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Ordnung ist das halbe Leben

GTKtalog

01.03.2003 Wenn die Rohlinge, Werbe-CDs und Backups sich auf oder neben dem Schreibtisch stapeln und auf der Suche nach einer Datei die 15. CD erfolglos durchsucht wurde, hilft das Programm GTKtalog.

Mit GTKtalog können Sie Ihre Datenträger katalogisieren. Legen Sie Datenbanken an, die Datei- und Verzeichnisstrukturen von CDs, Disketten und Festplatten wiedergeben. Sie können so, ohne den Datenträger eingelegt zu haben, die Inhalte durchsehen und sich die Inhalte von Archiven anzeigen lassen.

Die Dateien und Verzeichnisse können in Kategorien eingeteilt werden, und Sie können ihnen Beschreibungen hinzufügen. Der Katalog kann unter Verwendung von Suchkriterien wie Dateinamen, Kategorie, Beschreibung und/oder Dateiinformationen durchsucht werden. Als Ergebnis wird der Datenträger genannt, der die gesuchte Datei enthält.

Installation

Als Erstes müssen Sie sich das Programm besorgen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Version 1.0 aktuell. Sie finden sie auf der Heft-CD oder auf der Homepage von GTKtalog [1]. Wenn es für Ihre Distribution kein kompiliertes Paket gibt, entpacken Sie das Archiv in ein Verzeichnis Ihrer Wahl und wechseln mit cd hinein.

Voraussetzung für die Installation sind der GCC-Compiler und Gtk+1.2.6 oder neuer. Mit der üblichen Befehlsfolge kompilieren und installieren Sie das Programm.

./configure && make
su
make install

Sie können GTKtalog versuchsweise auch in einer GNOME-2-Variante einsetzen. Die nötigen Informationen finden Sie im Kasten 1. Jetzt ist auch der Zeitpunkt günstig, die benötigten Hilfsprogramme zu installieren: Wenn Sie Red Hat, SuSE, Mandrake oder eine andere Distribution nutzen, die auf RPM-Paketen basiert, ist RPMbei Ihnen schon installiert.

Falls nicht, finden Sie rpm unter [5]. Die meisten anderen Programme bringt GTKtalog schon mit und installiert sie in /usr/lib/gtktalog. Wenn Sie auch Informationen über Ihre MP3-Dateien erfassen wollen, benötigen Sie mp3info. Quellpakete und kompilierte Programme finden Sie unter [6].

Konfiguration

Möglicherweise müssen die Angaben bei den Einstellungen/Platten-Einstellungen und den Einstellungen/Such-Optionen/Informations-Module geändert werden. Abbildung 1 zeigt, wie die Pfade für die Informations-Module meist angepasst werden müssen. Haben Sie gtktalog selbst kompiliert, lautet der Pfad standardmäßig /usr/local/lib/gtktalog.

Die Pfadangaben unter Einstellungen/Platten-Einstellung können Sie im Normalfall übernehmen. Lediglich den Mount-Punkt für Ihr CD-ROM-Laufwerk müssen Sie gegebenenfalls korrigieren. Bei Mandrake lautet der Pfad zum Beispiel /mnt/cdrom, bei SuSE /media/cdrom und bei Debian /cdrom.

Falls Ihnen die mitgelieferten Icons nicht gefallen, können Sie neue Icons für verschiedene Dateitypen angeben. Die Icons müssen als XPM-Dateien vorliegen. Reichen die Mime-Typen nicht aus, können Sie eigene definieren.

Die nächsten Punkte Allgemeine Optionen und Optionen für Laden und Speichern erklären sich von selbst. Hier können Sie sich ganz nach Belieben austoben und zum Beispiel beim Start immer Ihre Datenbank mit den Heft-CDs automatisch laden und die Darstellung des Datums verändern.

Der Unterpunkt Virtuelle Datei-Systeme sollte so wie in Abbildung 1 bei den Informations-Modulen nur mit grünen Punkten dargestellt werden. Bei Fehlermeldungen vergewissern Sie sich, dass Sie alle nötigen Programme installiert haben und die Pfade stimmen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Pfade für die Informationsmodule müssen eventuell angepasst werden

Kasten 1: GTKtalog mit GNOME 2

Wer seine Linux-Distribution auf dem neuesten Stand haben will, kommt um GNOME 2 nicht herum. In [4] finden Sie einen Überblick über die Verbesserungen und Veränderungen, die GNOME 2 bringt. Wenn Sie GTKtalog mit GNOME-2-Unterstützung kompilieren wollen, rufen Sie configure folgendermaßen auf:

configure --enable-gnome2

Kompilieren Sie wie gewohnt das Programm mit make und installieren es mit make install.

Nach dem ersten Aufruf durch die Eingabe von gtktalog in einer beliebigen Terminal-Emulation werden Sie von einem Splashscreen begrüßt. Anschließend präsentiert sich das Programm in neuem Gewand und nutzt die GNOME-2-Icons und -Schriften mit Anti-Aliasing.

Leider ist die GNOME-2-Version zum aktuellen Zeitpunkt kaum benutzbar. Die Fenster sind beim ersten Aufruf viel zu klein. Zwar können Sie die Größe ändern (gtktalog merkt sich die Änderungen netterweise), aber im Hauptfenster können Sie den Inhalt Ihrer CDs leider nicht ansehen.

Einlesen können Sie CDs mit dieser Version ebenfalls nicht. Aber wenn Sie das Programm eingerichtet haben und nach einer Datei suchen, ist das bereits möglich. Dazu müssen Sie die alte Version von gtktalog wie oben beschrieben installieren und benutzen. Konfigurieren und kompilieren Sie das Programm anschließend mit GNOME-2-Unterstützung.

Rufen Sie aber nicht make install auf. Der Start dieser Version erfolgt durch die Eingabe von src/gtktalog/gtktalog & im Verzeichnis gtktalog-1.0.0. Ignorieren Sie die Fehlermeldung über den nicht gefundenen Splashscreen und suchen Sie nach den gewünschten Dateien.

Glücklicherweise geht die Entwicklung unter Linux meist recht schnell voran, so dass die nächste Version diese Probleme vielleicht behebt.

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