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01.04.2003

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Kurz nach der Freigabe von OpenOffice 1.0.2, das eine Vielzahl von Bugfixes enthält, kündigt nun auch Sun eine neue StarOffice-Version (http://wwws.sun.com/software/star/staroffice/beta/index.html)) an. Bevor StarOffice 6.1 aber im Handel erhältlich ist, plant Sun, sie in einer öffentlichen Beta-Phase auf Herz und Nieren zu testen. Vom 3. März bis zum 2. Mai hat jeder Interessierte nach erfolgreicher Registrierung auf der Sun-Web-Seite die Möglichkeit, am Beta-Test teilzunehmen. Verständlicherweise wirbt man bei Sun für eine rege und breit gefächerte Beteiligung. Neben Standard-Anwendern hoffen die Entwickler vor allem auf die Teilnahme größerer Netzwerke sowie verschiedener externer Entwickler am Beta-Test. Schließlich soll nicht nur das Office-Paket, sondern auch die dazu gehörende Entwicklungsumgebung getestet werden. Ob bei diesem Arbeitsplan eine einzelne Beta-Version ausreicht, scheint fraglich.

Sicher ist dem ein oder anderen das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz BSI, http://www.bsi.bund.de/produkte/knoppix/) noch durch seine Knoppix-Aktion bekannt. Interessierte konnten gegen Zusendung eines frankierten und adressierten Rückumschlags eine Knoppix-CD erhalten. Allerdings kam es aufgrund reger Nachfrage binnen kürzester Zeit zu Lieferengpässen bis zur vorübergehenden Einstellung der Bestellannahme vor einigen Tagen. Das neueste BSI-Projekt ist nun ein Sicherheits-Portal (http://www.bsi-fuer-buerger.de), das neben Tips zur Absicherung des eigenen PC auch Informationen zum Thema Open Source und Linux bereit hält. Auf der übersichtlichen Seite sind alle Informationen verständlich formuliert, wobei bewusst auf Fachchinesisch verzichtet wurde: Schließlich richtet sich das Portal primär an interessierte Nutzer und nicht an Experten. Einziger Wermutstropfen des ansonsten guten ersten Eindrucks ist das Fehlen von Linux-Programmen zur Systemsicherung im Bereich Toolbox.

Ein anderes interessantes Portal kommt diesen Monat vom BerliOS-Projekt. Dort wurde das OpenFacts-Projekt (http://openfacts.berlios.de/) aus der Taufe gehoben, eine offene Wissensdatenbank rund um Open Source, zu der jeder seinen Beitrag leisten kann. Im Augenblick ist das Angebot jedoch noch nicht so üppig. Neben verschiedenen Tutorials und How-Tos ist besonders eine kurze Abhandlung über die verschiedenen Lizenzmodelle in der Open-Source-Welt interessant. Wer sich schon immer fragte, worin die Unterschiede zwischen GPL, LGPL, BSD usw. bestehen, findet seine Fragen beantwortet, ohne sich durch alle Modelle arbeiten zu müssen. Damit zeigt sich bereits, dass OpenFacts das Potential zu einem umfassenden Wissenssystem hat.

Abbildung 1: Sun will StarOffice in einer öffentliche Beta-Phase auf Herz und Nieren testen
Abbildung 2: Mit diesem Portal will das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Nutzer sensibilisieren
Abbildung 3: Eine Wissensdatenbank von allen für alle: das OpenFacts-Projekt

TightVNC, Fernwartung auf Sparflamme

Bereits in der Mai-Ausgabe des letzten Jahres widmeten wir Virtual Network Computing (kurz VNC) einen eigenen Artikel im LinuxUser. Heute möchten wir einen kurzen Blick auf eines der vielen Derivate werfen. Tight VNC (http://www.tightvnc.com/) ist wie VNC selbst für verschiedene Plattformen verfügbar und steht ebenfalls unter der GPL. Im Gegensatz zum Original wurde es um eine Reihe von zusätzlichen Funktionen erweitert und die Datenkompression während der Übertragung verbessert. Das macht es besonders für den Einsatz auf schmalbandigen Internet-Anbindungen über Modem oder ISDN interessant, wobei es trotzdem zum Standard VNC kompatibel bleibt. Niemand ist somit genötigt, alle VNC-Server und -Clients auf einmal auszutauschen.

Die bessere Geschwindigkeit auf langsamen Anbindungen ist nicht ausschließlich das Ergebnis verbesserter Kompression. TightVNC reduziert vor allem die zu übertragende Datenmenge. So haben Bewegungen des Cursors auf dem entfernten Rechner keine Aktualisierung des Bildschirms mehr zur Folge, und auch Cursor-Bewegungen des Clients werden nur dort anzeigt. Hintergrundbilder reduziert TightVNC auf die Grundfarbe, und wem die Darstellungsqualität nicht wichtig ist, der kann mittels JPEG-Kompression die Datenmenge weiter reduzieren. Natürlich lassen sich diese sowie weitere Einstellungen flexibel konfigurieren.

Auch in Punkto Sicherheit haben die Unix-Clients von TightVNC dem Original etwas voraus: Ein installiertes OpenSSH vorausgesetzt, bauen sie auf Wunsch eine getunnelte Verbindung zum Server auf. Im Windows-Client fehlt diese Funktion jedoch noch – für eine sichere Verbindung muss der Benutzer hier den SSH-Tunnel von Hand aufbauen. Die Funktionsweise schränkt dies aber nicht ein. TightVNC ist somit die günstige Fernwartungslösung für all jene, denen die Funktionalität von VNC ausreicht, das Original aber in der Übertragung zu träge ist.

Abbildung 4: Mit TightVNC haben Sie entfernte Windows-Maschinen im Griff

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