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Professionell präsentieren mit Linux

Es muss nicht immer PowerPoint sein

Der Alleskönner

Manchmal bietet es sich an, Folien zu erstellen, auf denen nicht gleich der gesamte Inhalt sichtbar ist. Vorstellbar ist eine Präsentation, die auf Tastendruck jeweils einen weiteren Stichpunkt einblendet. Auch das ist mit Prosper machbar, Listing 4 (eine Modifikation von Listing 3) zeigt ein Beispiel dafür.

Listing 4

Einblendungen

\overlays{3}{
 \begin{slide}[Glitter]{Creating a dummy slide using \LaTeX}
 \begin{itemize}
 \fromSlide{2}{
  \item A simple function def\/inition:
    \[
    gcd(a,b) =
    \left\{
    \begin{array}{cl}
      a,              &  \textrm{if}\,\,a = b\\
      gcd(a - b, b),  &  \textrm{if}\,\,a > b\\
      gcd(a, b - a),  &  \textrm{if}\,\,a < b
    \end{array}
    \right.
    \]
 }
 \fromSlide{3}{
  \item A simple GNU:
    \begin{center}
      \resizebox@L: *{!}{.3\textheight}{\includegraphics{GNU.eps}}
    \end{center}
 }
 \end{itemize}
}

Mit den Anweisungen \overlays{x} und \fromSlide{y} ist es möglich, neue Gliederungspunkte auf einen Layer zu legen, ohne den bestehenden Inhalt zu verwerfen. Die Prosper-Layer sind nämlich, ähnlich wie die in Bildverarbeitungsprogrammen, durchsichtig. In diesem Beispiel würde also zuerst die Überschrift erscheinen, dann die mathematische Formel und zuletzt das Gnu.

Im Ergebnis sind die Layer eigenständige Slides, jedoch wirkt es auf die Betrachter so, als würde sich durch das Umschalten der Seiten nur eine einzige Folie schrittweise zusammensetzen.

Trotz dieser Funktionsvielfalt gibt es einen Wertmutstropfen: Scheinbar sind einige Versionen der LaTeX-Ausgabe-Tools mit Fehlern behaftet. Würde man im Code für das Slide das etwas seltsam anmutende

\item A simple function def{}inition:

durch

\item A simple function definition:

ersetzen, so würde (abhängig von der Programmversion) ein falscher Buchstabe ausgegeben. LaTeX behandelt nämlich "fi", "ff", "ft" usw. als je einen einzelnen Buchstaben, eine so genannte "Ligatur". Es kann passieren, dass Ligaturen im Übersetzungsvorgang Ihrer Präsentation falsch interpretiert werden. Berücksichtigt man dies, so ist es mit diesem einfachen Trick möglich, das Problem zu umgehen. LaTeX-Insider wissen, dass man mit {} oder \/ Ligaturen unterdrücken kann.

PDF-Erzeugung

Wie schon erwähnt, sollten optisch anspruchsvolle Präsentationen nicht im PostScript-Format verwendet werden, weil dieses keine Effekte unterstützt. Deshalb ist die Übersetzungsfolge, wenn Sie Prosper benutzen, im Allgemeinen leicht anders als die mit Slides oder Seminar:

latex filename.tex
dvips -Ppdf filename.dvi -o filename.ps
ps2pdf -dPDFsettings=/prepress filename.ps

Zusätzliche Parameter sorgen dafür, dass alle Schriften und Grafiken anständig gerendert werden und eine unter Linux erstellte Präsentation auch auf einem Windows-PC ordentlich aussieht. Denn es kommt ja darauf an, dass die Datei portabel ist und z. B. auch gleich ins Netz gestellt werden kann. Dazu ist keine weitere Konvertierung erforderlich.

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LinuxUser 06/2012

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