Wenn's um die Eingabe geht, hat der Zaurus vielen anderen Handhelds etwas voraus: eine integrierte Tastatur, auf der es sich mit etwas Übung durchaus zügig schreiben lässt. Wer viel Zeit in Zügen, Fliegern oder Warteschlangen verbringt, nutzt diese mit der richtigen Software-Ausstattung produktiv zum Schreiben von Texten, Erstellen von Tabellen und Verwalten von Daten.
Die passenden, im folgenden vorgestellten Programme lassen sich bequem als Binary aus dem Netz oder von der Heft-CD laden und auf dem Zaurus installieren. Kasten 1 beschreibt am Beispiel der Datenbank KGrok, wie das geht. Getestet haben wir alle Tools auf einem SL-5500G mit Qtopia 1.5.0.
Kasten 1: Programme auf dem Zaurus installieren
Neben der in [1] vorgestellten Methode, Programme über das Internet einzuspielen, gibt es eine weitere Installationsmöglichkeit: Mit Hilfe des Programms qtopiadesktop für den Linux-PC [2] lassen sich Daten zwischen Zaurus und Desktop-Rechner synchronisieren und Dateien auf den PDA spielen (Abbildung 1).
Seine Installation erfolgt auf RPM-basierenden Systemen wie Red Hat, SuSE oder Mandrake als root mit dem Befehl
rpm -i qtopia-desktop-1.6.0beta2-1.i386.rpm
Falls Sie zum Installieren der Zaurus-Software keinen Feed verwenden, legen Sie die gewünschten Dateien, in unserem Beispiel kgrok_1.3.0_arm.ipk, auf dem Desktop-PC ab und starten den Qtopia-Desktop mit dem Befehl /opt/qtopia/bin/qtopiadesktop. Stecken Sie den Zaurus in seine Cradle, und wählen Sie, sobald die Verbindung zwischen Zaurus und PC steht, auf der linken Seite den Punkt Documents an. Aus dem PC-Dateimanager (beispielsweise Konqueror) ziehen Sie die zu kopierende Datei ins Documents-Fenster des Qtopia-Desktops. Sie wird sofort auf den Zaurus überspielt und ist dort auf dem Tab Dokumente zu finden.
Um ein so kopiertes ipk-Paket zu installieren, tippen Sie auf dessen Dateinamen. Der Qtopia-Paketmanager startet; Sie wählen Pakete installieren und sehen nach kurzer Zeit eine Liste, die den Eintrag kgrok enthält. Tippen Sie jetzt auf den Dateinamen, wird das Paket eingespielt. Nach dem Neustart der Oberfläche finden Sie kgrok und alle Beispieldatenbanken in einem eigenen Tab im Hauptmenü des Zaurus.
Arbeit mit Text
Die Brot-und-Butter-Anwendung eines Büroarbeiters ist die Textverarbeitung. Hier greifen Zaurus-Benutzer auf HancomMobileWord (Abbildung 2) zurück, das es für Besitzer des PDAs als Teil von HancomMobileOffice [3] kostenlos im Internet gibt. Sie müssen sich lediglich auf der Programm-Homepage mit der Seriennummer des Zaurus registrieren. Seit einiger Zeit liefert Sharp das Office-Paket auch auf einer dem PDA beiliegenden CD mit.
Wenig erstaunlich handelt es sich bei HancomMobileWord um eine sehr stark abgespeckte Version von HancomWord 2.0 [4]. Ein Handbuch im PDF-Format stellt der Hersteller Hancom auf seiner Website bereit.
Grundfunktionen zur Zeichenformatierung und Absatzausrichtung beherrscht das Programm ebenso wie Aufzählungen und Nummerierungen von Absätzen. Grafiken im PNG-Format lassen sich in den Text einfügen. Formatvorlagen für Zeichen und Absätze sucht die Anwenderin hingegen ebenso vergeblich wie Fußnoten oder eine automatische Nummerierungsfunktion für Überschriften. Vorlagen für Besprechungsnotizen, Memos, Telefonnotizen und Aufgabenlisten werden mitgeliefert.
Als Dokumentenformat dient RTF, allerdings gehen alle nicht vom Programm unterstützten Formatierungen beim Dateiimport verloren, so dass man die Weiterarbeit an aufwendig auf dem PC gestalteten Dokumenten besser bleiben lässt.
Unermüdliche Rechner
Die einfach zu bedienende Tabellenkalkulation HancomMobileSheet (Abbildung 3) aus Hancoms mobiler Office-Suite behandelt nicht unterstützte Formatierungen beim Import nicht besser; sie liest und schreibt neben dem eigenen Format auch MS-Excel-Daten.
Ihre Funktionalität beschränkt sich auf das tabellarische Darstellen von Werten; das Aufbereiten in Diagrammform sieht das Programm nicht vor. Es verfügt über einen soliden Grundstock an mathematischen Funktionen, der einfache Kalkulationen ermöglicht. Bedingt durch den kleinen Bildschirm des Zaurus macht das ständige Hin- und Herscrollen das Arbeiten mit umfangreichen Tabellen trotz einer Zoom-Funktion sehr mühsam.
Allerdings gibt es eine freie Alternative, die insbesondere beim User-Interface Punkte sammelt: Die Bearbeitung der Zelleninhalte in OpieSheet erfolgt über zwei Zeilen am unteren Fensterrand, die ein Eingabefeld und die wichtigsten Operatoren enthalten, so dass sich Formeln auch mit dem Stift schnell eingeben lassen (Abbildung 4). Im Vergleich zu HancomMobileSheet beherrscht das Open-Source-Programm weniger, für einfache Aufgaben aber immer noch ausreichend viele mathematisch-statistische Funktionen. Zellen lassen sich mit verschiedenen Rahmen, Hintergrundfarben und Schriftarten formatieren. Derzeit ist das Programm jedoch etwas unkommunikativ: Es speichert seine Daten in einem eigenen Format und bietet weder Import- noch Export-Möglichkeiten zum Datenaustausch mit Desktop-Tabellenkalkulationen.



