Das Westentaschenbüro
Büroprogramme für den Sharp Zaurus
Auf dem Präsentierteller
Zum Vorbereiten von Präsentationen eignet sich der Zaurus nur bedingt: Wer vor Abreise fleißig war und seine Powerpoint-"Folien" bereits fertig hat, kann den Vortrag mit dem HancomMobilePresenter noch einmal durchgehen und darauf mit dem Stift (nicht abspeicherbare) Anmerkungen machen. Der Präsentationsumfang muss sich aber auf maximal 50 Folien beschränken, die zusammen nicht größer als 500 kByte sein dürfen; andere Formate werden nicht unterstützt.
Ist die Präsentation noch nicht fertig oder will man Korrekturen einfügen, sitzt man hingegen auf dem Trockenen: HancomMobilePresenter ist lediglich ein Viewer; bearbeiten nicht möglich.
Als Vortragsgerät eignet sich der Zaurus wegen seines kleinen Bildschirms ohnehin nicht: Komplexe Folien stellt der Presenter überhaupt nicht oder schlicht unlesbar dar. Wenn Sie dennoch etwas auf dem PDA präsentieren möchten, speichern Sie die Folien am einfachsten als Grafiken und lassen sie vom Image Viewer anzeigen.
Daten gut verstaut
So mager die Auswahl bei den typischen Office-Anwendungen ausfällt, so gut lässt sich der Zaurus für eine seiner wichtigsten Aufgabe, das Speichern sortierter Informationen, rüsten. Neben den bei Qtopia und OPIE [5,6] mitgelieferten Datenbanken für Kontakte und Aufgaben gibt es das bereits erwähnte KGrok [7], die PDA-Version von Grok [8]. Das Programm bringt Datenbanken für Einkaufslisten, Ausgaben, Adressen, Musik, Aufgabenlisten und ein Notizbuch mit.
Datensätze stellt es in einer Liste dar; Tippen auf New öffnet einen Dialog, in dem Sie neue Daten eingeben. Wählt man einen Datensatz in der Tabelle, öffnet sich ein Dialog zum Bearbeiten desselben (Abbildung 5). Ein Textfeld und Schaltflächen zum Durchsuchen und Filtern der Datenbank stehen in der Tabellenansicht zur Verfügung.
Definitionen für eigene Datenbanken legen Sie als Textdatei im Verzeichnis /home/QtPalmtop/kgrok ab. Die Beispiele dort eignen sich hervorragend als Grundlage für eigene Entwicklungen. Einen Dialog-basierenden Editor zum Definieren eigener Datenbanken gibt es nicht; doch mit dem Datenbankeditor der Grok-Desktop-Version umgesetzte Entwürfe lassen sich (wie auch die Daten selbst) zwischen Desktop- und PDA-Version austauschen.
Eine Datenbank allgemeinerer Art stellt PortaBase [9] dar. Als Feldtypen stehen Zeichenketten, Dezimalzahlen, Integerzahlen, Wahr/Falsch-Ausdrücke, Notizen und Datumsangaben zur Verfügung. Die Felder lassen sich nachträglich ändern oder erweitern (Abbildung 6). Auch für die Definition von Abfragen, Ansichten und Filtern stehen Dialoge zur Verfügung.
Das Programm liest und schreibt Daten im CSV-Format, so dass Sie Daten aus einer Desktop-Datenbank oder einer Tabellenkalkulation in PortaBase bearbeiten können. Auch mit einer versuchsweise importierten Datenbank mit 1200 Datensätzen lief das Programm noch flott und stabil.
Wer mit dem Zaurus lokal [10] oder über's Netz auf richtige MySQL- und Postgres-Datenbanken zugreifen möchte, kommt an TkcRekall [11], der kleinen Schwester von Rekall [12], nicht vorbei. Das Programm ist in zwei Versionen erhältlich: Die Vollversion spricht mit den beiden besagten SQL-Datenbanken und kostet 49,95 US-Dollar. Sie erlaubt zudem den Zugriff auf xbase-Datenbanken, was für die Light-Version zu 24,95 US-Dollar die einzige Datenquelle darstellt. Auf der Programm-Homepage erhalten Sie eine voll funktionsfähige Demo-Version, die jeweils nach 60 Minuten Benutzung die Arbeit einstellt.
Der Funktionsumfang von TkcRekall unterscheidet sich nicht von dem der Desktop-Version. Sie müssen aber damit rechnen, dass sich die Ausführungsgeschwindigkeit eines so komplexen Programms bei umfangreichen Datenbanken deutlich verlangsamt. Das Arbeiten mit kleinen Datenbanken ging sehr flüssig vonstatten. Für das Speichern und Bearbeiten einfacher Datenbestände ist TkcRekall allerdings überdimensioniert.
Tabellen, Masken und Abfragen der Rekall-Desktop-Version lassen sich problemlos weiter verwenden, auch selbst erstellte Skripte übernehmen Sie einfach. Der Bequemlichkeit halber empfiehlt es sich, alle Masken, Abfragen, Filter und Skripte auf dem PC zu entwerfen, zu testen und erst dann auf den Zaurus zu kopieren.



