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Beim Versuch, über ISDN eine Verbindung ins Internet aufzubauen, folgte die nächste Enttäuschung: Lindows erlaubt eine Internet-Verbindung nur über Modem, DSL oder ein Netzwerk. Nach erfolgreicher Internet-Einwahl über ein Modem aktualisierte das Click-N-Run-Programm einige Minuten lang die Installation und zeigte dann eine Auswahl an Software an. Vor dem Software-Download steht allerdings die Registrierung bei Lindows. Nach diesem Schritt zeigte sich, dass sich mit der kostenlosen Junior Membership Edition gerade einmal zehn von etwa 1700 im Warenlager enthaltenen Programmen installieren lassen. Um Zugriff auf alle Programme im Warehouse zu erhalten, ist eine Full Membership erforderlich, die $ 99 pro Jahr kostet.

Beim Stöbern im Warenlager fand sich überraschenderweise eine kostenlose deutsche Lokalisierung für Lindows; ein Hinweis dazu im Handbuch fehlte. Nach der Installation über Click-N-Run (dazu waren zwei Versuche erforderlich, denn beim erstem Mal brach der Vorgang kurz vor dem Ende ab) zeigte sich die Oberfläche mit deutschen Menübeschriftungen (siehe Abbildung 3). Die Übersetzung gibt es aber nur für KDE-basierte Programme. Alle anderen Tools, z. B. Netscape, benutzen weiterhin die englischen Beschriftungen und Hilfstexte.

Abbildung 3: Lindows spricht Deutsch

Das in der Junior Membership Edition enthaltene Programm Word Pro entpuppte sich nach der Installation als KWord. Ansonsten gibt es noch einige Spiele, ein einfaches Grafikprogramm (gpaint), ein Programm zur Kommunikation mit Digitalkameras und ein Tool, um Bildschirmschnappschüsse (Screenshots) zu erstellen.

Ist der Name noch Programm?

Lindows hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, Windows-Programme installieren und auszuführen zu können. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Um Windows-Software unter Lindows einzusetzen, wird ein unmodifiziertes Wine [2] verwendet, das über Click-N-Run nachinstalliert werden muss. Wine führte ältere und kleinere Windows-Programme problemlos auf dem Testrechner aus (Abbildung 4) – der Versuch, Zeichenprogramme wie Corel Draw oder Designer zu verwenden, schlug jedoch fehl. Auch größere Office-Programme ließen sich nicht benutzen.

Abbildung 4: Windows unter Lindows

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