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Editorial

01.05.2003

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserer Mai-Ausgabe werfen wir einen Blick auf Office-Alternativen: Neben StarOffice/OpenOffice gibt es viele kleine Hilfsprogramme, mit denen Sie Aufgaben aus dem Office-Umfeld schneller und mit weniger Ressourcenverbrauch erledigen können. Dazu gehören auch Klassiker wie das Schreiben von Briefen und die Erstellung von Präsentationen. Manchmal ist beim E-Mail-Empfang eines Word- oder Excel-Dokumentes auch ein Blick in die enthaltenen Daten ausreichend: Dafür stellen wir eine Auswahl von Konvertierungsprogrammen vor, und wir testen die aktuellen Versionen von Thinkfree Office und TextMaker für Linux.

Doch auch Freunde von StarOffice/OpenOffice kommen in dieser Ausgabe nicht zu kurz: In vier Praxis-Workshops gehen wir auf die Themen Konvertierung von Microsoft Office nach OpenOffice, Arbeiten mit Vorlagen, deutsche Rechtschreibmodule und Makros mit StarBasic ein. Dazu gibt es auf der CD die aktuelle OpenOffice-Version 1.0.2 und eine Beta-Version von StarOffice 6.1.

Game Over in Deutschland?

Weitestgehend unbemerkt ist am ersten April eine Neuauflage des Jugendschutzgesetzes in Kraft getreten: Trotz des Datums ist es kein Aprilscherz, dass ab sofort alle im Handel erhältlichen Spiele mit einer Altersfreigabe der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) versehen sein müssen. Ähnlich wie bei Video-Cassetten und DVDs gibt es verschiedene Altersstufen, und Spiele, die nicht der Prüfung unterzogen wurden, gelten als "ab 18". Solche Programme dürfen im Handel nicht mehr offen angeboten und nur gegen Altersnachweis verkauft werden. Betroffen sind von dieser Änderung nicht nur Spiele-Boxen im Software-Handel, sondern auch Computer-Zeitschriften mit Heft-CD oder -DVD.

usk-12.png
usk-18.png

Während es für kommerzielle Spielehersteller kein wesentliches Problem darstellen wird, die ca. 1000 Euro Prüfgebühr für jedes Spiel zu zahlen, ist die Neuregelung für die Spiele-Programmierer der Open-Source-Szene ein Problem: Diese freie Software ist nicht mit einem kommerziellen Hersteller verknüpft, und ein internationales Entwickler-Team, das unbezahlt an einem Spielprojekt arbeitet, wird kaum die Motivation aufbringen, für den deutschen Markt eine Altersfreigabe zu erlangen.

Für uns als Zeitschrift ist die Konsequenz, dass wir in Zukunft keine Spiele mehr auf die Heft-CD aufnehmen werden; so fehlen beispielsweise in dieser Ausgabe die Spiele, die Teil von GNOME 2.2.1 sind. Eine Ausnahme gibt es nur für vollständige Betriebssysteme: In den FAQ zum neuen Jugendschutzgesetz (http://www.usk.de/JuSchG/) findet sich der Hinweis, dass die Regelung beispielsweise auf Windows (das auch Spiele enthält) nicht angewendet wird: "Windows als Betriebssystem ist nicht Gegenstand der Gesetzgebung gewesen. Auch ist die Medienwirkung der in dieses oder ähnliche Produkte eingebundenen Spiele mit der eines umfangreichen Computer- und Konsolenspieles nicht zu vergleichen. Daher besteht unter Zugrundelegung der Rechtsauffassung der Obersten Landesjugendbehörden hinsichtlich dieser Programme keine Pflicht zur Kennzeichnung." Distributionen werden wir also auch in Zukunft mit den enthaltenen Spielen auf CD brennen.

Hans-Georg Eßer Chefredakteur

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