Gnomogramm

News und Programme rund um GNOME

01.04.2003

Community News

Die Verbreitung von GNOME schreitet stetig voran, und auch Suns GNOME-Engagement trägt Früchte: Seit Anfang Februar können Solaris-Anwender endlich die betagte CDE-Oberfläche gegen GNOME 2.0 tauschen. Allerdings hinkt Sun damit der aktuellen GNOME-Entwicklung etwas hinterher, ist für Linux doch vor kurzem erst die Version 2.2 erschienen. Suns GNOME ist für Solaris 8 und 9 erhältlich und steht auf Suns Web-Seite sowohl für die Sparc- als auch für die x86-Plattform zum Download bereit. In Zukunft soll GNOME laut Sun CDE als Standardoberfläche gänzlich ablösen.

Alles in allem erwischte GNOME 2003 einen guten Start. Erstes Erfolgserlebnis war die Auszeichnung gleich zweier GNOME-Projekte auf der LinuxWorld Expo. Der Mail- und Groupware-Client Evolution von Ximian, welcher Microsoft Outlook nachempfunden ist, erhielt den Preis für die beste Front-Office-Lösung. Außerdem wurde das ebenfalls von Ximian stammende Mono-Projekt als bestes Open-Source-Projekt ausgezeichnet. Das Ziel von Mono ist die Entwicklung von Open-Source-Tools zur Erstellung von Microsoft-.Net-Applikationen. Sie sollen neben Windows auch auf jeder von Mono unterstützten Plattform lauffähig sein. Mit einer fertigen Version ist jedoch nicht vor 2004 zu rechnen.

GNOME Remote Control Manager

Wer oft auf Rechner im Internet zugreift, muss entweder immer wieder die gleichen Kommandozeilen zum Verbindungsaufbau tippen oder ein Shell-Skript schreiben. Kommen noch verschiedene Verbindungsprotokolle zum Einsatz, wird es besonders für den Linux-Neuling oft verwirrend. Wie schön wäre es doch, nur ein Icon anzuklicken, und die Verbindung, egal mit welchem Protokoll, steht.

Der GNOME Remote Control Manager (grcm, http://grcm.sourceforge.net/) bietet genau diese Annehmlichkeit. Es handelt sich dabei um eine grafische Oberfläche, die den Verbindungsaufbau vereinfachen soll, indem sie die für das jeweilige Übertragungsprotokoll zuständige Client-Software mit entsprechenden Parametern aufruft. Dabei ist grcm nicht auf bestimmte Protokolle festgelegt. Seine modulare Struktur erlaubt problemlos das Einbinden neuer Protokolle, vorausgesetzt, die jeweilige Client-Software lässt sich über Kommandozeilenparameter steuern. Die Konfiguration ist dabei sehr einfach: Zuerst muss der Benutzer einen neuen "Type" angelegen, der den Programmaufruf und eventuelle Parameter enthält. Anschließend können sofort neue Verbindungen mit diesem Protokolltyp erstellt werden. Noch ein Tipp am Rande: die Option Schließen sichert keine Konfigurationsänderungen. Vor dem Verlassen eines Konfigurationsdialoges müssen Sie immer Speichern anklicken – anderenfalls war alle Arbeit vergebens.

Abbildung 1: Für jedes Protokoll muss ein Verbindungstyp angelegt werden
Abbildung 2: Verbindungsspezifische Einstellungen

Video Lan Client, mit Streaming Video im Bilde

Vor etwa drei Jahren kamen französische Studenten auf die Idee, eine Video-Streaming-Lösung als Open-Source-Projekt zu entwickeln. Damit war das Video-Lan-Projekt geboren, aus welchem unter anderem der Video Lan Client (vlc, http://www.videolan.org/vlc/) hervorging. vlc ist ein flexibler, plattformunabhängiger Media Player, der mit Hilfe von Plugins ein Vielzahl von Multimedia-Formaten verarbeiten kann. Die Palette reicht bei den Videoformaten vom Standard AVI über die verschiedenen DivX-Derivate bis zu dem von Video-CDs verwendeten MPEG-Format. Selbstverständlich erkennt vlc auch alle zugehörigen Audioformate wie AC3, MP3 oder Vorbis. Neben den unterschiedlichsten Formaten kann vlc auch die verschiedensten Datenquellen verarbeiten: DVDs, VCDs und CDs gehören als Quellen genauso zu seinem Repertoire wie Dateien, HTTP und FTP sowie der digitale Fernsehempfang. Letzterer funktioniert im Augenblick aber nur im Zusammenspiel mit einer Hauppauge-Nova-Karte. Sieht man von dieser Einschränkung ab, ist der Funktionsumfang erstaunlich. Um die zur Wiedergabe nötige Geschwindigkeit zu erzielen, unterstützt vlc alle gängigen MultiMedia-Prozessorerweiterungen wie 3D Now oder MMX. Außerdem kann jedes Dekodierungsmodul auf Mehrprozessorbetrieb geschaltet werden, sofern der Rechner über mehr als einen Prozessor verfügt.

In Anbetracht dieser Einstellungsmöglichkeiten wirkt die Benutzeroberfläche eher spartanisch. Sie ist jedoch sehr übersichtlich und funktionell aufgebaut. Im Gegensatz zu einem MultiMedia-Player wie xine wurde auf attraktives Design verzichtet – die Leistungsfähigkeit hat darunter aber nicht gelitten, so dass vlc eine interessante Alternative zu anderen Media-Playern ist.

Abbildung 3: DVD und VCD akzeptiert VLC als Datenquellen ebenso wie digitales Fernsehen
Abbildung 4: Ein Vielzahl von Decodern unterstützt fast jedes Multimedia-Format

Community news

Vom 16. bis zum 18. Juni findet zum vierten Mal die Gnome User And Developer European Conference (http://www.guadec.org/) (kurz GUADEC) statt. Veranstaltungsort ist diesmal das Trinity College in Dublin. Wie bereits in den Vorjahren bildet die Veranstaltung für Anwender und Entwickler das ideale Forum, um neue Ideen auszutauschen, Projekte vorzustellen, Probleme zu diskutieren oder einfach mehr über die Oberfläche zu erfahren. Zu diesem Zweck werden auch dieses Jahr wieder interessante Vorträge gehalten. Ein Vortragsplan erscheint jedoch sicher nicht vor Mai, da im Augenblick die Suche nach Referenten noch in vollem Gange ist.

Neben den Vorträgen finden auch drei Tutorials zu den Themen Gimp, GTK-Programmierung und GNOME System Administration of Network Installations statt. Je nach Tutorial liegt die Teilnahmegebühr zwischen 150 und 300 Euro. Wer bis zum 31. März bucht erhält einen Rabat von circa 30 Prozent. Damit ist die GUADEC auch in dieses Jahr wieder ein Muss für alle GNOME-Jünger.

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