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01.02.2003

Linux-Kernel

Den meisten Anwendern reicht der von der Distribution installierte Linux-Kernel, auch wenn es sich dabei selten um den aktuellsten handelt. Wer jedoch keine Sicherheitslücken in seinem System dulden will oder Hardware hat, die nicht unterstützt wird, der kommt um ein Kernel-Update nicht herum. So bietet dann auch die Version 2.4.20 der 2.4er-Kernelreihe (ftp://ftp.de.kernel.org/pub/linux/kernel/v2.4/) neben verschiedenen korrigierten Fehlern und geschlossenen Sicherheitslücken neue Netzwerktreiber sowie eine wesentlich verbesserte USB-Unterstützung. Darüber hinaus gab es auch Verbesserungen bei der Bluetooth-, Infrarot- und Firewire-Unterstützung sowie Aktualisierungen einiger Dateisysteme. Unter anderem rückten die Entwickler dabei einem kritischen xfs-Fehler zuleibe. Als Ausgleich schlich sich jedoch ein Fehler in den ext3-Code ein, der aber für den Standardanwender nicht von Belang ist. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auch die Kernel-Version 2.4.21-pre2 einspielen. Sie gilt jedoch nicht als stabil.

Da Versionspflege bei Linux groß geschrieben wird, ist auch eine neue Version 2.2.23 (ftp://ftp.de.kernel.org/pub/linux/kernel/v2.2/) der älteren 2.2er-Kernelreihe erschienen. Besonders für ältere Hardware und Rescue-Systeme ist diese Kernelreihe immer noch interessant, da sie sehr stabil ist und obendrein weniger Ressourcen benötigt als die aktuelle 2.4er-Serie. Neue Funktionen werden dort aber nicht mehr implementiert. Um die Stabilität zu gewährleisten, schließt die aktuelle Version überwiegend Sicherheitslücken. Wer also auf seinem System noch einen 2.2er-Kernel benutzt, sollte ihn aktualisieren.

gnump3d, Musik aus dem Netz

Wer hat nicht schon daran gedacht, die MP3-Sammlung allen Rechnern im heimischen Netzwerk zur Verfügung zu stellen? Ein kurzer Blick auf die gängigen netzbasierten Jukebox-Lösungen zeigt aber schnell, dass hier einiges an Arbeit wartet. In der Regel werden mindestens ein SQL-Server und ein lauffähiger Apache-Web-Server mit CGI-Unterstützung für Perl, PHP oder Python benötigt. Einfacher geht es mit gnump3d (http://gnump3d.sourceforge.net/), einem kleinen All-in-one-Streaming-Server für MP3 und OGG Vorbis. Im Gegensatz zu den meisten anderen Lösungen benötigt gnump3d weder einen Web-Server noch eine Datenbank: Der Serverdienst greift direkt auf das Verzeichnis mit den Musikdateien zu. Basierend auf diesen Informationen generiert er sein Web-Frontend und stellt auch Suchfunktionen bereit. Sie können nun Ihre eigene Playlist zusammenstellen und auf Wunsch auf Ihrem Rechner speichern. Zum Abspielen benötigen Sie lediglich einen MP3-Player, der in der Lage ist, URLs als Musikquelle zu verarbeiten. XMMS und mpg123 sowie die meisten Windows-Player haben damit keine Probleme.

Die Konfiguration von gnump3d ist relativ simpel: Es gibt nur eine Datei, die alle notwendigen Einträge enthält. Neben dem Verzeichnis der Musikdateien und der zu verwendenden Netzwerkkarte können sie dort auch Zugriffsbeschränkungen auf den MP3-Server einstellen. Dabei lässt sich der Zugriff zum einen auf bestimmte Rechner oder Netze begrenzen, zum anderen kann auch eine benutzerspezifische Authentifizierung mit Kennung und Passwort erfolgen. Sie kann wahlweise für den gesamten Server oder nur für ein Verzeichnis gesetzt werden. Dabei gibt es jedoch zwei kleine Haken: Alle verwendeten Benutzerdaten sind unverschlüsselt, und gnump3d öffnet zur Authentifizierung kein Dialogfenster. Benutzerkennung und Passwort müssen daher der eigentlichen URL vorangestellt werden. Somit ist gnump3d im Augenblick für den professionellen Einsatz ungeeignet. Wer aber im heimischen Netz in kürzester Zeit eine Jukebox einrichten möchte, für den ist es goldrichtig.

Abbildung 1: Der erste Eindruck: gnump3d ist schlicht aber funktional

Abbildung 2: Auch die Suche in den Musikdateien ist kein Problem

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LinuxUser 06/2012

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