Umorganisiert

Richtig daheim fühlt man sich jedoch nur so lange, bis es gilt, die ersten Einstellungen zu tätigen. Einige Optionen wurden an einen anderen Platz verschoben, andere dagegen existieren gar nicht mehr. So konnten Benutzer, die einen Desktop ganz ohne Icons bevorzugen, dies in früheren GNOME-Versionen dadurch erreichen, dass sie Nautilus verboten, den Desktop zu zeichnen; diese Option existiert nicht mehr in den Menüs, was vor allem ärgerlich ist, wenn man Nautilus unter einem anderen Fenster-Manager betreibt. In diesem Fall muss man darauf achten, Nautilus immer mit der Option --no-desktop aufzurufen, da die Option in Form dieses Kommandozeilenparameters überlebt hat. Das selbe Verhalten dauerhaft unter GNOME zu erreichen, ist jedoch mit einigen Verrenkungen verbunden.

Auch die Icon-Verwaltung hat sich grundlegend geändert – offensichtlich wird dies, wenn man wie gewohnt in Nautilus ein anderes Theme einstellen will, die betreffende Option jedoch nicht auffindbar ist. Die verwendeten Icon-Themes gelten seit GNOME 2.2 Desktop-weit und können so auch von anderen Anwendungen wie z. B. dem Panel oder dem Archiv-Programm fileroller genutzt werden.

Die Auswahl des Icon-Themes erfolgt über den Theme Manager, ebenso wie die Wahl der Fensterdekoration und der Kontroll-Elemente. Als bockig erweist sich der Theme Manager, wenn man z. B. unter ~/.themes noch ein altes Theme gespeichert hat, mit dem der neue Manager nichts anfangen kann – die Anwendung verweigert dann kommentarlos den Start. Erst ein Aufruf von

strace gnome-theme-manager

zeigte hier das verantwortliche Theme, und ein Löschen des entsprechenden Unterordners hat das Problem behoben – eine aktive Mitarbeit des Theme Managers in Form einer Fehlermeldung wäre jedoch wünschenswert.

Konsistenz und Intuitivität…

Von dieser Kinderkrankheit abgesehen, sind die Änderungen positiv. Gerade neue Benutzer waren leicht mit der Konfiguration früherer GNOME-Versionen überfordert, da die notwendigen Optionen nicht in gebündelter Form erreichbar waren. Inzwischen muss der Benutzer keinen Gedanken mehr daran verschwenden, ob sich die gesuchte Option nun im Datei-Manager, bei den Einstellungen des Fenster-Managers oder bei den Gtk-Themes versteckt.

Dieser Vereinfachung der Konfiguration begegnet man überall. Obwohl immer noch alle Module der GNOME-Konfiguration über das Menü aufrufbar sind, stehen sie in kompakter Form in Nautilus zur Verfügung, wenn man in der Adresszeile preferences:/// eingibt (Abbildung 5).

Abbildung 5: Kompakte GNOME-Konfiguration über Nautilus

Ein weiteres Feature, das dem Benutzer viel Arbeit erspart, ist das Menü, in dem der Benutzer schon sein komplettes KDE-Menü als Unterpunkt vorfindet (Abbildung 6), sofern er GNOME selbst kompiliert hat oder eine Distribution ohne eignes Menü-System verwendet.

Abbildung 6: GNOME integriert ein vorhandenes KDE-Menü

Auch das Panel bietet Neuigkeiten: Über das Aktionsmenü hat man schnellen Zugriff auf die zuletzt geöffneten Dateien, und der Suchdialog erlaubt das direkte Öffnen von Dateien mit der passenden Anwendung. Ein weiterer Neuzugang im Panel ist das Benachrichtigungsfeld, welches z. B. von Messenger-Programmen genutzt werden kann.

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