Zentralverwaltung
deskTOPia: emelfm
Im Kontext gesehen
Weitaus mehr Möglichkeiten zum Bearbeiten von Dateien und Verzeichnisse bietet Ihnen das Kontextmenü, das abhängig vom Typ der Datei verschiedene Optionen anbietet: Die Open-Aktion ist für alle Dateien verfügbar und öffnet die markierte Datei entweder mit einer passenden Anwendung oder öffnet bei noch nicht definierten Dateitypen ein Menü, in dem Sie entscheiden, wie weiter zu verfahren ist (Abbildung 3).
Dort können Sie ebenso wie in den Konfigurationsmenüs eine Default- Anwendung für einen bestimmten Dateityp definieren. Unter dem Menüpunkt Create a filetype for this extension tragen Sie die Anwendung ein, mit der Sie künftig Dateien mit dieser Endung öffnen wollen. Ebenso erreichen Sie dieses Menü, wenn Sie auf dem Mittel-Panel Configure anklicken und dann den Eintrag Filetypes wählen. Es ist möglich, für einen Dateityp mehrere Anwendungen zu definieren, z. B. Netscape und dillo für HTML-Dateien. Haben Sie mehrere Programme für die Anzeige eines Dateityps definiert, legen Sie die Standard-Applikation per Klick auf Set Default fest. Möchten Sie eine Datei mit einem anderen als dem Standard-Programm öffnen, geht dies über den Kontextmenüeintrag Choose action, der Ihnen eine Auswahlliste aller mit der Dateiendung verknüpften Anwendungen anzeigt. Auch andere Aktionen wie etwa Umbenennen, Löschen, oder Ändern der Dateirechte erreichen Sie über das Kontextmenü. Richtig interessant sind aber die Optionen, die sich im unteren Teil des Kontextmenüs befinden.
Benutzer-Befehle und Plugins
Der Menüpunkt User bietet bereits einige so genannte Benutzerbefehle, von denen Sie beliebig weitere selbst definieren können. Unter anderem finden Sie dort eine Möglichkeit abzufragen, aus welchem RPM-Paket eine Datei auf Ihrem System stammt. Die Antwort gibt emelfm im Ausgabefenster. Definiert werden solche Aktionen im Konfigurationsmenü unter dem Punkt User Commands. Markieren Sie den Befehl Find which RPM this came from und klicken auf Edit, sehen Sie die dafür notwendige Befehlzeile. Wählen Sie Add statt Edit, können Sie eine neue Aktion definieren. Möchten Sie z. B. abfragen, um was für eine Datei es sich überhaupt handelt, liefert die Befehlszeile
file %f
das Gewünschte, wobei %f für die markierte Datei steht. Nach Eingabe eines Namens und Bestätigung mit OK steht der neue Eintrag im Kontextmenü zur Verfügung.
Ein wenig anders sieht es mit dem Menüpunkt Plugins aus. Dabei handelt es sich um kompilierte C-Programme, die die Funktionalität von emelfm erweitern. Einige Beispiele werden schon mitgeliefert. Haben Sie wenig Erfahrung mit Shell-Programmierung, werden Sie sich über das For-Each-Plugin freuen. Dieses wendet einen Befehl auf alle markierten Dateien an, ohne dass Sie die Syntax einer for-Schleife kennen müssten. Markieren Sie dazu die zu bearbeitenden Dateien und wählen aus dem Kontextmenü Plugins / for each. Im sich öffnenden Fenster tragen Sie den Befehl ein, und emelfm erledigt den Rest. Das Plugin Rename Ext erlaubt Ihnen, ausgewählte Dateien nach einem bestimmten Muster umzubenennen, z. B. um die Dateiendung von .html in .htm zu ändern. Komprimierte Archive erstellen Sie mit Hilfe des Pack-Plugins, wobei Sie die Wahl zwischen verschiedenen Ausgabeformaten haben, darunter .tar.bz2 und .zip.
Welche der Plugins überhaupt eingeblendet werden, wird wie gewohnt im Konfigurationsmenü, in diesem Fall im Abschnitt Plugins eingestellt.
Haben Sie erst einmal alle Aktionen für unterschiedliche Dateitypen definiert und häufig genutzte Befehle im Kontextmenü untergebracht, werden Sie emelfm dank dieses Komforts und seiner Schnelligkeit nicht mehr missen wollen.
Glossar
Compiler
Programm, welches den Quellcode einer Anwendung in Maschinensprache übersetzt und so ein ausführbares Programm erzeugt.
Infos
[1] Andrea Müller: "Jungbrunnen aus Eis", LinuxUser 02/2003, S. 62 f.
[2] Andrea Müller: "Klickstart", LinuxUser 03/2003, S. 62 f.
[3] emelfm-Homepage: http://emelfm.sourceforge.net/



