Home / LinuxUser / 2003 / 03 / Mail-User-Agenten: Balsa, KMail, Mulberry, Mutt und Sylpheed

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(233 Punkte bei 16 Stimmen)
Re: War doch klar...
(162 Punkte bei 6 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Einfach nur ein Mail-Programm

Mail-User-Agenten: Balsa, KMail, Mulberry, Mutt und Sylpheed

01.03.2003 Eine so lebenswichtige Angelegenheit wie E-Mail mag kaum jemand dem Zufall überlassen. Schließlich gibt es Spezialisten – von denen jeder andere Ansprüche bedient. Bleibt die Frage: Welcher Mail-User-Agent ist der richtige für mich?

Das alte Unix-Paradigma, dass ein Programm schlanker Spezialist für eine Aufgabe sein soll statt als eierlegende Wollmilchsau vor lauter Funktionalität gar nichts richtig ordentlich zu machen, gilt nicht nur für die vielen kleinen Shell-Tools, sondern auch bei der Anwendungssoftware: Stärker als User anderer Betriebssysteme bevorzugen Unixer zum Lesen, Bearbeiten und Verwalten ihrer E-Mails Programme, die sich genau auf diese Aufgaben spezialisieren.

Natürlich ist die Entwicklung auch hier nicht stehengeblieben, und so hat die Benutzerin wie bei kaum einer anderen Anwendungsklasse die Qual der Wahl: Moderne "Mail User Agents" (MUAs) kommen heute auch unter Linux bevorzugt mit grafischer Benutzeroberfläche und Mausbedienung daher. Sie verwalten nicht mehr nur lokale Mailboxen, sondern auch solche auf entfernten POP3- oder IMAP-Servern. Selbst zum Versenden von Mails sind die meisten nicht mehr auf einen lokalen MTA angewiesen, sondern sprechen genug SMTP, um die ausgehenden Mails bei einem Smarthost abzuliefern.

Hinzu kommt jede Menge Zusatzfunktionalität, die das Mail-Schreiben und -Lesen einfacher macht. Spätestens hier scheiden sich dann die Geschmäcker, denn was dem einen User wichtig ist, ist der anderen Benutzerin ein Greuel. Die beliebtesten Standalone-MUAs nehmen wir im folgenden genauer unter die Lupe.

Balsa

Schon bei der Versionswahl stellt balsa den Benutzer vor die Qual der Wahl. Soll man nun die brandneue GTK-2-Version nehmen oder doch lieber auf Bewährtes setzen und Version 1.4.2 wählen? Da beide vom Funktionsumfang her vergleichbar sind, die meisten Distributionen schon auf GNOME 2 setzen und die GTK-2-Version intensiver weiterentwickelt wird, ist Version 2.0.5 Gegenstand des Tests.

Die erste – so überflüssige wie lästige – Hürde erwartet den Anwender bereits bei der Einrichtung, führen doch die Einträge wie smtp.provider.de für den zu nutzenden SMTP-Server nicht zu einem funktionierenden Ergebnis. Unverständlicherweise versucht balsa, ausgehende Mails über Port 587 loszuwerden, ein Versuch, der bei fast keinem Mail-Provider zum Erfolg führt. Zwar empfehlen die einschlägigen RFCs diesen Port explizit für den Zweck der Mail-Weiterleitung, de facto benutzen die Provider jedoch den normalen SMTP-Port 25. Erst ein SMTP-Server-Eintrag der Form smtp.provider.de:smtp führt zu einer funktionierenden Konfiguration.

Störend wirkt auch die in einigen Bereichen unintuitive Bedienung: Sprachenwirrwarr und unübersichtliche Dialoge wie in Abbildung 1 machen nicht nur den Einstieg zur Qual. Zudem ist es nicht möglich, aus balsa heraus ein Adressbuch anzulegen. Um ein solches zu nutzen, muss bereits ein mit gnome-card erstelltes vorhanden sein.

Abbildung 1: Sprachen-Mischmasch in den Konfigurationsmenüs von Balsa

Dabei ist balsa durchaus einen Blick wert, wenn man ein schnelles, sich gut in GNOME 2 integrierendes Mail-Programm haben will und auf Dinge wie GnuPG-Unterstützung und mehrere SMTP-Server verzichten kann. Interessant ist z. B. die Möglichkeit, seine Mail-Ordner nicht in einer Baumstruktur, sondern in Registerkarten anzuordnen: So gewinnt man den Platz zurück, den die Baumansicht verschwendet. Auch bei verschiedenen Encoding-Einstellungen in Body und Betreff einer Mail kommt balsa nicht in's Schleudern (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zeichensätze sind für Balsa kein Problem

