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LinEAK

Keyboard Deluxe

Haben Sie sich auch schon gefragt, wozu die komischen Gummitasten auf Ihrer neuen "Internet"- oder "Surf"-Tastatur gut sind? Zum Radieren taugen sie nicht, aber mit LinEAK legen Sie beliebige Funktionen darauf.

Die Tastatur-Fans unter den X-Benutzern werden das Szenario kennen: Es tummeln sich dutzende Fenster auf diversen Desktops; irgendwo dudelt der XMMSmit ordentlicher Lautstärke über die angeschlossene Stereoanlage. Da klingelt das Telefon. Jetzt muss man schnell den Player finden, um auf den Pause-Button zu klicken. Ginge das nicht auch über eine Extra-Taste? Es geht, und zwar mit dem Tool LinEAK von Mark Smulders und Sheldon Lee-Wen.

Hinter der etwas merkwürdigen Abkürzung verbirgt sich "Linux support for Easy Access and Internet Keyboards". Das Projekt ist auf Sourceforgezu Hause und unter der Web-Adresse http://lineak.sourceforge.net/ zu erreichen. LinEAK besteht aus zwei Teilen: dem Daemonlineakd und dem Konfigurationsprogramm lineakconfig. Letzteres ist aber nicht zwingend notwendig, da sich wie bei jedem ordentlichen Unix-Programm die Konfiguration auch mit einem Text-Editor bearbeiten lässt.

Gib Gummi!

Die Installation des Tools aus den Quellen ist recht einfach durchzuführen. Im Download-Bereich der LinEAK-Homepage (oder auf der Heft-CD im Verzeichnis /LinuxUser/lineak/) finden Sie die beiden Tarballs lineakd-0.4pre3.tar.gz und lineakconfig-0.3.2.tar.gz. Im Wesentlichen kommt der bekannte Dreisatz ./configure ; make ; make install mit leichten Modifikationen zum Zuge:

tar xzf lineakd-0.4pre3.tar.gz
cd lineakd-0.4pre3
./configure --disable-nls
make
su  (root-Password eingeben)
make install ; exit
cd ..
tar xzf lineakconfig-0.3.2.tar.gz
cd lineakconfig-0.3.2
./configure --disable-nls
make
su  (root-Password eingeben)
make install ; exit
cd ..

Nach der Installation liegen die neuen Dateien in der /usr/local-Hierarchie. Das Verzeichnis /usr/local/bin befindet sich üblicherweise in der PATH-Variable, so dass die Shelldie neuen Programme lineakd und lineakconfig findet.

Welches Modell?

Bevor Sie lineakd zum ersten mal regulär starten, müssen Sie eine auf Ihr Keyboard angepasste Konfiguration erstellen. Dazu gehört zunächst die Auswahl des Modells. LinEAK bringt eine Reihe von Definitionen für gängige Keyboards mit. Falls Ihres nicht dabei ist, können Sie eine eigene Definition problemlos hinzufügen, dazu später mehr.

Das Konfigurations-Tool lineakconfig präsentiert sich beim ersten Aufruf mit dem Dialogfenster New LinEAK Keyboard Configuration (Abbildung 1), in dem Sie Hersteller- und Modellname auswählen. Zusätzlich können Sie hier die Gerätedateien für CD-ROM-Laufwerk und Mixer angeben, falls es sich nicht um die Standardwerte (/dev/cdrom und /dev/mixer) handelt.

Abbildung 1: Neue Konfiguration erstellen

Nach der Auswahl des Keyboards ist der nächste Schritt die eigentliche Zuordnung von Funktionen zu den Spezialtasten. Je nach Keyboard-Modell stehen unterschiedliche Spezialtasten zur Belegung im LinEAK-Configuration-Fenster (Abbildung 2) zur Auswahl. Über Key performs special action stehen einige vordefinierte Aktionen wie z. B. CD-Auswurf, Mixer-Lautstärke (lauter/leiser) oder Stummschaltung zur Verfügung. Außerdem dürfen im Feld Key runs command beliebige Shell-Kommandos eingetragen werden.

Damit lineakconfig die gewählte Zuordnung über die Buttons OK oder Apply aktivieren kann, müssen Sie vorher lineakd starten:

lineakd -b

Die Option -b steht für "background" (Hintergrund). Damit geht der LinEAK-Daemon sofort in den Hintergrund und verrichtet seinen Dienst.

Abbildung 2: Konfiguration bearbeiten

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