Zeitreise
Emulatoren unter Linux
Ausblick
Mit dem Konkurs von Atari und Commodore ging die Ära der Heim-Computer zu Ende. In unserer nächsten und letzten Folge begeben wir uns in die Anfänge eines Computers, der noch heute existiert: des PCs.
Amithlon
Einen anderen Weg der Emulation geht Amithlon [8]. Bei diesem Projekt wird nicht ein kompletter Amiga emuliert, sondern das Betriebssystem auf einem PC lauffähig gemacht. Als Grundlage dient ein angepasster Linux-Kern, der zwischen der PC-Hardware und einer der neueren AmigaOS-Versionen vermittelt. Auf diese Weise gelangen die Amiga-Programme in den Genuss der (fast) vollen PC-Leistung. Leider funktionieren mit diesem System nur solche Programme, die nicht direkt auf die Amiga-Hardware zugreifen; zudem gab es zum Redaktionsschluss noch einige rechtliche Probleme.
Kompilieren
Wenn Sie den Quellcode eines der Emulatoren verwenden wollen, müssen Sie das Programm in eine ausführbare Version übersetzen (kompilieren). Hierzu installieren Sie zunächst die GNU-Werkzeuge in Form von GNU make, den Compiler gcc und den Assembler nasm sowie die Bibliotheken zlib, SDL [1] und Gtk+ (inklusive glib, falls diese extra aufgeführt ist). Bitte beachten Sie, dass Sie bei einigen Distributionen auch die zugehörigen Entwicklerpakete anwählen müssen. Unter SuSE Linux sind diese am angehängten -devel erkennbar. Anschließend entpacken Sie das heruntergeladene Archiv in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Öffnen Sie nun ein Terminal-Fenster und wechseln Sie in das neu erzeugte Verzeichnis. Bei xfellow erzeugt ein schlichtes make das Programm unter dem Namen fellow im Unterverzeichnis bin; UAE übersetzen Sie mit ./configure und make, das erzeugte Programm heißt dann uae.
Kasten 4: Rechtliches
Sowohl ausgelesene ROMs als auch Disk-Images unterstehen nach wie vor dem Copyright des jeweiligen Herstellers. Wer bei einem Download aus dem Internet nicht über das Original verfügt, erstellt somit zwangsläufig eine Raubkopie. Verschärft wird das Problem dadurch, dass einige Firmen mittlerweile pleite sind oder der Verbleib der Rechte nach mehreren Auf- und Verkäufen im Dunklen liegen. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie auf dem Gebrauchtmarkt ältere Computer und Original-Software erstehen (z. B. bei [8] oder [9]). Die Amiga Kickstart-ROMs sind in einigen Sonderheften zu diesem Thema oder bei Cloanto [4] erhältlich. Vereinzelt trifft man im Software-Handel noch auf die Amiga-Classix-CD-ROMs: Sie enthalten ebenfalls viele legale Spiele als Disk-Image. Aber auch einige Internet-Seiten stellen mit der Erlaubnis der Hersteller ältere Original-Software kostenlos bereit [5]. Lesen Sie bei derartigen Angeboten in jedem Fall die Lizenzvereinbarungen und Hinweise. Darüber hinaus gibt es noch einige Hobbyprogrammierer, die Share- oder Freeware-Programme geschrieben haben [7].
Glossar
Emulator
Ein Programm, das fremde Computer-Hardware nachahmt. Emulatoren verhalten sich genau so, als wären sie der originale Computer (engl. emulate, nachahmen). Hierdurch ist der Emulator in der Lage, Programme des ursprünglichen Computers auszuführen.
ROM
Abkürzung für Read Only Memory, Nur-Lesespeicher. Bezeichnet einen elektronischen Speicherchip, dessen Inhalt nur gelesen werden kann.
Infos
[1] http://www.libsdl.org: Homepage der SDL-Bibliothek
[2] http://www.freiburg.linux.org/~uae: Homepage von UAE
[3] http://xfellow.sf.net/: Homepage von xfellow
[4] http://www.cloanto.com/: Cloanto, Hersteller der Amiga-Forever-CD
[5] http://www.back2roots.org/: Back 2 the roots – Archiv mit legalem Software-Angebot
[6] http://www.amiga.de: Deutsche Homepage von Amiga, Inc.
[7] ftp://ftp.uni-paderborn.de/pub/aminet: Aminet – großes Archiv mit freier Amiga-Software
[8] http://www.amithlon.net/de/: Seite des Amithlon-Programmierers
[8] http://www.ebay.de: eBay – Internet-Auktionshaus
[9] http://www.sintech-shop.de: Sintech – Verkauf alter Computer und Software