Der Betrieb mit POP-Postfächern und lokalen Mailboxen gestaltet sich schnell und stabil. Das kann man von der IMAP-Funktionalität leider noch nicht behaupten – was von diesem Standard bereits implementiert ist, erweist sich als recht absturzfreudig. Aktionen wie das Kopieren einzelner Mails oder das Anlegen eines Unterordners führen häufig zum Einfrieren des Programms. Merkwürdig reagiert balsa auch auf's Löschen einer Mail auf dem Server: Selbst nach einem Rescan des Ordner-Baums zeigt es gelöschte Mails bisweilen noch an, und die sporadischen Fehlermeldungen, die Verbindung zum IMAP-Server sei abgebrochen, die öfters auftreten, wenn man den Ordner wechselt, stärken nicht gerade das Vertrauen des Anwenders.

Sylpheed

Aus Japan stammend erfreut sich sylpheed [1] auch hierzulande immer größerer Beliebtheit. Der Grund dafür liegt in der Schnelligkeit und Funktionsvielfalt des Programms, welches neben der Mail-Verwaltung auch als Newsreader verwendet werden kann. Die Dreifenster-Optik und die gute deutsche Lokalisierung führen dazu, dass auch Umsteiger von anderen Mail-Programmen sich schnell mit der Bedienung zurechtfinden (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mail- und News-Konten in Sylpheed

Wer keinen lokalen MTA betreibt, trifft mit sylpheed eine gute Wahl, da sich beliebig viele Mail-Konten mit unterschiedlichen SMTP-Servern einrichten lassen.

Neben der soliden und schnellen Mail-Verwaltung sind es die kleinen Dinge, die sylpheed so attraktiv machen. Verfügt man z. B. über mehrere Mail-Adressen, legt man für die einzelnen Ordner einen Standard-Account fest. Einmal eingerichtet achtet sylpheed darauf, dass beispielsweise Post an Mailinglisten nur mit der Absenderadresse verschickt wird, unter welcher Sie die Liste abonniert haben. Über das unter Einstellungen / Aktionen erreichbare Menü kann man zusätzlich die Funktionalität externer Programme in sylpheed einbinden. Wem etwa die Möglichkeit fehlt, rot13-kodierte Mails zu verschicken, erstellt im Aktionsmenü einen entsprechenden Eintrag. Dazu fügt man das Kommando

|tr a-zA-Z n-za-mN-ZA-M|

ins Feld Befehlszeile ein. Unter Menüname erhält das Kind einen Namen, und nach Klick auf Registrieren steht die Aktion unter dem Menüpunkt Werkzeuge / Aktionen zur Verfügung.

Solche netten Features bietet sylpheed einige: Sogar auf die bei Gnus-Nutzern [2] so beliebten XFaces muss man nicht verzichten.

Wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten, und hier stellt der integrierte Editor wohl das dunkelste Plätzchen dar. Von der Editierfunktion her nicht sonderlich komfortabel, verschickt sylpheed oftmals Mails mit überlangen Zeilen, ein Verhalten, das man durch den Einsatz eines externen Editors korrigieren kann. Auch die standardmäßig zweizeilige Einleitungszeile stößt nicht bei jedem Korrespondenzpartner auf Gegenliebe – hier ist eine manuelle Nachbesserung fällig. Ähnlich stört, dass das Verschieben eines zusammengeklappten Threads in einen anderen Ordner nur die erste Mail desselben tatsächlich bewegt.

Bei der aktiven Entwicklung des Programms können jedoch heute vermisste Funktionen bereits morgen zur Verfügung stehen. Wer die neuesten Features nicht schnell genug bekommen kann, schaue sich die Entwicklerversion namens sylpheed-claws an [3], die zu Redaktionsschluss u. a. eine Mail-Abfrage unter Nutzung von SMTP after POP und Scoring bot. Als Bleeding-Edge-Version kann sylpheed-claws allerdings auch schwerwiegende Fehler enthalten, weshalb sich ein zumindest gelegentlicher Blick ins Archiv der entsprechenden Mailingliste [4] empfiehlt.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1016 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

Ubuntu 11.10 Compiz 3D Cube flackern
Moritz Obenauer, 12.02.2012 12:25, 0 Antworten
Hallo! Ich habe Ubuntu 11.10 mit Unity und den Compiz 3D Cube ein gerichtet. Er funktioniert...
Suse 12.1 Bootvorgang bleibt seit Update stehen
Wimpy *, 12.02.2012 09:22, 2 Antworten
Seit Update auf Kernel 3.1.9-1.4-desktop i686 bleibt der Bootvorgang stehen. Es erscheint der gr...
N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 1 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...