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Spielend ins Netz

Netzwerk-Konfiguration unter Red Hat Linux 8.0

01.02.2003 Das Einrichten eines kleinen lokalen Netzwerks gehört heutzutage auch bei Privatanwendern zum Alltagsgeschäft. Angesichts von vernachlässigbaren Hardware-Kosten für das Netzwerk-Equipment sollte die Konfiguration eines Netzwerks auch für Heimanwender nicht schwieriger sein als etwa der Anschluss eines Druckers. Wir zeigen, welche Werkzeuge Red Hat Linux 8.0 dazu zur Verfügung stellt.

Im Unterschied zu SuSE oder Mandrake bietet Red Hat traditionell kein zentrales Konfigurationswerkzeug. Das liegt an der Produkt-Philosophie des amerikanischen Marktführers: Zum Einen steht die Basisversion von Red Hat Linux nach wie vor allen Anwendern via FTP zum kostenlosen Download zur Verfügung, womit sich ein weniger starkes Engagement in proprietäre Eigenentwicklungen sicher rechtfertigen lässt; zum Anderen vertritt Red Hat auch die Auffassung, dass sich eine gute Linux-Distribution vorrangig mit Standardwerkzeugen konfigurieren lassen sollte, die nicht unbedingt spezifisch für Red Hat sind.

Für die Basiskonfiguration sämtlicher Netzwerkaspekte setzt Red Hat auf gut zu bedienende GTK-Tools, wenngleich bei der aktuellen Version 8.0 gegenüber der Version 7.3 das Red Hat Control Center abgeschafft wurde.

Control Center und Personal Desktop

Ebenbürtiger Ersatz zum ehemaligen Control Center findet sich über das Desktop-Icon Hier starten. Red Hat bietet hier eine Reihe von ausgereiften Programmen zur Konfiguration der wichtigsten System- und Netzwerkaspekte. Dabei handelt es sich allerdings gegenüber der Red-Hat-Version 7.3 im Wesentlichen um alte Bekannte, die lediglich im Gewand von Red Hats neuer BlueCurve-Technologie frischer und neuer wirken.

Abbildung 1: Das Desktop-Icon "Hier starten" (start here) ersetzt das alte Control Center. Alle wichtigen Konfigurationswerkzeuge von Red Hat Linux werden hier in einem Nautilus-Fenster zusammengefasst

Teilweise tragen altbekannte Tools auch andere Bezeichnungen im Startmenü. Apropos Startmenü: Red Hats BlueCurve-Desktop sorgt für Gleichmachung von KDE- und Gnome-Anwendungen. BlueCurve ist aber mehr als eine reine Fenster-Dekoration: Red Hat hat diesem Desktop ein individuelles Design verpasst. Das Startmenü enthält, egal ob sich der Benutzer für einen KDE- oder Gnome-Desktop entscheidet, immer die gleichen Einträge an den gleichen Positionen. Wir sprechen daher im weiteren Verlauf nur noch vom Red-Hat-Menü, das statt an einem KDE- oder Gnome-Logo am roten Hut zu erkennen ist. Die Gleichmachung auch in der Bezeichnung vieler – eigentlich altbekannter – Tools und Werkzeuge führt aber gerade bei Red-Hat-Kennern bisweilen zu Verwirrung. So finden Sie zwar viele der im Folgenden vorgestellten Werkzeuge im Red-Hat-Menü, aber bei weitem nicht alle. Da viele Tools nach dem Muster redhat-xxx-config umbenannt wurden, finden auch Insider nicht alle Programme auf Anhieb.

Als Ersatz für das alte Control Center kommt das Desktop-Icon Hier starten gerade recht, ein Doppelklick startet den DateimanagerNautilus mit einem hierarchisch aufgebauten Konfigurationsfenster. Hier finden Sie vier Symbole für Servereinstellungen, Systemeinstellungen, Präferenzen und Anwendungen. Ein Klick auf Servereinstellungen fördert die gleichen Konfigurationswerkzeuge (und einige mehr) zu Tage, die auch im Red-Hat-Menü zu finden sind. Das Gleiche gilt auch für Systemeinstellungen und Präferenzen.

Ein Netzwerk-Device

Was die Netzwerkkonfiguration angeht, beginnen Sie mit dem Einrichten der Netzwerk-Devices (z. B. Netzwerk- und ISDN-Karten), sofern Sie das nicht bereits während der Basisinstallation von Red Hat Linux erledigt haben. Das Konfigurationswerkzeug neat (Network Administration Tool for Red Hat Linux) finden Sie im Red-Hat-Menü unter Systemeinstellungen/Netzwerk. Mit neat können Sie alle Arten von Netzwerk-Devices (Ethernet- und ISDN-Karten, Modems, Wireless- und DSL-Geräte) einrichten. Zur Konfiguration der Netzwerkeinstellungen benötigen Sie Root-Rechte.

neat ist übersichtlich aufgebaut. Neu gegenüber früheren Red-Hat-Versionen ist, dass sie jetzt auch mit Netzwerkprofilen arbeiten können: Im oberen Teil finden Sie entsprechende Schaltflächen zum Erzeugen eines neuen Profils. Darunter befinden sich vier Konfigurationsregister.

Wenden wir uns zunächst dem einfachen Erstellen einer Ethernet-Verbindung zu. Wir gehen davon aus, dass Sie Ihre Netzwerkkarten korrekt eingebaut haben. Klicken Sie im Register Geräte auf Hinzufügen, wählen Sie den Gerätetyp Ethernetverbindung aus der Liste aus und aktivieren Sie die Weiter-Schaltfläche. Es öffnet sich eine Registerkarte zur Konfiguration von Netzwerkschnittstellen. Hier können Sie sich im oberen Teil des Dialogs entweder für die automatische Zuweisung einer IP-Adresse via DHCP entscheiden oder im unteren Teil eine gültige statische IP-Adresse eingeben. Außerdem ist hier die Angabe eines Standard-Gateways möglich, falls Sie ihren Internet-Traffic mit Hilfe dieses Ethernet-Interfaces über einen anderen Host routen wollen. Nach einem Klick auf die Weiter-Schaltfläche können Sie dann im nächsten Dialog auf Abschließen klicken, und die Netzwerkverbindung ist fertig konfiguriert.

Abbildung 2: Neat ist ein sehr komfortables Tools zur Konfiguration sämtlicher Netzwerk-Devices. Falls Sie eine zweite Ethernet-Karte zur Kommunikation mit einem DSL-Modem benötigen, müssen Sie diese vor der xDSL-Konfiguration mit neat anlegen und mit einer statischen IP-Adresse versehen

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