Bevor wir uns auf das Erstellen eigener Icons, Menü-Leisten und Hintergründe stürzen, schauen wir uns einige Grundlagen an.
Obwohl der Window Manager in den meisten Distributionen enthalten ist, möchten Sie vielleicht eine taufrische Version von http://www.windowmaker.org ziehen und selber backen. Hier gilt es vor allem zu beachten, dass Sie eine eventuell gewünschte KDE- oder GNOME-Unterstützung explizit in das Programm kompilieren müssen. Zunächst entpacken Sie den Tarball.
Der Aufruf des configure-Skriptes mit KDE-/GNOME-Support hat dann die folgende Form:
./configure --enable-kde --enable-gnome
Weitere Optionen wie beispielsweise die Open-Look-Unterstützung (--enable-openlook) finden Sie in der Datei INSTALL im Window-Maker-Verzeichnis des entpackten Tarballs oder mit dem Befehl ./configure --help. Wenn Sie keine Parameter auswählen möchten, lässt sich das Programm im üblichen Dreischritt bauen. Als User führen Sie dazu zwei Befehle aus:
./configure make
Nachdem Sie sich als root angemeldet haben, vollenden Sie die Installation mit den Kommandos:
make install ldconfig
Benutzer von SuSE Linux können statt ldconfig auch SuSEconfig aufrufen. Letzteres dauert nur etwas länger, da das SuSE-Skript neben ldconfig noch weitere Programme abarbeitet.
Nach dem Eintrag der Zeile
exec wmaker
in die Datei ~/.xinitrc oder ~/.xsession ist Ihre neue Oberfläche schon startbereit.
Erste Eindrücke
Sehen wir uns ein bisschen im Window Maker um. Die mittlere Maustaste zeigt Ihnen die Liste der geöffneten Fenster. Sollten Sie keine Drei-Tasten-Maus besitzen, tut es ein gemeinsamer Druck auf die linke und rechte Taste.
Ihre Anlaufstelle, um Programme auszuführen, liegt unter der rechten Maustaste. Klicken Sie mit dieser Maustaste auf die Arbeitsfläche und öffnen Sie das Applikationsmenü. Form und Inhalt der Leiste sind durch das Tool WPrefs konfigurierbar. Per Rechts-Klick auf einen Fensterrahmen erhalten Sie die Möglichkeit, Anwendungen auf einen anderen Desktop zu schieben, aufzurollen oder die Attribute des aktuellen Fensters zu bestimmen. Weitere Optionen entdecken Sie, wenn Sie ein Icon anklicken. Davon gibt es auf Ihrem Bildschirm gleich mehrere.
Angedockt
Das Icon in der rechten oberen Ecke heißt WMDock. Es ist der oberste Punkt einer Reihe, in der Sie Applikations-Icons andocken können. In Abbildung 2 sehen Sie solch eine Anwendungsreihe. Tools, die zwar angedockt aber nicht gestartet sind, stellen sich durch ein Icon mit drei Punkten dar. Natürlich ist das Verhalten jedes Programms dieser Spalte via Rechtsklick anzupassen. Der Punkt Settings... bestimmt die genauen Einstellungen. Während Kill das entsprechende Programm schließt, wird es über Launch gestartet. Um eine Anwendung lediglich unsichtbar zu machen, wählen sie die Option hide.
In der linken oberen Ecke des Bildschirms klebt ein weiteres Icon mit einer Büroklammer darauf (Abbildung 3). Es wird WMClip genannt und arbeitet ähnlich wie das Applikations-Dock. In den Ecken des Bildchens entdecken Sie zwei Pfeile, mit denen Sie zwischen den Arbeitsflächen wechseln können. Die Nummer der Fläche, auf der Sie sich gerade befinden, steht über der Büroklammer. WMClip besitzt zahlreiche Optionen, von denen wir die wichtigsten erwähnen wollen.
Die Clip Options legen beispielsweise fest, ob der Clip von einer Anwendung überdeckt werden darf (Keep on Top), angehängte Icons einfaltet (Collapse) oder automatisch anzieht (Autoattract Icons). Mit dem Schalter Selected picken Sie sich Icons heraus, die Sie von der Büroklammer entfernen (Remove Icon) oder auf eine andere Arbeitsfläche (Move Icon To) verschieben möchten. Um alle Programm-Icons, die lose auf dem Bildschirm herum liegen, unter einen Hut (bzw. Clip) zu kriegen, verwenden Sie den Menüpunkt Attract Icons. Der Rest der Leiste ist in vielen Abschnitten mit dem Applikationsdock identisch.



