Fensterverwaltung

Windows-Umsteiger dürfen sich freuen: Beim Umgang mit Fenstern kommt als Default das Click-To-Raise-Modell zum Einsatz: Neu gestartete Anwendungen erscheinen im Vordergrund ("raised") und sind gleich bereit, Eingaben entgegenzunehmen. Ein Klick auf ein anderes Fenster überträgt ihm den Fokus und holt es in den Vordergrund. Anders als bei Click-To-Focus ist es dabei unerheblich, ob Sie auf die Titelleiste oder mitten ins Fenster klicken.

Unabhängig vom verwendeten Theme zieren Ihre Fenster zumindest drei Buttons zum Schließen, Minimieren und Maximieren. Eventuell gibt es einen zusätzlichen Knopf zum Aufruf des Fenstermenüs, welches Sie auch durch einen Rechtsklick auf die Titelleiste erreichen. Verweilen Sie mit der Maus kurz an einem Fensterrand oder in den unteren Ecken, ändert der Mauszeiger seine Form, und Sie können mit gedrückter linker Maustaste die Fenstergröße ändern.

Für jedes Fenster auf einem Desktop erscheint in der Taskleiste ein Button, mit dessen Hilfe Sie auch minimierte und verdeckte Fenster in den Vordergrund holen. Zugriff auf Fenster der anderen Desktops verschaffen Sie sich, indem Sie den Fensterknopf rechts neben dem Start-Button anklicken (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zugriff auf Fenster anderer Desktops über ein Menü

Geschmackssachen

Sollten Ihnen die Standard-Einstellungen nicht zusagen, legen Sie ein Verzeichnis .icewm in Ihrem Home-Verzeichnis an und kopieren die Beispielkonfigurationsdateien dorthin. Selbstkompilierer finden diese unter /usr/local/lib/X11/icewm. Bei rpm-basierten Distributionen liegen sie unter /usr/X11R6/lib/X11/icewm, und Debian-Benutzer werden in /etc/X11/icewm fündig.

Die Kopien in ~/.icewm passen Sie nach Herzenslust an, wobei die Kommentare in den Beispieldateien oder auch die icewm-Hilfe, bei aktuellen Versionen des Window Managers über das Startmenü erreichbar, wertvolle Tipps geben.

Stellt Ihr Rechner Auflösungen größer als 800x600 nicht flüssig dar, verschaffen Sie sich mehr Platz auf dem Desktop, indem Sie die autohide-Funktion der Task-Leiste aktivieren. Ändern Sie dazu die Zeile

#TaskBarAutoHide=0 # 0/1

in der Datei preferences, die icewms grundlegende Konfiguration enthält, nach

TaskBarAutoHide=1  # 0/1

Der String 0/1 hinter dem zweiten Kommentarzeichen # zeigt die möglichen Werte an, wobei 0 für nein ("false") und 1 für ja ("true") steht. Danach baut die Zeile TaskBarDoubleHeight=1 eine zweite Etage an Ihre Taskbar an. Dort finden Sie ein Quicklaunch-Fenster, in das Sie den Namen einer zu startenden Anwendung eintippen und [Enter] drücken. Möchten Sie eine konsolenbasierte Anwendung wie z. B. top aufrufen, schließen Sie die Eingabe stattdessen mit [Strg-Enter] ab. Diese Tastenkombination sorgt dafür, dass top in einem xterm startet. Die Einträge

OpaqueMove=0
OpaqueResize=0

die das Zeichnen des Fensterinhalts während des Verschiebens und der Größenanpassung verhindern, sorgen für einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen Ihres Rechners. Falls Ihnen die Konfiguration mit dem Editor zu mühsam ist, lassen sich die meisten Optionen mit dem Programm icepref [2] über Menüs einstellen und die Menüs mit iceme [3] gestalten.

Glossar

GUI-Toolkit

Programmbibliotheken, die Funktionen für die Programmierung grafischer Oberflächen ("Graphical User Interfaces") zur Verfügung stellen, etwa zur Gestaltung von Menüs und Dialogfenstern. Populäre GUI-Toolkits sind das "Gimp Toolkit" GTK und Qt.

autohide

Bewirkt, dass die Taskleiste bei Nichtbenutzung versteckt ("hide") wird. Fährt man mit der Maus an den unteren Bildschirmrand, wird sie wieder eingeblendet.

Infos

[1] http://www.icewm.org/

[2] http://packages.debian.org/stable/x11/icepref.html

[3] http://iceme.sourceforge.net/

[4] Joachim Moskalewski: "Schlicht ausgeklügelt", LinuxUser 01/2002, S. 57

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