Aber sprich nur ein Word…

01.02.2003

Liebe Leserinnen und Leser,

vor Jahren hieß es: Aus Linux kann nichts werden, denn die wichtigen Applikationen fehlen, und ein Betriebssystem ohne interessante Anwendungen kann sich nicht durchsetzen, wie die Geschichte von IBM OS/2 klar gezeigt hat.

Die beiden meist genutzten Anwendungen der Windows-Welt sind sicher der Internet Explorer und Microsoft Word, speziell nach diesem Textverarbeitungsprogramm (und allgemeiner nach dem ganzen Office-Paket) fragen immer wieder Anwender, die sich erstmals mit dem Gedanken beschäftigen, einen Umstieg auf Linux zu wagen.

Vermutlich wird die Linux-Gemeinde lange darauf warten können, dass Microsoft seine Office-Suite in einer Linux-Version anbietet, aber mit dem Wine-basierten CrossOver Office bietet sich schon heute die Möglichkeit, Office 2000 auszuführen. Darüber haben wir im LinuxUser schon geschrieben – die Technik funktioniert: Wer die Investition nicht scheut, kann problemlos Word, Excel, Internet Explorer und viele andere Anwendungen unter Linux laufen lassen, auch die Druckfunktionen und Copy & Paste zwischen Windows- und nativen Linux-Programmen bereiten keine Probleme.

Interessant ist daher nicht mehr die Frage, ob es geht, sondern: Braucht man das? Mit OpenOffice steht unter Linux ein natives Office-Paket zur Verfügung, das dank guter Import-/Export-Filter und TrueType-Support MS-Office-Dokumente genau so gut bearbeiten kann wie das Microsoft-Paket. Mozilla holt gegenüber dem Internet Explorer beständig auf, was Kompatibilität und Geschwindigkeit angeht.

Ein massenhafter Einzug von Windows-Programmen auf die Linux-Desktops könnte durch die Hintertür die Welt des (proprietären) Kommerzes in der Linux-Welt etablieren. Schlimmer: Mit zunehmender Ausführbarkeit von Windows-Programmen verringert sich der "Leidensdruck", so dass weniger Software nativ für Linux entwickelt wird – ein Programm an Wine anzupassen, ist weniger Arbeit als eine echte Portierung.

Was ist Ihre Meinung zu dieser Frage? Vereinfacht gefragt: Wollen Sie Word & Co. unter Linux? Ist das eine Bereicherung oder eine Gefahr? Schreiben Sie an die Redaktion. Wir sind gespannt.

Hans-Georg Eßer Chefredakteur

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 07/2015: Daten sichern

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Grammatikprüfung in LibreOffice nachrüsten
Tim Schürmann, 24.04.2015 19:36, 0 Kommentare

LibreOffice kommt zwar mit einer deutschen Rechtschreibprüfung und einem guten Thesaurus, eine Grammatikprüfung fehlt jedoch. In ältere 32-Bit-Versionen ...

Aktuelle Fragen

Fernwartung oder wartung im haus
heide marie voigt, 29.06.2015 10:37, 2 Antworten
gerne hätte ich jemanden in Bremen nord, der mir weiter hilft - angebote bitte mit preis HMVoigt
Druckeranschluss DCP-195C
heide marie voigt, 29.06.2015 10:35, 1 Antworten
installiert ist linux ubuntu 15.04 offenbar auch der treiber für den Drucker DCP-195C. Die Konta...
keine arbeitsleiste beim einloggen
heide marie voigt, 27.06.2015 13:31, 0 Antworten
seit der neu-installierung von linux ubuntu 15.04 erscheint die arbeitsleiste rechts oben erst na...
raid platte an linux mint 17.1
andreas schug, 23.06.2015 19:44, 1 Antworten
folgende thematik NAS Iomega Storage Center wird auf einmal nicht mehr im netzwerk erkannt .....
SUSE 13.2 - Probleme mit kmail
kris kelvin, 03.06.2015 13:26, 2 Antworten
Hallo, nach dem Umstieg auf 13.1 hatte ich das Problem, daß kmail extrem langsam reagierte. Nun...