Distri-Bits

01.03.2003

Während die eine Distribution ihren Siegeszug um die Welt und auf der Festplatte antritt, muss die andere um ihr Fortbestehen bangen. Die dritte steigt auf eine neue Compiler-Version um, und die vierte holt sich weitere Global Player ins Boot.

Partnerschaften

Das Gemeinschaftsprojekt UnitedLinux von SuSE, SCO (ehemals Caldera), Turbolinux und Conectiva (http://www.unitedlinux.com/), das eine herstellerübergreifend standardisierte Basis für Server-Distributionen bietet, hat mit IBM, Hewlett-Packard und AMD neue Technologiepartner gewonnen. Sie werden in verschiedenen Gremien sitzen und dadurch Einfluss auf zukünftige UnitedLinux-Produkte nehmen. Außer mit Verbesserungsvorschlägen wollen sich die drei Hersteller auch durch die Teilnahme an gemeinsamen Marketing-Aktivitäten einbringen.

Noch im ersten Quartal 2003 soll UnitedLinux 1.0 um das sogenannte "Carrier Grade Linux" (CGL, http://www.osdl.org/projects/cgl/) erweitert werden. Dieses versetzt Anbieter aus der Telekommunikationsbranche in die Lage, Dienstleistungen auf standardisierten, modularen Kommunikationsplattformen zu entwickeln und einzusetzen.

CDL wird von der Carrier Grade Linux Working Group entwickelt, einer Arbeitsgruppe unter dem Dach der "Open Source Development Labs" (OSDL, http://www.osdl.org/). Letztere gründeten Intel, IBM, Hewlett-Packard und NEC mit dem Ziel, Linux-basierte Software für Telekommunikationsprodukte zu entwickeln. Inzwischen treten neben Riesen der Telekommunikationsbranche wie Nokia, Alcatel und Ericsson auch Linux-Firmen wie Red Hat, SuSE, SCO oder Turbolinux als Sponsoren der Labs auf.

Beta-Version trotzt schlechten Zeiten

Die seit Ende 2002 offensichtlich großen finanziellen Probleme des französischen Linux-Distributors MandrakeSoft führten zu Beginn dieses Jahres dazu, dass das Unternehmen ein Gläubigerschutzverfahren beantragte. Das soll die Firma in die Lage versetzen, vorerst ihre Geschäfte weiterführen zu können.

Angesichts zuletzt gestiegener Umsätze ruft MandrakeSoft unter http://www.mandrakelinux.com/de/future.php3 (wieder einmal) Anwender und Fans dazu auf, Produkte und Dienstleistungen im hauseigenen Online-Shop käuflich zu erwerben und Mitglied im kostenpflichtigen Mandrake-Club (http://mandrakelinux.com/de/club/) zu werden. Um die drohende Insolvenz zu verhindern, sind aber in erster Linie Investoren und Aktienkäufer gefragt.

Mit der Veröffentlichung der zweiten Beta zur kommenden Mandrake-Linux-Version 9.1 kurz vor Redaktionsschluss zeigen die Mandraker jedenfalls, dass sie selbst an ihre Zukunft glauben. Die fertige Version soll im April erscheinen. Welche Software darin enthalten sein wird, bestimmen dabei im Wesentlichen die Mitglieder des Mandrake-Clubs über das sogenannte RPM-Abstimmungssystem. Der aktuelle Stand der Pakete kann unter http://www.mandrakeclub.com/modules.php?name=RPM&s_VERID=6 auch von Nichtclubmitgliedern begutachtet werden.

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