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Ordnung ist das halbe Leben

GTKtalog

Fallen

Bevor Sie die nötige Ordnung schaffen können, gilt es einige Fallen und Stolpersteine zu umgehen. Sollten Sie keine Informationen über eingelesene Dateien erhalten, fehlen wahrscheinlich die entsprechenden Programme oder die Pfadangaben stimmen nicht. Suchen Sie beispielsweise mit

which unzip

nach dem Binary von unzip und korrigieren den Pfad in Einstellungen/Virtuelle Datei Systeme.

Wenn Sie nach dem Einlesen einer CD nur seltsame Zeichen wie in Abbildung 2 sehen, dann kommen sich gtktalog und übereifrige Programme wie automount in die Quere. Beim Autor lief gtktalog nur vernünftig, wenn die CD in einem Terminal-Programm eingehängt wurde, bevor gtktalog eine CD einlas.

Nach dem ersten Start des Programms sehen Sie möglicherweise nur ein sehr kleines Fenster, das keine Informationen enthält. Ziehen Sie es auf eine Breite von mindestens 600 Pixeln, dann sehen Sie auch die Icons und Bildunterschriften in der Menüleiste sowie die einzelnen Kategorien, in denen die Informationen gespeichert werden.

Abbildung 2: Probleme beim Mounten.

Erste Schritte

Wenn Sie erfolgreich alle Hürden überwunden haben, können Sie endlich in den Genuss des Programms kommen. Erstellen Sie einen neuen Katalog (Datei/Neuer Katalog). Alle Informationen werden in Katalogen abgelegt. Sie sollten sich überlegen, welche Kataloge Sie erstellen wollen, damit Sie Ihre CDs nicht mehrmals einlesen müssen.

Sie können die Datenträger nach Betriebssystemen, Werbe-CDs und anderen Kategorien einteilen. Vielleicht legen Sie einen eigenen Katalog für die LinuxUser Heft-CDs an, dann finden Sie die gewünschten Dateien schneller wieder. (Auf der LinuxUser-Jahres-CD 2002 finden Sie übrigens einen GTKtalog-Index aller LinuxUser-Heft-CDs 2002.)

Mit Katalog/CD hinzufügen starten Sie den Einlesevorgang, nachdem Sie eine CD eingelegt haben. Das Einlesen dauert relativ lange, wenn auf der CD viele Archive enthalten sind, da gtktalog auch den Inhalt der Archive untersucht. Abbildung 3 zeigt den Verzeichnisbaum einer Red-Hat-CD und Informationen, die einem RPM-Archiv entnommen wurden.

Abbildung 3: Der Inhalt einer Red Hat 7.3 CD.

Neben den Katalogen sollten Sie Ihre CDs in Kategorien einteilen. Über Katalog/Kategorien editieren können Sie die Kategorien hinzufügen. Der Vorteil besteht darin, dass Sie sich bei der Suche nach Dateien auf eine Kategorie beschränken können.

Haben Sie einen Text erstellt, dessen Name beispielsweise window enthält, ergibt es Sinn, nur in der Kategorie Texte zu suchen, anstatt alles abzuklappern. Mit Hilfe der Kategorien können Sie zum Beispiel auf einer CD aus dem Katalog Backup innerhalb der Kategorie Linux suchen, um die Suche zu beschleunigen, wenn die gesuchte Datei eine HTML-Seite zum Thema Window Maker ist. Ohne diese Einschränkung würden Sie auch diverse Dateien mit window im Dateinamen finden.

Nachdem Sie einige CDs eingelesen haben und etwas Zeit vergangen ist, suchen Sie sicherlich mal wieder nach einer Datei. Oft kennen Sie noch den Dateinamen oder einen Teil davon. Im Beispiel suchen wir nach einer Datei zum Thema Weimarer Republik. Wählen Sie den Menüpunkt Bearbeiten/Datei suchen aus.

Im nächsten Fenster können Sie gleich den Namen der gesuchten Datei eingeben. Wenn Sie allerdings in Archivdateien nach den Weimar-Unterlagen gucken wollen, müssen Sie auf die Schaltfläche mit der Aufschrift Mehr>> klicken und dort unter Datum und Größe die Option auch in VFS suchen auswählen.

