Software

01.03.2003

News-Ticker

Ab sofort kann jeder seine Linux-Kenntnisse kostenlos online überprüfen. Das Innovate-Testcenter (http://testcenter.innovate.de:20065/LINUX/) stellt 40 Fragen zu Basiskenntnissen der Linux-Administration. Um das Szenario praxisnah zu gestalten, sind sämtliche in Linux integrierte Hilfsmittel, wie beispielsweise Man-Pages, zugelassen. Dies tut der Ernsthaftigkeit aber keinen Abbruch, da der Test durch reines Nachschlagen in den vorgegebenen 80 Minuten kaum zu bewältigen ist. Schaffen Sie es trotzdem nicht in dieser Zeit, ist der Versuch keineswegs wertlos, jedoch werden zehn Prozent von der Gesamtpunktzahl als Zeitstrafe abgezogen. Der Test kann jederzeit wiederholt werden. Um Missbrauch vorzubeugen, werden bei mehr als zwei Versuchen pro Monat alle weiteren Anläufe in den nächsten 30 Tagen mit einem fünfprozentigen Abzug bewertet. Falls gewünscht, stellt Innovate gegen eine Gebühr von 19 Euro auch eine Bescheinigung aus. Bei Ergebnissen unter 60 Prozentpunkten bescheinigt Innovate lediglich die Teilnahme. Wer besser abgeschnitten hat, erhält je nach erreichter Punktzahl eines von drei verschiedenen Zertifikaten.

Natürlich ist dies nicht mit einem Zertifikat von Red Hat oder dem LPI gleich zu setzen. Dennoch eignet sich das Innovate-Testcenter hervorragend zur Kontrolle des eigenen Wissens und zum Üben, bevor man Geld in andere Zertifikate investiert.

In diesem Jahr findet vom 20. bis 21. März die erste OpenOffice.org-Konferenz (http://marketing.openoffice.org/conference) an der Universität Hamburg statt. Ort und Zeit wurden bewusst an die CeBIT anschließend gewählt, die am 19. März im nahe gelegenen Hannover endet. Die Veranstalter hoffen, dass viele Experten auf dem Rückweg in Hamburg einen Zwischenstopp einlegen, um vielleicht sogar den einen oder anderen Vortrag zu halten. Natürlich richtet sich der Kongress nicht nur an Entwickler; auch Anwender kommen in Vorträgen über allgemeine Features von OpenOffice, Open Source und Community auf ihre Kosten. Anmelden kann man sich ab sofort mit einer Email an mailto:confregistration@openoffice.org; ob und in welcher Höhe Eintritt verlangt wird, geht aber im Augenblick aus den Informationen auf der Web-Seite noch nicht hervor.

Im Konkurs von Loki sahen viele schon das Aus für das Genre "Spiele unter Linux". Linux Game Publishing (http://www.linuxgamepublishing.com/) versucht nun, diese Lücke zu füllen. Anfang Januar kündigte die Firma bereits die Portierung der beiden Spiele "Bandits: Phoenix Rising" und "Ballistics" aus dem Hause Grin an. Entsprechende Verträge wurden bereits unterzeichnet, und auch der Preis von je 28 (britischen) Pfund steht schon fest. Lediglich ein Erscheinungstermin geht aus der Web-Seite noch nicht hervor. Wer nicht so lange warten kann oder möchte, findet bei Linux Game Publishing noch weitere interessante Spiele zu akzeptablen Preisen.

Pauker, Gedächtnistraining unter Linux

Ob für die Schule, das Studium oder zur Vorbereitung anderer Prüfungen – häufig ist das Auswendiglernen bestimmter Sachverhalte notwendig. Viele bedienen sich dazu beidseitig beschriebener Karteikarten. Pauker (http://pauker.sourceforge.net/) ist die elektronische Variante dieser Lernmethode, die als Java-Programm nahezu überall einsetzbar ist. So können Sie auch unterwegs mit einem PDA für das nächste Examen büffeln. Allerdings muss Pauker vorher mit Ihren Daten gefüttert werden. Dabei können Sie wählen, ob die Antwort später zur Bestätigung eingegeben werden muss oder einfach auf Knopfdruck erscheint. In jedem Fall fragt Pauker nach, ob Sie die korrekte Antwort wussten. Alle falsch beantworteten Fragen legt das Programm in den Stapel zurück und stellt sie später erneut. In der Konfiguration können Sie festlegen, ob die Frage am Anfang, Ende oder an einer beliebigen Stelle einsortiert wird. Damit sind die Konfigurationsmöglichkeiten jedoch auch schon ausgeschöpft; lediglich die Schrift lässt sich variieren. Bei Bedarf können Sie die Seiten der virtuellen Karten vertauschen. Die Fragen speichert Pauker in einer mit gzip komprimierten XML-Datei, deren Struktur sehr simpel ist. Damit wäre es durchaus möglich, bereits existierende Datenbestände mit einem Skript zu übertragen. Pauker selbst bietet im Augenblick allerdings noch keine solche Funktion.

Abbildung 1: Die Bedienung von Pauker ist intuitiv
Abbildung 2: Hätten Sie die Antwort gewusst?

