Vor einigen Jahren programmierten Entwickler Software so, dass die Hardware sinnvoll genutzt wurde. Heute ist es häufig so, dass Hardware weiterentwickelt wird, um die stetig steigenden Software-Anforderungen zu erfüllen.
Schnell gelangten so alte Computer in Vergessenheit. Als ich mir vor geraumer Zeit sehr preiswert ein Powerbook 5300c zugelegt habe, staunten meine Mitmenschen nicht schlecht. Schließlich steht auf zahlreichen Internet-Seiten, dass dieses Modell nicht dazu geeignet ist, um darauf Linux zu installieren. Dass man aber nicht alles glauben muss, was im Internet steht, beweist dieser Artikel.
Ich und mein erster Macintosh oder das Schwein und das Uhrwerk
Aller Anfang ist schwer. Gerade wenn mit Apple-Produkten wenig Erfahrung hat. Nach den ersten Gehversuchen stellt sich natürlich schnell die Frage: Wie bekommt man Linux auf diesen Rechner?
Viele Linux-Distributoren stellen PowerPC-Versionen ihrer Distribution her. Das Problem bei fast allen ist aber, dass sie sich auf neuere Modelle konzentrieren und daher tatsächlich nicht den 5300c unterstützen. Faktisch existiert nur eine Distribution, die hierfür in Frage kommt und das ist MkLinux [1].
Leider stand die Entwicklung der Distribution für fast ein Jahr still. Und auch wenn sie heute wieder aufgenommen wurde, konzentriert sich der Artikel auf die offizielle Version vom 17.10.2000, die als ISO-Image unter [2] verfügbar ist.
Bevor man sich jedoch an die Software-Installation heranwagt, sind einige Probleme zu lösen: Die standardmäßig (siehe [4]) installierten acht MB beziehungsweise 16 MB RAM des Powerbooks reichen vorne und hinten nicht. Da hilft nur ein Upgrade. Mein Laptop hat jetzt die maximal möglichen 64 MB RAM.
Die MkLinux CD lässt sich nicht über ein an den externen SCSI-Port angeschlossenes CD-ROM booten. Hinzu kommt, dass das Powerbook mit einer für heutige Verhältnisse kleinen Festplatte ausgestattet ist (kleiner 800 MB).
Die Lösung: Zuerst baut man eine größere Festplatte ein. Mit etwas Wagemut und einer Bohrmaschine tut es auch eine nicht von Apple spezifizierte Standard-2,5 -IDE-Laptop-Festplatte. Ich habe jetzt eine 2GB-Festplatte eingebaut, übernehme aber keinerlei Haftung für eventuell beschädigte Powerbooks.
Festplatte einrichten
Auf Intel-Systemen kann man Linux als Standalone-Betriebssystem installieren, da der Bootloader (beispielsweise Lilo) Linux direkt starten kann. Da aber der externe SCSI-Port des Powerbooks 5300c nicht von MkLinux unterstützt wird, benötigt man ein Gastbetriebssystem, welches das Kopieren der kompletten CD auf die Festplatte ermöglicht.
Des weiteren wird das Boot-Programm, welches später wiederum Linux startet, als Erweiterung (Extension) durch Mac OS gestartet. Folglich kommt man nicht um Mac OS herum. Doch zuerst muss die neue Festplatte partitioniert werden. Die notwendige Mac-OS-Partition kann mit Drive Setupangelegt werden.
Zu beachten ist hierbei, dass wir später die komplette CD auf diese Partition kopieren müssen. Ich habe daher meine zwei Gigabyte Festplatte in zwei gleichgroße Hälften aufgeteilt. Nachdem die Mac-OS-Partition angelegt ist, kann erst einmal wieder Mac OS installiert werden. Der restliche Plattenplatz bleibt dabei ungenutzt.
Nach der Installation des Boot-Betriebssystems startet man das Programm Pdisk, welches auf der MkLinux-Installations-CD zu finden ist. Das Programm fragt als erstes nach der zu verwendenden Festplatte. Da unser Powerbook nur eine Festplatte besitzt, muss hier /dev/hda eingegeben werden, da die Festplatte an einem IDE-Controller hängt und der SCSI-Controller nur für den externen Port zuständig ist.
Bevor wir unsere Linux-Partitionenanlegen, muss aber herausgefunden werden, bei welcher Blocknummer diese beginnen sollen. Diese Information erhält man durch die Eingabe von p& in Pdisk. Der erste freie Block ist hierbei der Eintrag der Spalte base in der Zeile, in der Apple_Free steht. Die Größe der zu erzeugenden Partition lässt sich wie folgt annähernd berechnen Größe_in_MB@L: *2111 (z.B. 128 MB für Swap: 128@L: *2111=270208 blocks).
Wechseln wir also mit e in den Editiermodus von Pdisk. Hier können wir mit c eine neue Partition erzeugen. Dazu benötigen wir zuerst den Startblock, danach die berechnete Blockzahl und abschließend den Namen, den die Partition tragen soll. Sind alle Partitionen angelegt, wird durch w die neue Partitionstabelle geschrieben und mit q Pdisk beendet. Eine detaillierte Beschreibung (inklusive Beispiel) von Pdisk kann unter [5] gefunden werden.



