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Dr. Linux: Knoppix

Immer und immer wieder

Muss ich jedesmal meine Einstellungen und Konfigurationsdaten erneuern, wenn ich Knoppix starte?

Dr. Linux: Da man auf eine CD-ROM nichts mehr schreiben kann, im Prinzip ja. Aber natürlich gibt es einen Trick, mit dem sich dieses Ärgernis umgehen lässt: Speichern Sie Ihre Konfigurationsdaten einfach auf einer DOS- oder Ext2-formatierten Diskette, die Sie dann jeweils beim Booten einlesen lassen. Knoppix wäre nicht Knoppix, wenn sich dies nicht mit ein paar Mausklicks erledigen ließe: Gehen Sie im KDE-Menü über den Punkt KNOPPIX zum Untermenü Konfiguration, und wählen Sie dann Knoppix-Konfiguration speichern (Abbildung 3) aus. (Auf der Konsole können Sie das Programm mit dem Befehl saveconfig starten.)

Abbildung 3: Wider das Vergessen beim Reboot

Sie bekommen zunächst ein Auswahlmenü wie in Abbildung 4. Wenn Sie entschieden haben, welche Kategorie Einstellungen Sie sich "merken" lassen wollen, klicken Sie den entsprechenden Menüpunkt an und werden nach dem Bestätigen mit dem OK-Button aufgefordert, die vorformatierte Diskette einzulegen. Falls Sie keine formatierte Floppy aus der Schublade ziehen können, hält Knoppix im KDE-Menü hinter dem Punkt Dienstprogramme das Programm KFloppy bereit, das die Formatierung erledigt.

Ruckzuck beschreibt Knoppix diese Diskette mit den wichtigen Dateien, und zwar in gepackter Form als tar.bz2-Archiv configs.tbz. Hinzu kommt ein on-the-fly erstelltes Skript namens knoppix.sh, das beim nächsten Booten die Aufgabe übernimmt, die gespeicherten Konfigurationsdateien wieder einzulesen.

Abbildung 4: Welche Konfigurationsdaten sollen gespeichert werden?

Abbildung 5: Die gespeicherte Konfiguration kann nun beim Booten eingelesen werden

Dies funktioniert allerdings nur, wenn Sie Knoppix den Boot-Parameter floppyconfig beim Start mitgeben: Booten Sie die Knoppix-CD dazu wie gewohnt. Dabei sollte die Diskette möglichst noch nicht im Laufwerk liegen, damit das BIOS das Betriebssystem nicht fälschlicherweise von Diskette statt von CD zu starten versucht. Am Knoppix-Boot-Bildschirm erscheint unten am linken Rand der sogenannte Boot-Prompt (Listing 1), der es erlaubt, mit (Kernel-)Boot-Parametern Einfluss auf den Boot-Vorgang zu nehmen.

Will man dies tun, muss die Eingabe dem Schema Kernel-Name Option1 Option2 Option3 usw. folgen. Der Knoppix-Betriebssystemkern heißt knoppix, die entsprechende Option zum Lesen einer Konfigurationsdiskette floppyconfig. Schieben Sie die Floppy ins Laufwerk, tippen Sie knoppix floppyconfig, drücken Sie [Enter] – fertig.

Falls Ihnen am Boot-Prompt nach der Eingabe ein knoppix floppzconfig entgegen blickt, haben Sie eine englische Knoppix-CD erwischt. Bei der sind die Tasten Ihres Keyboards amerikanisch belegt: Das gesuchte y verbirgt sich dabei hinter der deutschen [Z]-Taste.

Wenn Ihnen nicht entgangen ist, dass der Boot-Parameter in Abbildung 5 mit knoppix floppyconf bezeichnet wird, müssen Sie jetzt nicht die Braue zücken: Diese Schreibweise steht zwar nicht im der offiziellen Dokumentationsdatei /KNOPPIX/knoppix-cheatcodes.txt, funktioniert aber ebenfalls am Boot-Prompt.

Listing 1

Knoppix-Boot-Prompt

KNOPPIX V3.1     http://www.knoppix.de/   RELEASE: 2003-01-01-BETA
Hilfe mit F2.boot:_
@KL:

Boot-Variationen

Was gibt es sonst noch für Boot-Parameter für den Knoppix-Kernel?

Dr. Linux: Wenn Sie am Boot-Prompt die Funktionstaste [F2] drücken, erscheint eine Übersicht mit möglichen Boot-Parametern; zurück geht's mit [F1]. Ferner finden Sie auf der CD im Verzeichnis KNOPPIX die Datei knoppix-cheatcodes.txt, die diese umfassender beschreibt. Tabelle 1 stellt einige Boot-Parameter vor. Da sich viele davon auf die Hardware-Erkennung beziehen, entscheidet die physikalische Ausstattung Ihres Rechners, welche sinnvoll für Sie sind.

Tabelle 1: Einige Boot-Optionen von Knoppix

Boot-Option

Bedeutung

wheelmouse Das Protokoll für Radmäuse (IMPS/2) wird benutzt.
pci=irqmask=0x0e98 Eine Option speziell für Notebooks, falls die PS/2-Maus nicht arbeiten will.
2 Knoppix im Textmodus starten (Runlevel 2).
noerkennung_für Überspringt Teile der Hardware-Erkennung. Statt erkennung_für geben Sie die entsprechende Kategorie an. Möglich sind apic, agp, apm, dma, firewire, pcmcia, scsi, swap und usb. Falls Sie kein Notebook betreiben und folglich keine PC-Karten benutzen, geben Sie beispielsweise nopcmcia an, um die entsprechende Erkennungsroutine zu überspringen.
desktop=alternative Alternativen zu KDE, möglich sind fluxbox, gnome, icewm, larswm, twm, wmaker und xfce.
blind Startet ein Braille-Terminal (kein X).
brltty=braille-parameter type, port oder table stehen als Parameter für Braille-Geräte zur Verfügung.
floppyconfig Beim Systemstart führt Knoppix das Skript knoppix.sh von einer vorher erstellten Konfigurationsdiskette aus und stellt das System entsprechend den Angaben aus der Datei configs.tbz ein (vgl. Abschnitt "Immer und immer wieder").
Während vor den oben genannten Optionen am Boot-Prompt der Parameter knoppix stehen muss, ersetzen die folgenden beiden diese Kernel-Angabe.
failsafe Fast ohne automatische Hardware-Erkennung booten.
expert Interaktives Setup für Experten.
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