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Datei-Manager de Luxe

Konqueror und Nautilus

Multimedial

In der heutigen Zeit, in der Festplatten für Bilder, Filme und Musik gar nicht groß genug sein können, verliert der Anwender schnell den Überblick – vor allem, wenn er es versäumt hat, seinen multimedialen Schätzen aussagekräftige Namen zu geben. Eine Bildvorschau für die gängigen Formate beherrschen konqueror und nautilus schon lange, und auch das Abspielen von Musik direkt aus dem Datei-Manager heraus ist nichts wirklich Neues. Bislang jedoch nicht berücksichtigt wurden die so genannten Meta-Informationen einzelner Dateien, wie z. B. die bei Ogg Vorbis und MP3-Dateien üblichen ID3-Tags.

Wie üblich passt auch hier die Formel "zwei Desktops, zwei Lösungen". Neu bei nautilus ist eine zusätzliche Registerkarte im Eigenschaftendialog, die je nach Typ der markierten Datei entweder Bild, Audio oder Video heißt. Dort finden Sie die bislang vernachlässigten Meta-Informationen wie z. B. die Farbtiefe eines Bildes oder Interpret und Titel einer Audio-Datei. Bilder und neuerdings auch Videos werden statt mit normalen Icons in einer verkleinerten Vorschau angezeigt.

Abbildung 4: Die neue Audio-Ansicht von Nautilus

Ein besonderes Schmankerl ist die neue Audio-Ansicht für Ordner (Abbildung 4). Aktiviert wird sie über Ansicht / Audio-Ansicht. Standardmäßig wird dieser Menüpunkt nicht eingeblendet, so dass Sie ihn erst über Ansicht / Ansicht auswählen / Audio-Ansicht / Ändern in das Menü für ausgewählte Ordner aufnehmen müssen. Belohnt werden Sie durch eine Ansicht, die Ihnen alle relevanten Informationen inklusive einer Abspielleiste zur Verfügung stellt. Möglich wird dies durch die erstmalige Integration des GStreamer Multimedia Framework [1] in GNOME 2.2.

Da darf konqueror natürlich nicht zurückstehen, und so finden sich auch dort eine neue Thumbnail-Vorschau für Videodateien und ein erweiterter Eigenschaftendialog für multimediale Dateien. Auf der Registerkarte Meta-Info stehen die zusätzlichen Informationen zur Verfügung, die man im Fall von Jpeg- und Audio-Dateien sogar direkt dort bearbeiten kann. (Bei Audio-Dateien kann man nur bereits vorhandene Tags bearbeiten. Wenn eine Ogg- oder mp3-Datei ohne Tags vorliegt, fehlen in dem Dialog die Eingabefelder; zum nachträglichen Setzen von ID3-Tags muss man also weiterhin auf externe Programme wie easytag zurückgreifen.)

Audiodateien spielen Sie entweder mit dem eingebetteten Media Player ab, der über das Kontextmenü erreichbar ist, oder Sie hören kurz in ein Musikstück hinein, indem Sie mit der Maus auf der entsprechenden Datei verweilen. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass Sie im erscheinenden Tooltip-Fenster auch einen kurzen Blick auf die Meta-Informationen der Datei werfen können. Dieses Tooltip-Fenster steht auch für alle anderen Dateien zur Verfügung und blendet, sofern vorhanden, die zur Datei gehörenden Meta-Informationen ein (Abbildung 5).

Abbildung 5: Kompakte Informationen in Konquerors Tooltip-Fenster

Aktion und Information

Die Meta-Informationen, die konqueror dem Benutzer bietet, beschränken sich dabei nicht allein auf Multimedia-Dateien, sondern es sind noch weit mehr dieser KFile-Plugins hinzugekommen, die mehr oder weniger wichtige Informationen bereit halten. So liefert das Tooltip-Fenster für RPM- und Debian-Pakete interessante Informationen wie z. B. die Version der enthaltenen Software und die Kurzbeschreibung des Pakets. Das funktioniert für Debian-Pakete sogar auf einer RPM-basierten Distribution ohne Debians Paket-Tool dpkg.

Auch der Titel einer HTML-Datei und die Information, ob diese Java-Script-Code enthält, ist Bestandteil der abrufbaren Meta-Informationen. Besonders nützlich ist das ebenfalls neue Feature, direkt in den Meta-Daten der einzelnen Dateien zu suchen. Diese neue Option befindet sich auf der Registerkarte Contents des Suchdialogs.

Doch auch nautilus kann mit neuen Aktionen aufwarten, etwa den neu hinzu gekommenen Kontextmenü-Plugins. Dabei handelt es sich um Funktionen, die von anderen Programmen zur Verfügung gestellt werden und in kontext-sensitiver Form direkt über nautilus aufgerufen werden. So findet sich im Kontextmenü von gepackten Dateien die Option, sie an Ort und Stelle oder aber in ein frei wählbares Zielverzeichnis auszupacken. Auf ebenso einfache Weise kann man über das Kontextmenü Archive aus den gerade markierten Dateien erstellen. Anbieter dieser Funktionen ist das Archiv-Programm fileroller. Da die Kontextmenü-Plugins erstmals unter GNOME 2.2 zur Verfügung stehen, gibt es noch nicht viele Anwendungen, die hier ihre Dienste anbieten, was sich jedoch bald ändern dürfte.

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LinuxUser 06/2012

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