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Büchertruhe

Korner: Bookcase

01.03.2003 Spätestens wenn die Suche nach einem Buch mehr als fünf Minuten dauert, wird es Zeit für eine Literaturdatenbank. Bookcase verwaltet die Büchersammlung, ohne dass ein Datenbankserver aufgesetzt werden muss.

Ob man nun an der Uni die Übersicht über die empfohlene Literatur behalten will oder es einfach satt hat, ständig zu vergessen, welches der eigenen Bücher sich die beste Freundin beim letzten Besuch ausgeliehen hat – wenn die Übersicht über den Lesestoff verloren geht, schlägt die Stunde von Bookcase. Dieses Programm zur Verwaltung kleiner Literatursammlungen speichert die Datensätze menschenfreundlich in einer Textdatei im XML-Format. Die DTD [1] der Datenbankdatei ist auf der Programm-Homepage [2] verfügbar.

Installation

Zur Übersetzung des Quelltextes benötigt der interessierte Bücherwurm neben KDE 3.x nur noch die Bibliotheken libxml und libxslt, die bei jeder neueren Distribution dabei und meistens auch schon installiert sind.

Das Quelltextarchiv von [2] oder von der Heft-CD entpacken Sie mit dem Befehl

tar -xzvf bookcase-0.4.1.tar.gz

und wechseln ins neu entstandene Verzeichnis bookcase-0.4.1. Durch Eingabe von ./configure bereiten Sie die Übersetzung vor, die Sie mit make starten. Ein abschließendes make install, eingegeben als root, installiert das Programm. Auf den Befehl bookcase & in einem Kommandozeilenfenster hin startet nun die Literaturverwaltung (Abbildung 1).

Benutzerinnen von Mandrake 9.0 sparen sich die ganze Übersetzung, indem sie das rpm-Paket, das ebenfalls auf der Heft-CD zu finden ist, als root mit dem Befehl rpm -i bookcase-0.4.1-1lrs.i586.rpm einspielen.

Abbildung 1: Die Bücherkiste, gut gefüllt

Her mit den Büchern!

Das Bookcase-Programmfenster zeigt links die Datensätze in einer Baumansicht, rechts oben die Liste der Bücher und rechts unten die Dateneingabemaske. Letztere teilt sich in vier Bereiche ein, die Sie über Karteireiter erreichen. Hinter dem Reiter General verbergen sich Felder für Titel, Untertitel und Autor, zur Art der Bindung und zum Preis. Publishing nimmt Informationen zum Erscheinungsort und -jahr, zur Auflage und zum Umfang des Buchs auf. Auch die ISBN-Nummer legen Sie hier ab. In den Bereichen Classification und Personal finden eine Bewertung des Schmökers in Schulnotenform, Notizen und Stichworte zum Inhalt Platz.

Zum Anlegen eines neuen Buchs klicken Sie ganz simpel in der Eingabemaske auf New Book und geben die gewünschten Daten ein. Praktischerweise bietet das Programm für die Felder Author, Publisher und Language eine Eingabehilfe an, die in der Datenbank bereits vorhandene Einträge zur Vervollständigung anbietet (Abbildung 2).

Abbildung 2: Eingabehilfen

Diese Feature konfigurieren Sie, indem Sie mit der rechten Maustaste in eines der Felder klicken und aus dem Kontextmenü Auto Completion wählen. Vier Möglichkeiten eröffnen sich: Automatic und Short Automatic ergänzen das Wort beim Schreiben, ähnlich wie in einer Textverarbeitung. Die Option Dropdown List öffnet wie in der Adresszeile eines Web-Browsers ein Auswahlmenü mit ähnlichen Einträgen, und Manual schließlich bietet ein Auswahlmenü an, wenn die Anwenderin während der Dateneingabe die Tastenkombination [Strg-E] drückt. None schaltet die Eingabehilfe aus.

Ein Klick auf Add Book speichert den Datensatz; er erscheint nun in der Baumansicht und in der Liste.

Zum Bearbeiten eines Bucheintrags wählen Sie ihn in der Baum- oder Listenansicht per Mausklick an, um ihn dann in der Dateneingabemaske zu verändern. Ein Klick auch Modify Book speichert den Datensatz. Zum Löschen wählen Sie den Kandidaten aus und klicken auf Delete Book oder wählen Delete aus dem Kontextmenü der Bücherliste. Bei all dem macht sich jedoch auch eine Schwäche des Programms bemerkbar: Dass die Anwenderin zum Wechseln der Tabs immer zur Maus greifen muss, hemmt die Bearbeitungsgeschwindigkeit. Mehr Tastenkürzel für die Dateneingabe stehen auf dem Wunschzettel.

Das Speichern der Datenbank erfolgt wie gewohnt mit der Tastenkombination [Strg-S]; dabei hat sich allerdings ein Programmfehler eingeschlichen: Selbst wenn Sie bereits einen Dateinamen vergeben haben, erscheint immer wieder der "Speichern Unter"-Dialog, und Sie müssen den Dateinamen erneut eingeben. Ärgerlicherweise merkt sich Bookcase auch das zuletzt benutzte Verzeichnis nicht, so dass Sie sich in diesem immer wieder neu zum Verzeichnis hangeln müssen, in dem die Datei liegt.

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LinuxUser 06/2012

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