OpenHBCI, Homebanking mit Linux

Homebanking, heute eine Standardanwendung für jeden Anwender, wurde unter Linux lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Seit längerem arbeiten daher einige Entwickler an der Open-Source-HBCI-Bibliothek OpenHBCI (http://www.openhbci.de/). Die aktuelle Version ist bereits sehr stabil und wurde erfolgreich mit verschiedenen Sparkassen sowie der Deutschen Bank getestet. Allerdings werden noch nicht alle HBCI-Versionen vollständig unterstützt: Während HBCI 2.01 und 2.1 nahezu komplett umgesetzt wurden, beschränkt sich die HBCI-2.2-Unterstützung im Augenblick auf die Kernfunktionen. Nichtsdestotrotz basiert der HBCI-Support der aktuellen Beta-Version der Finanz-Software GnuCash auf OpenHBCI. Mit einer stabilen, HBCI-fähigen Version wird im ersten Quartal 2003 gerechnet.

Darüber hinaus befinden sich mit GOpenHBCI und KOpenHBCI noch zwei weitere Homebanking-Lösungen in der Entwicklung. Somit werden die Zeiten, in denen man zum Homebanking auf eine Microsoft-Plattform wechseln musste, bald vorbei sein. Übrigens: Eine Portierung von OpenHBCI nach Windows ist auch geplant.

Web-Browser, der aktuelle Status Quo

Auch in dieser Ausgabe wieder ein kurzer Blick auf die Neuerscheinungen im Browser-Bereich: Bereits Anfang November erschien die Version 6.1 des kleinen, schnellen Browsers Opera (http://www.opera.com). Im Gegensatz zur Vorgängerversion unterstützt diese nun Qt 3 und Anti-Aliasing bei Schriften. Außerdem wurden die Plug-In- und die Fehlerverwaltung verbessert. Positiv fällt auf, dass die Java-Unterstützung jetzt auch ohne Plug-In funktioniert. Verbesserungen bei den Skins und der Lesezeichenorganisation runden das Bild ab. Kurze Zeit nach Erscheinen der Version 6.1 legte Opera die Version 6.11 nach, welche Abstürze durch fehlerhafte Daten in Web-Bannern korrigierte.

Neben Opera legte auch Netscape (http://www.netscape.com) eine neue Version seines auf Mozilla 1.0.2 basierenden Browsers auf. Zu den neuen Funktionen der Version 7.01 zählt unter anderem die lang ersehnte Möglichkeit, Popup-Fenster unterdrücken. Ebenfalls lang gefordert war die Fähigkeit, geöffnete Web-Seiten zu einer Gruppe zusammen zu fassen, die sich beim nächsten Start von Netscape wieder automatisch öffnet. Neben diesen, vornehmlich die Bedienung betreffenden Änderungen verbesserten die Entwickler auch die Sicherheitseinstellungen: So erfüllt Netscape jetzt die Richtlinien des "Children's Online Privacy Protection Act" (kurz COPPA), worüber sich sicher alle Eltern freuen dürften.

Wenn es um Browser geht, darf natürlich das Mozilla Project (http://www.mozilla.org) selbst nicht fehlen. Auch hier hat sich bei der aktuell als stabil geltenden Version 1.2.1 einiges getan: Wie bei Netscape 7.01 lassen sich Web-Seiten gruppieren, um sie beim nächsten Start automatisch zu laden. Eine andere sinnvolle Verbesserung betrifft die Suchfunktionen. Bei jeder eingegebenen URL kontrolliert Mozilla, ob die bereits eingegebenen Zeichen zu einem Link der aktuellen Web-Seite passen. Ist dies der Fall, vervollständigt Mozilla den Link, und nach Bestätigung wird die Seite geladen. Beginnt die Eingabe in der Adresszeile hingegen mit einem "/", sucht Mozilla den passenden Begriff im Text der Web-Seite. Damit lassen sich alle wichtigen Suchfunktionen über das Adressfeld ansprechen.

Der Vollständigkeit halber noch ein schneller Blick auf den neuen Galeon (http://galeon.sourceforge.net): Die Version 1.2.7 basiert noch auf den GTK-1.x-Bibliotheken.

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