Link-Sammlung im Auge

Ob die eigene Web-Seite oder die Lesezeichen des Browsers – bei intensivem Surfen sammelt sich schnell eine Vielzahl nützlicher Adressen und Links an, von denen so mancher schon kurz nach der Erfassung nicht mehr stimmt. Wenn sich also die Karteileichen nicht stapeln sollen, kommt man um die regelmäßige Kontrolle und Pflege des Datenbestandes nicht umhin. LinkChecker (http://linkchecker.sourceforge.net/) nimmt dem Benutzer diese lästige Arbeit ab. Das kleine Python-Programm prüft die Erreichbarkeit aller Links in einer HTML-Datei oder interaktiv eingegebener Adressen und gibt eine Liste aller nicht erreichten Links inklusive einer kleinen Problembeschreibung zurück. Je nach Wunsch erfolgt dabei die Ausgabe direkt auf der Konsole oder wird in eine HTML-, XML-, GML-, SQL- oder CSV-Datei geschrieben.

Um nicht von einer Ergebnisflut überrollt zu werden, kann LinkChecker mit Hilfe regulärer Ausdrücke für die Fehlerausgabe, interne und externe Adressen optimal eingestellt werden. Bei externen Adressen führt LinkChecker übrigens keine rekursive Prüfung durch, da man sich sonst schnell in den unendlichen Weiten des WWW wiederfindet. Bei internen Adressen kann man die Suchtiefe der rekursiven Tests beliebig einschränken. Ist die Netzanbindung schlecht oder die Gegenseite langsam, haben Sie die Möglichkeit, LinkChecker mit einem anderen Timeout-Wert etwas mehr Geduld beizubringen. Ansonsten wartet das Programm nur zehn Sekunden auf eine Antwort, was für die meisten Web-Seiten jedoch völlig ausreichend ist, selbst wenn Sie einen Proxy zwischenschalten. Wer also regelmäßig die Verfügbarkeit vieler URLs kontrollieren muss, dem wird LinkChecker sicher helfen, Zeit zu sparen.

Abbildung 3: LinkChecker auf der Konsole
Abbildung 4: Übersichtlich: HTML-Ausgabe von LinkChecker

Toppler – kleine grüne Männchen erobern Linux

Schon vor einiger Zeit hat eine Schar von Spieleentwicklern Linux als Plattform entdeckt und sorgt mit neuen Ideen oder der Portierung von Klassikern für Kurzweil unter den Pinguinfreunden. Toppler (http://toppler.sourceforge.net/index_de.html) ist eine Reimplementierung des Klassikers Tower Toppler für den C64 (1989). Im Gegensatz zu den meisten anderen Jump-and-Run-Spielen dirigiert man seine Spielfigur nicht an einer Wand entlang, sondern läuft um einen Turm herum. Ziel ist es, unbeschadet den Ausgang an der Spitze des Turmes zu erreichen. Dies wäre nicht weiter schwierig, gäbe es nicht eine ganze Reihe Fallen und Gegner. Zur Verteidigung bleibt dem kleinen grünen Held nur das Werfen von Schneebällen, was die meisten Gegner aber relativ kalt lässt. So ebnen letztlich nur die richtige Strategie und viel Geschick den Weg an die Spitze. Verschiedene Schwierigkeitsstufen und ein eingebauter Level-Editor garantieren, dass es nicht zu schnell eintönig wird.

Abbildung 5: Geschicklichkeit entscheidet schon im ersten Level über Sieg oder Niederlage

Mit smartmontools die Festplatte im Auge

Eine defekte Festplatte ist das Horrorszenario eines jeden Benutzers. Existiert dann keine aktuelle Sicherungskopie der Daten, ist der Albtraum perfekt. Damit ein Festplattendefekt nicht aus heiterem Himmel auftritt, verfügen neuere Platten über ein "Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology System" (kurz S.M.A.R.T. genannt). Wird es vom BIOS des jeweiligen PCs unterstützt, erscheinen beim Booten Warnmeldungen, wenn etwas nicht stimmt. Mit den smartmontools (http://smartmontools.sourceforge.net/) ist nun auch der Zugriff auf die SMART-Informationen der Festplatte im laufenden Betrieb möglich.

Je nach Konfiguration erfährt der Benutzer lediglich den Gesundheitszustand seiner Platte oder erhält ein umfangreiches Krankenblatt. Darin enthalten sind eventuell aufgetretene Probleme samt der zugehörigen Register-Informationen, was aber eher für Techniker relevant sein dürfte. Neben der Auswertung der verschiedenen SMART-Daten lassen sich auch die SMART-Einstellungen ändern. Sensibilität sowie die Reaktion beim Auftreten eines Fehlers können den eigenen Anforderungen angepasst werden – für die meisten Einsatzgebiete dürfte aber die Werkseinstellung völlig ausreichen. Wer die erweiterten Funktionen der smartmontools nicht benötigt, findet in ihnen dennoch ein effizientes Tool, das den Status der Festplatte kontrolliert und im Zweifelsfall einen Plattentest vornimmt.

Abbildung 7: Je nach Konfiguration beschränkt sich smartmontools entweder auf das Wesentliche …
Abbildung 8: … oder liefert eine ausführliche Diagnose

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