Wenn Sie wissen, dass die gesuchte Datei auf einer bestimmten CD ist, Ihnen nur entfallen ist wo, können Sie unter Name und Lokation die gesuchte CD auswählen.

Spätestens jetzt beginnen die Kataloge, die Sie angelegt haben, sich auszuzahlen. Suchen Sie nach einer bestimmten MP3-Datei, müssen Sie Ihre LinuxUser-Heft-CDs nicht durchsuchen lassen und sparen Zeit. Rufen Sie über Datei/Öffnen den passenden Katalog auf und legen Sie mit der Suche los.

Wenn Sie die CDs in unterschiedlichen Katalogen statt in einer einzigen Datei abgelegt haben, geht das Laden der Datenbank sehr viel schneller vonstatten.

In den meisten Fällen reicht es sicher aus, wenn Sie bei der Datensuche aus dem Auswahlmenü Datei-Namen-Übereinstimmung die Option Enthält aussuchen. Falls Sie mit den Feinheiten von Linux vertraut sind oder sich weiter vertraut machen wollen, können Sie auch reguläre Ausdrückeauswählen, um die Suche noch zu verfeinern.

Wenn Sie viele CDs oder andere Datenträger mit unverständlichen Inhaltsangaben besitzen oder gerne die neueste Linux-Distribution aus dem Internet herunterladen, kann GTKtalog sich als nützlich erweisen. Besonders angenehm ist seine Eigenschaft, in Archiven zu suchen. Damit sich der Aufwand bei der Installation lohnt, sollten Sie in Zukunft Ihre CDs regelmäßig mit gtktalog einlesen.

Abbildung 4: Weimar verzweifelt gesucht

Glossar

Gtk+

Das GIMP Toolkit. Eine Bibliothek für grafische Benutzeroberflächen, die ursprünglich für den Photoshop-Klon GIMP geschrieben wurde.

RPM

Der Red Hat Package Manager. RPM wurde von Red Hat entwickelt und vereinfacht die Installation von Software durch die automatische Auflösung von Abhängigkeiten.

Mime-Typen

Mime steht für Multipurpose Internet Mail Extensions. Die Spezifikation galt ursprünglich für E-Mails mit Attachments. Solche so genannten Multipart-Mails enthalten die gesamten zu übertragenden Daten in einer Datei. Innerhalb der Datei musste eine Konvention gefunden werden, wie die einzelnen Teile (z. B. Text der Mail und angehängtes Archiv) voneinander zu trennen seien. Deshalb wurde ein Schema entwickelt, das der Software mitteilt, um welchen Datentyp es sich jeweils handelt. Weitere Information finden Sie z. B. unter [7].

eingehängt

Unter Linux werden Festplatten, Disketten, CDs, und ähnliches durch den Befehl mount in das Dateisystem eingehängt. Das Programm automount macht das, was der Name schon sagt: Es hängt Disketten oder CDs automatisch ins Dateisystem ein. Für Umsteiger von Windows sicher eine kleine Annehmlichkeit, weil kein manuelles Mounten nötig ist.

reguläre Ausdrücke

… sind Muster (Patterns), die auf eine Zeichenkette angewendet werden können, um feststellen zu können, ob die Zeichenkette bestimmten Vorgaben entspricht (nur Zahlen, zwei Wörter etc.), oder um bestimmte Teile des Textes, die zum Teil variabel sein können, zu ersetzen.

Infos

[1] GTKtalog Homepage: http://www.freesoftware.fsf.org/gtktalog/gtktalog.de.html

[2] Gtk Homepage: http://www.gtk.org

[3] Gnome Homepage: http://www.gnome.org

[4] Björn Ganslandt: GNOME 2, Alles neu macht der Mai. LinuxUser 06/2002, S. 58-61

[5] RPM Homepage: http://www.rpm.org

[6] Mp3info: ftp://metalab.unc.edu/pub/linux/apps/sound/mp3-utils/mp3info

[7] SelfHTML: http://selfhtml.teamone.de/diverses/mimetypen.htm

Der Autor

Thomas Zell beschäftigt sich seit vier Jahren mit Linux und Unix und versucht, die Übersicht über seine CDs zu behalten. Zu erreichen ist er über http://www.allroy.de.

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LinuxUser 06/2012

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