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Bunt gemischt für Jedermann

Mehrere Distributionen nebeneinander installieren

Home-Zusammenführung

Wir gehen davon aus, dass unter Mandrake das gleiche Benutzer-Heimverzeichnis zur Verfügung stehen soll wie unter SuSE – mit den jeweiligen distributionsspezifischen Anpassungen in den Menüs. Das wirft Probleme auf, da etwa die Konfigurationsdateien für den Desktop bei beiden Distributionen gleich heißen, jedoch unterschiedliche Einstellungen enthalten. Beim Start des Systems muss also das Home-Verzeichnis an die gerade laufende Distribution angepasst werden. Auf der anderen Seite ist es wünschenswert, eine identische Konfiguration bei bestimmten Programmen verwenden zu können – so braucht etwa KMail nur einmalig eingerichtet zu werden, oder die Darstellung im Midnight Commander soll stets gleich sein. Für diese Vermischung sind bei der zweiten und jeder weiteren Distribution Anpassungen beim Benutzer-Home erforderlich.

Bei der Installation hat Mandrake das Home-Verzeichnis des Standard-Benutzers auf /dev/hda8, also der Mandrake-System-Partition, angelegt. Für die Verkopplung der beiden Distributionen mounten Sie zunächst die Home-Partition /dev/hda6 und verschieben dann das Home-Verzeichnis des Mandrake-Benutzers, hier mdoelle, auf die Home-Partition. Für den Symlinker von [1] muss zudem der Name in .Mandrake geändert werden. Schließlich unmounten Sie die Home-Partition wieder:

mount /dev/hda6 /mnt/disk
mv /home/mdoelle /mnt/disk/mdoelle/.Mandrake
umount /mnt/disk

Die Home-Partition soll zukünftig unter /home eingehängt werden, daher muss die folgende Zeile als dritte in der Datei /etc/fstab eingefügt werden:

/dev/hda6 /home ext2 defaults 1 1

Nach Speichern der Datei wird mittels mount -a die Home-Partition an der richtigen Stelle wieder eingefügt. Jetzt müssen Sie sich um die Angleichung der Benutzer- und Gruppen-IDs kümmern, sie ist bei SuSE und Mandrake nämlich stark verschieden. So legt Mandrake für jeden Benutzer eine eigene Gruppe an, die den gleichen Namen wie der Benutzer und die gleiche ID trägt – beim ersten Benutzer ist das die Gruppen-ID 501. Eine gemeinsame Gruppe users, wie sie SuSE für alle Benutzer verwendet, gibt es zwar bei Mandrake auch, ihr gehört jedoch niemand an.

Benutzer normieren

Es ist sinnvoll, die Benutzer- und Gruppen-Einstellungen des Arbeitssystems bei der neuen Distribution einzurichten. Dazu müssen Sie unter Mandrake die Datei /etc/passwd per Text-Editor anpassen. Jede Zeile der passwd steht für einen Benutzer, die Felder sind durch Doppelpunkte getrennt:

mdoelle:x:501:501:Mirko Dölle:/home/mdoelle:/bin/bash

Das erste Feld jeder Zeile enthält den Benutzernamen. Im einfachsten Fall übernehmen Sie einfach den entsprechenden Eintrag von SuSE Linux 8.1; ansonsten tragen Sie in der dritten Spalte die neue Benutzer-ID (500) und in der vierten die neue Gruppen-ID (100) ein. Der fertige Eintrag sieht ungefähr so aus:

mdoelle:x:500:100:Mirko Dölle:/home/mdoelle:/bin/bash

Damit ist die Umstellung aber noch nicht komplett: Wem eine Datei gehört, wird bei Linux lediglich numerisch, genauer gesagt durch die Benutzer- und Gruppen-ID, festgelegt. Deshalb müssen alle Dateien mit Benutzer-ID 501 und Gruppen-ID 501 unseren Änderungen in der /etc/passwd entsprechend nun Benutzer 500 und Gruppe 100 gehören. Die folgenden zwei Befehle erledigen dies im gesamten System:

find / -gid 501 -exec chgrp 100 "{}" \;
find / -uid 501 -exec chown 500 "{}" \;

Etwaige Fehlermeldungen im Zusammenhang mit CD- oder Diskettenlaufwerken sowie Dateien im Verzeichnis /proc können Sie ignorieren.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 06/2012

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