwischenzeit schon entwickelt wurde, ist ein Hilfsprogramm, mit dem man Wörterbücher und Silbentrennungen in OpenOffice installieren kann. Damit geht es fast von selbst. Dieses umfangreiche Installations-Tool für Linux heißt OOodi, und Sie können es von der Heft-CD installieren. Dort liegt es als gezippte Tar-Datei ooodi-0.60-i386-linux.tar.gz im Verzeichnis LinuxUser/OpenOffice/OOoDI/.

Nach dem Entpacken können Sie es mit Hilfe des Skripts ooodi.install installieren. Hierzu benötigen Sie eventuell zusätzliche Bibliothekspakete (etwa libgtk2.0 und libssl0.9.7), die noch nicht in allen aktuellen Distributionen enthalten sind. So finden Sie zum Beispiel in Debian die libssl0.9.7 nur im Unstable-Zweig der Distribution.

Wenn Sie diese Pakete aus Stabilitätsgründen nicht installieren möchten, können Sie stattdessen auch eine frühere Version (etwa die 0.55) von oodi unter http://ooodi.sourceforge.net herunterladen. Die gibt es dort unter View all files sowohl als Tar-Archiv wie auch als RPM- und Debian-Paket.

OOodi kann sowohl für die Workstation-Installation als auch von root für die Netzwerk-Installation im Share-Verzeichnis benutzt werden. Nach der Installation starten Sie es mit OOodi. (Die neueste Version finden Sie unter /opt/gnome2/bin/OOodi/.) Klicken Sie in den Einstellungen auf Download list of dictionaries, um die Liste von http://dict.progbits.com zu laden.

Aus der Liste der Wörterbücher und Silbentrennungsmodule wählen Sie das gewünschte aus und können es dann über Install-Schaltfläche installieren. Wollen Sie eines löschen, markieren Sie es und wählen Remove. Module, die im Share-Verzeichnis der Netzwerkinstallation stehen, können Sie nur als root löschen.

Abbildung 1: Mit dem Wörterbuch-Tool OOodi unter Linux können Sie nicht nur Wörterbücher, sondern auch die Silbentrenn-Module installieren

Wörterbücher manuell installieren

Die Silbentrennungen für amerikanisches Englisch, Russisch, Dänisch und Deutsch sind standardmäßig schon installiert. Sie finden sie im Verzeichnis share/dict/ooo des Netzwerkinstallationsverzeichnisses von OpenOffice. Sie könnten aber ebenfalls im Verzeichnis user/wordbook der Workstation-Installation stehen. Das ist egal – es werden alle Module dieser beiden Verzeichnisse geladen.

In beiden Verzeichnissen steht auch jeweils eine Datei dictionary.lst, falls dort schon ein Modul installiert ist. Falls nicht, müssen Sie diese Datei selbst anlegen.

Um nun zum Beispiel das deutsche Rechtschreibmodul zu installieren, gehen Sie so vor: Entpacken Sie die gewünschte Zip-Datei (zum Beispiel de_DE.zip für die deutsche Rechtschreibung) aus dem CD-Verzeichnis LinuxUser/OpenOffice/dicts/ in das Verzeichnis user/wordbook (oder share/dict/ooo, wenn Sie die Netzinstallation ändern wollen). In die Datei dictionary.lst fügen Sie das Rechtschreibmodul wie folgt ein:

DICT de DE de_DE

Der erste Eintrag steht für Rechtschreibprüfung (DICT). Der zweite ist der Sprachen-Code (de), der dritte der Ländercode (DE). Der letzte Eintrag schließlich bezeichnet die Dateien des Rechtschreibmoduls (de_DE.aff und de_DE.dic).

Wollen Sie stattdessen die Module für die Schweiz einrichten, entzippen Sie die Datei de_CH.zip und die Datei hyph_de_CH.zip für das Silbentrennungsmodul aus dem Ordner LinuxUser/OpenOffice/hyph/ in das wordboook-Verzeichnis. Die dictionary.lst müsste dann auch die folgenden Zeilen haben:

DICT de CH de_DE
HYPH de CH hyph_de

Österreicher, aufgepasst!

Für das Österreichische benötigen Sie die Dateien de_AT.dic, de_DE.dic und de_DE.aff aus der Zip-Datei de_DE.zip. OOodi installiert diese zwar, die dictionary.lst müssen Sie trotzdem noch anpassen. Sie muss nach der Zeile

DICT de AT de_AT

die Zeile

DICT de AT de_DE

enthalten, sonst wird nur das Wörterbuch mit den speziellen österreichischen Ausdrücken benutzt.

Ausnahmen bei den Wörterbüchern bilden die Sprachen Katalanisch und Lateinisch. Für beide existiert kein Ländercode. Damit sie erkannt werden, müssen Sie eine andere Sprache "opfern". Für Lateinisch böte sich Italienisch, für Katalanisch Spanisch. Dazu müssen Sie die Dateien ca_ES.zip (Katalanisch) beziehungsweise la.zip (Lateinisch) aus den Wörterbuchverzeichnis in das wordbook-Verzeichnis kopieren und der dictionary.lst folgende Einträge hinzufügen:

DICT es ES es_CA
DICT it IT la

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Prüfung bestanden
    Die Bifab AG müht sich seit geraumer Zeit, auch für OpenOffice einen Korrektor mit Duden-Qualitäten anzubieten. Mit der neuen Version 5 gewinnt das Produkt deutlich an Nutzwert.
  • OpenOffice 2.0 fertig
  • Wörterbücher und Textdateien durchsuchen mit grafischem Frontend
    Beim Lesen eines englischen Texts fällt oft das wichtigste Wort nicht ein. Praktisch, wenn eine Software es einfach auf Mausklick übersetzt. Das Programm Ding durchsucht dazu Wörterbücher, kommt aber auch mit anderen Textdateien zurecht.
  • Korekt oder Korrekt?
    Die integrierte Rechtschreibprüfung von OpenOffice findet leider nicht alle Fehler. Hier hilft ein Werkzeug wie der Duden Korrektor. Wir haben uns die aktuelle Version 6.0 angesehen und verraten, ob sich die Anschaffung lohnt.
  • Standalone-Textverarbeitungen im Vergleich
    Nicht jeder möchte sich ein mehrere hundert Megabyte schweres Office-Paket installieren, nur um hin und wieder einen Brief zu schreiben. Wir stellen drei eigenständige Textprozessoren für die tägliche Arbeit vor.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 07/2015: Daten sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Fernwartung oder wartung im haus
heide marie voigt, 29.06.2015 10:37, 2 Antworten
gerne hätte ich jemanden in Bremen nord, der mir weiter hilft - angebote bitte mit preis HMVoigt
Druckeranschluss DCP-195C
heide marie voigt, 29.06.2015 10:35, 1 Antworten
installiert ist linux ubuntu 15.04 offenbar auch der treiber für den Drucker DCP-195C. Die Konta...
keine arbeitsleiste beim einloggen
heide marie voigt, 27.06.2015 13:31, 0 Antworten
seit der neu-installierung von linux ubuntu 15.04 erscheint die arbeitsleiste rechts oben erst na...
raid platte an linux mint 17.1
andreas schug, 23.06.2015 19:44, 1 Antworten
folgende thematik NAS Iomega Storage Center wird auf einmal nicht mehr im netzwerk erkannt .....
SUSE 13.2 - Probleme mit kmail
kris kelvin, 03.06.2015 13:26, 2 Antworten
Hallo, nach dem Umstieg auf 13.1 hatte ich das Problem, daß kmail extrem langsam reagierte. Nun...