Nativer Drucker-Treiber am Client

Bevor Sie smb.conf so abändern, dass der oder die lokalen Drucker des Linux-Servers für Windows freigeben sind, muss sichergestellt sein, dass dieser unter Linux am Server funktioniert. Eilige sollten anschließend den gleichen Drucker auf einem der Windows-Clients installieren, wozu Sie natürlich die Windows-Treiber für diesen Drucker benötigen. Aktivieren Sie je nach Windows-Version den Assistenten zur Druckerinstallation. Wenn Sie zur Auswahl eines Treibers aus der Geräteliste aufgefordert werden, sollten Sie sich den exakten Namen dieses Druckers aufschreiben. Auch Groß- und Kleinschreibung ist hierbei zu beachten. Vervollständigen Sie die Installation und starten Sie Windows neu. Wir gehen im weiteren Verlauf des Beitrags noch einmal gezielt auf die Treiber-Installation auf Client-Seite ein und zeigen auch, wie sich die benötigten Druckertreiber für die Clients auf dem Server verwalten und automatisch beziehen lassen.

Allgemeine Samba-Konfiguration

Anschließend melden Sie sich am Samba-Server als root an und öffnen /etc/smb.conf bzw. /etc/samba/smb.conf mit einem beliebigen Editor. Die Datei ist in einzelne "Sektionen" unterteilt. Beginnen Sie mit der Sektion [global]. Da Samba die Rolle des Vermittlers zwischen Windows und Linux spielt und Druckaufträge der Windows-Clients an das unter Linux eingerichtete Drucksystem weiterleitet, müssen Sie zunächst einige grundlegende Einstellungen vornehmen. Dabei müssen Sie Samba u. a. mitteilen, welches Drucksystem unter Linux verwendet wird, wo die Druckerkonfigurationsdatei printcap zu finden ist und ob alle unter Linux angeschlossenen lokalen Drucker für Windows verfügbar gemacht werden sollen. Dazu dienen die folgenden Parameter:

printcap name = /etc/printcap
load printers = yes

Bedenken Sie dabei, dass Samba für jeden der etwa 200 verfügbaren Parameter jeweils eine Default-Belegung bereithält, auch wenn diese in der Konfigurationsdatei nicht aufgeführt ist. So liegt etwa die Drucker-Konfigurationsdatei meist unter /etc/printcap, d. h. normalerweise brauchen Sie an diesen Parametern keine Veränderungen vorzunehmen. Das von Samba zu verwendende Drucksystem wird durch den Parameter printing gekennzeichnet und ist oft mit dem Wert BSD vorbelegt. Bei Einsatz von CUPS müssen Sie folgende Einträge vornehmen:

printing = cups

Außerdem muss die obige "printcap name"-Zeile für CUPS geändert werden:

printcap name = cups

Je nach verwendetem Drucksystem unterscheidet bzw. vereinfacht sich auch die weitere Vorgehensweise, da Samba für alle das Drucken betreffenden Parameter mit sinnvollen Standardwerten arbeitet. Solche Parameter müssen also nicht explizit gesetzt werden. Der Parameter print command, mit dem Sie Samba mitteilen können, welches Druckerkommando zum Drucken verwendet wird, besitzt z. B. den Defaultwert

print command = lpr -r -P%p %s

womit die Drucksysteme BSD, AIX, QNX, LPRNG und PLP funktionieren sollten. Bei CUPS müssen Sie den Parameter mit

print command =   lp -c -d%p -oraw; rm %s

belegen. Um alle verfügbaren Drucker in einem Rutsch unter Windows zur Verfügung zu stellen, müssen Sie eine Sektion [printers] in Ihre Samba-Konfigurationsdatei einfügen, die folgenden Inhalt haben sollte:

[printers]
comment = Alle lokalen Drucker
path = /var/spool/samba
browseable = yes
public = yes
guest ok = yes
writable = no
printable = yes
printer admin = root

In dieser Sektion werden nicht nur sämtliche lokalen Drucker freigegeben, sondern es wird auch festgelegt, welche Anwender diese Drucker verwenden dürfen, wo die zugehörige Spool-Datei zu finden ist (z. B. unter /var/spool/samba) und wer als Drucker-Administrator fungiert (printer admin = root), um etwa einen neuen Treiber zu installieren. Mit Hilfe der Directive "browseable = yes" geben Sie vor, dass sämtliche Drucker nach außen sichtbar sind. Der Parameter "printable = yes" gibt allen Benutzer das Recht zum Drucken – auch dann, wenn diese nur als Gast im System sind (guest ok = yes).

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