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Stromreserve

APC Back-UPS ES 350 unter Linux einsetzen

01.03.2003 Strom weg, Daten weg, so pragmatisch kann die Praxis sein, und der Neustart nach dem Stromausfall dauert ob der Platten-Checks besonders lang. Mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung fährt der Computer rechtzeitig herunter.

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) für Heimanwender? Auch wenn Stromausfälle hierzulande nicht zum Alltag gehören, kurze Spannungseinbrüche etwa bei Gewitter sind für die meisten Computer schon zu viel, es kommt zu einem Reset. Ein weiterer Vorteil der Notstromversorgungen: Sie schirmen die teure Hardware gegen Spannungsspitzen und Blitzschlag ab. Die Back-UPS-Modellreihe von APC wird sogar mit lebenslanger Elektronik-Versicherung geliefert – wird durch Überspannung ein an der Back-UPS angeschlossenes Gerät beschädigt oder zerstört, haftet APC mit bis zu 100.000 Euro.

Für den Heimanwender ist das Modell Back-UPS ES 350 besonders interessant: Statt der üblichen Kaltgerätestecker auf der Rückseite hat APC fünf Schuko-Steckdosen in Form einer Steckdosenleiste eingebaut. Damit lässt sich dann nicht nur der heimische PC mit Strom versorgen, sondern auch der Monitor, (DSL-) Modem oder Telefonanlage. Zwei der fünf Steckdosen sind rein als Überspannungsschutz ausgelegt, etwa für Drucker oder Netzwerk-Switches.

Kabelsalat

Die 350 VA der Back-UPS ES 350 reichen für einen Pentium-4 mit zwei Festplatten und DVD-Laufwerk knapp eine viertel Stunde. Bei der Verteilung der Geräte an die Steckdosen sollte man gut planen, was wo angeschlossen wird – jedes mit Notstrom versorgte Gerät verkürzt die Laufzeit der Batterie. So reduzierte ein 19-Zoll-Monitor Akku-Laufzeit auf unter fünf Minuten.

In den meisten Fällen ist es nicht erforderlich, den Monitor an die Notstromversorgung anzuschließen. Durch das Steuerprogramm apcupsd von [1] wird der Rechner automatisch heruntergefahren, wenn die USV leer ist, manuelle Eingriffe sind meist nicht nötig. Auch Drucker und sonstige Peripherie brauchen nur gegen Überspannung geschützt werden, Ausnahmen sind externe Laufwerke mit eigenen Netzteilen (SCSI, USB, Firewire). Grundsätzlich müssen alle mit dem Computer verbundenen Geräte über die Back-UPS versorgt werden, also auch DSL-Modem oder Telefon-Modem, ISDN-NTBA, Telefonanlage und DSL-Splitter – andernfalls besteht die Gefahr, dass bei Überspannung der Rechner durch die Peripherie beschädigt wird.

Telefon absichern

Bei Blitzschlag besteht nicht nur Gefahr durch das Stromnetz, auch über das Telefonnetz können Überspannungen zum Rechner gelangen. Die Back-UPS ES 350 hat dafür zwei Buchsen für Western-Stecker (RJ-45), über die das Telefonkabel abgesichert wird. Auch wenn ISDN- oder Netzwerkstecker in die Buchsen passen würden, sind nur zwei Adern geschützt. Deshalb muss die Back-UPS direkt hinter der Telefondose und noch vor dem ersten Zusatzgerät (DSL-Splitter, ISDN-NTBA, Telefonanlage) eingeschleift werden, das notwendige Verbindungskabel liegt der Back-UPS bei. Abbildung 1 zeigt, wie eine sinnvolle Verkabelung für einen Computer mit DSL-Anschluss aussehen könnte.

Abbildung 1: Computer und Peripherie werden direkt an die Back-UPS angeschlossen und der Telefonanschluss durchgeschleift

Nach dem Einschalten prüft die Back-UPS jedes Mal den Zustand ihres Blei-Akkus, der unter einer Klappe neben den Steckdosen versteckt ist. Ist der Akku verbraucht, wird das über die mittlere Status-LED angezeigt. Kritisch ist die Überlastanzeige (Overload, rechte LED): Nach ein bis zwei Sekunden Überlast schaltet die USV komplett ab, bei großen Monitoren oder Laserdruckern sollte man in ein größeres Modell mit höherer Belastbarkeit investieren.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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