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Sprechen Sie Russisch?

The Answer Girl

01.04.2003 Texte auf der Basis des lateinischen Alphabets lassen sich mit einem Texteditor flink schreiben. Doch sobald andere Buchstaben ins Spiel kommen, ist der Umgang mit dem Rechner plötzlich gar nicht mehr so leicht. Das Answer Girl versucht, seine Russisch-Kenntnisse aufzufrischen.

The Answer Girl

Dass der Computeralltag auch unter Linux des Öfteren Überraschungen bereit hält, ist eher eine Binsenweisheit: Immer wieder funktionieren Dinge nicht oder nicht so, wie eigentlich angenommen. Das Answer Girl im LinuxUser zeigt, wie man mit solchen Problemchen elegant fertig wird.

Fremdsprachliche Korrespondenz im Internet-Zeitalter ist gar nicht so leicht: Früher griff man einfach zu Stift, Papier und Wörterbuch, um der Brieffreundin am anderen Ende der Welt ein paar gestammelte Zeilen in ihrer Muttersprache zu übermitteln. Heute soll dies per E-Mail gehen. Doch leider ist das Rechnerwesen durch und durch auf die Buchstaben des lateinischen Alphabets zugeschnitten: Anders als der Füllfederhalter gibt die Tastatur des durchschnittlichen westlichen Computers nur Zeichen des (7-Bit-)ASCII-Zeichensatzes aus.

Die deutsche Tastaturbelegung liefert als Bonus noch Umlaute und ß mit, und wer ein wenig herumspielt, findet heraus, dass [AltGr-a] die skandinavische æ-Ligatur, [AltGr+o] ein dänisch-norwegisches ø produziert. (Wer mag, darf gern auf eigene Faust ausprobieren, welche versteckten Zeichen-Perlen ein deutsches Keyboard noch bereit hält, wenn man [AltGr] mit anderen Tasten kombiniert.)

Spanisch: mangelhaft, Russisch: ungenügend

Lässt sich so noch ganz gut auf Französisch parlieren, muss ein polnisches, "durchgestrichenes" l einem "normalen" l weichen, und die umgedrehten Frage- und Ausrufezeichen am Anfang eines spanischen Fragesatzes oder Ausrufs bereiten erst recht Kopfschmerzen. Doch das sind alles Peanuts, verglichen mit dem Problem, vor dem diejenigen stehen, die mit ihrem gewohnten Texteditor "schnell mal" Texte in einer Sprache mit nicht-lateinischem Alphabet schreiben wollen.

Die pragmatische Lösung lässt sich im Netz (und lustigerweise oft auch auf Werbepostern in der Wirklichkeit) beobachten: Statt des Devanagari-Alphabets benutzt indische Werbung verstärkt das lateinische, um ihre Botschaften in Hindi, der verbreitetsten indo-arischen Sprache des Subkontinents, für Vorbeifahrende schneller lesbar zu machen. In russischen Foren und Newsgruppen finden sich russische Textaussagen vorzugsweise in lateinischer Transkription statt in kyrillischen Buchstaben.

Tatsächlich lassen sich Sprachen, deren Buchstaben sich nicht einfach von links nach rechts (oder umgekehrt) aneinanderreihen, sondern etwa (wie in Hindi) Vokal-Markierungen über, unter, rechts und links der Konsonanten kennen, nicht ohne weiteres auf einem "deutschen" Rechner schreiben. Doch wer aufmerksam seiner Linux-Installation gefolgt ist, hat unter Umständen bemerkt, dass kyrillische Fonts und Codepages installiert werden konnten (und ggf. sogar wurden). Wenn der Browser auf modernen Distributionen Web-Seiten wie http://www.linux.ru/ korrekt mit kyrillischen Fonts darstellt (Abbildung 1), besteht zumindest Hoffnung für Russisch-Lernende, Rechner wie Texteditor dazu zu überreden, einen echten kyrillischen Text zu erstellen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Moderne Distributionen sprechen Russisch im Browser

Heute nicht für X

Wie bei allem, was mit Tastaturbelegung zu tun hat, müssen dazu unter Unix zwei Baustellen aufgerissen werden: Wer grafisch arbeiten will, kommt nicht umhin, X entsprechend konfigurieren. Da hier root-Rechte vonnöten sind und Änderungen der X-Server-Einstellungen nur dann sinnvoll erscheinen, wenn sie für den Langzeitgebrauch statt für ein kurzes Intermezzo gedacht sind, lassen wir diese Möglichkeit im Folgenden außen vor.

Weitaus schneller und unproblematischer stellen wir die Linux-Textkonsole so um, dass sie kyrillische (und weiterhin auch lateinische) Zeichen von sich gibt. Nötig sind dafür keine root-Rechte, nur drei Dinge:

  • Die auf der Konsole verwendete Schrift muss die Zeichen des kyrillischen Alphabets enthalten.
  • Die Tastaturbelegung muss so umgestellt werden, dass sie dem entspricht, was auf einem russischen Keyboard aufgedruckt wäre.
  • Der Treiber für die Konsolenausgabe muss mit einer Zuordnungstabelle dazu überredet werden, auf passenden Tastendruck auch ein entsprechendes Zeichen auszugeben.

Mit diesem Schlachtplan im Gepäck schalten wir frohgemut auf eine der Textkonsolen um: Wer normalerweise grafisch arbeitet, benutzt dazu die Tastenkombination [Strg-Alt-Fx], wobei mit [Fx] eine Funktionstaste, auf den meisten Linux-Installationen aus dem Vorrat von [F1] bis [F6], gemeint ist. Mit [Strg-Alt-F1] landet man so auf der ersten Textkonsole; [Alt-F7], manchmal auch [Alt-F8] schaltet wieder auf die Grafikkonsole um.

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