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01.01.2003

xpdf 2.0

Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass wir an dieser Stelle schon einmal über xpdf (http://www.foolabs.com/xpdf) gesprochen haben. Die jetzt erschiene Version 2.0 bringt einige Neuerungen, weshalb wir sie kurz unter die Lupe nehmen.

Seit der letzten Release wurde eine Reihe von Fehlern korrigiert. Zum Beispiel stellen TrueType-Schriften, die keine PDF-Kodierung besitzen, bei der Postscript-Ausgabe kein Problem mehr dar. Auch für Inline-Bilder erzeugt xpdf jetzt gültigen Postscript-Code, um nur einige Korrekturen zu nennen. Unter anderem wurde auch die Bedienung vereinfacht. Tastaturkürzel ermöglichen nun den direkten Zugriff auf wichtige Funktionen wie Suchen oder Drucken. Bei dieser Gelegenheit überarbeiteten die Entwickler gleich den Druckdialog: Wie bei Mozilla kann der Benutzer schnell und ohne lästige Eingabe von Befehlen zwischen der Ausgabe in eine Datei oder auf einen Drucker wählen. Die für den Druck notwendigen Parameter lassen sich in der Konfigurationsdatei benutzerspezifisch festlegen. Nähere Informationen dazu findet man in den umfangreichen Man-Pages.

Besonders beeindruckend ist auch bei dieser neuen Version die deutlich verbesserte Auswertung und Anzeige von PDF-Dateien. Das wird gerade bei mathematischen Dokumenten sehr deutlich. Ein Update auf die neue Version können wir deshalb nur empfehlen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Xpdf kann bei der Anzeige von PDF-Dokumenten problemlos mit dem Acrobat Reader mithalten

Abbildung 2

Abbildung 2: Der Druckdialog ist nun wesentlich benutzerfreundlicher

Autoupdate, automatisiert das System aktuell halten

Wer seine Linux-Installation sicher und auf dem aktuellsten Stand halten möchte, kommt kaum daran vorbei, die Distribution regelmäßig zu aktualisieren. Red Hat bietet deshalb den so genannten up2date-Service an, der jedoch kostenpflichtig ist. Will man das Geld sparen und hat die Distribution nicht gekauft, bleibt nur, alle Pakete aus dem Netz herunter zu laden und von Hand einzuspielen. Insbesondere wenn mehrere Rechner zu pflegen sind, gerät dies schnell zu Sisyphusarbeit. Mit Autoupdate ( http://www.mat.univie.ac.at/~gerald/ftp/autoupdate/) kann man dieser Aufgabe Herr werden.

Autoupdate ist ein Perl-Skript, dessen Hauptaufgabe das Herunterladen und Installieren von RPM-Paketen ist. Dabei wurde es vom Entwickler so allgemein gehalten, dass es auch mit anderen RPM-basierten Linux-Distributionen eingesetzt werden kann. Als Quelle für die neuen Pakete reicht ein FTP- oder HTTP-Server. Folglich lassen sich mit Autoupdate auch RPM-Pakete Dritter auf dem aktuellen Stand halten.

Zur Bewältigung seiner Aufgaben unterstützt Autoupdate fünf verschiedene Modi. Neben dem einfachen Download-Modus, der von einer vorher angegebenen Internet-Adresse nur die Pakete zieht, die aktueller als die installierte Version sind, gibt es noch einen Upgrade- sowie einen Install-Modus. Sie unterscheiden sich darin, dass ein Upgrade nur bereits vorhandene Pakete aktualisiert, während im Install-Modus auch Pakete eingespielt werden, die bis dato noch nicht auf dem Rechner sind. Ein besonderes Goody ist der Merge-Modus, der besonders für Administratoren interessant ist, die auf Ihrem Server ein Red-Hat-Installationsverzeichnis für das Netzwerk bereitstellen: Im Merge-Modus tauscht Autoupdate alle Pakete gegen die aktuellste Version von Red Hat aus. Damit sind bei jeder Neuinstallation direkt alle Fehlerkorrekturen integriert. Sie sollten jedoch nicht vergessen, vor der Installation die Paketliste auf Ihrem Server zu aktualisieren, sonst greift die Red-Hat-Installationsroutine ins Leere.

Ein weiteres Problem bei automatisierten Updates ist die Auflösung von Paketabhängigkeiten. Autoupdate umgeht dieses Problem durch Anlegen einer eigenen Paketdatenbank. Wo diese fehlt, orientiert es sich an den Namen der installierten Pakete, wodurch sich aber einige Abhängigkeiten nicht lösen lassen. Die Pflege einer weiteren Datenbank ist zwar nicht die eleganteste, jedoch die einzige Möglichkeit, die Konsistenz zwischen den Paketen zu sichern. Alles in allem ist Autoupdate eine interessante Lösung für all jene, die ihre Distribution nicht gekauft haben oder ihr System aus mehreren, verschiedenen Quellen aktualisieren möchten.

Centericq, Instanst Messaging einmal anderes

Die meisten Instant-Messenger-Programme basieren auf der Gtk- oder Qt- Bibliothek und setzen damit zwingend einen X Server voraus. Centericq (http://konst.org.ua/centericq/) geht hier einen anderen Weg. Basierend auf der Bibliothek ncurses ist es so schlank, dass Sie selbst über ISDN in einer SSH-Verbindung bequem chatten können. Ein weiterer Vorteil der ncurses-basierten Implementation ist die einfache Portierbarkeit auf andere Betriebssysteme. Dass Centericq auf allen BSD-Derivaten läuft, ist quasi selbstverständlich, aber auch Solaris und sogar MacOS X stellen für das Messenger-Programm kein Problem dar.

Ursprünglich als reines ICQ-Programm geplant, unterstützt es heute neben ICQ2000 auch die Protokolle MSN, Yahoo, AIM und IRC inklusive einiger ihrer Sonderfunktionen wie Dateiübertragung, Konferenzschaltung, Nickserv-Authentifizierung für IRC oder das Versenden von SMS-Nachrichten via ICQ. Man merkt bereits, dass es sich bei Centericq nicht um ein einfaches, zeilenbasiertes Messenger-Programm wie micq handelt. Sämtliche Funktionen lassen sich über eine komfortable Oberfläche steuern, deren Menüpunkte in 15 verschiedenen Sprachen verfügbar sind. Eine Unterstützung zur Anzeige von arabischen und hebräischen Texten rundet das Gesamtbild ab.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, Nachrichten oder SMS als Parameter an centericq zu übergeben. Dazu muss das Programm aber bereits aktiv sein. Auf diese Art und Weise könnten beispielweise Fehler- oder Statusmeldungen von eigenen Programmen zugestellt werden. Natürlich sind auch andere Einsatzzwecke denkbar. Damit Sie nicht all Ihre Kontakte neu eingeben müssen, bietet centericq Skripte, die Kontaktlisten und Log-Dateien von kxicq2, licq, micq und gnomeicu auswerten und im passenden Format ablegen. Ein schneller Umstieg ist somit gewährleistet. Wer jetzt neugierig geworden ist, findet eine aktuelle Version auf unserer Heft-CD.

Abbildung 3

Abbildung 3: Das Hauptmenü von centericq ist sehr übersichtlich

Abbildung 4

Abbildung 4: Obwohl centericq keine X-Anwendung ist, muss man nicht auf ein Konfigurationsmenü verzichten

xscreensaver, wenn eigentlich keiner zusieht

Xscreensaver (http://www.jwz.org/xscreensaver/) ist der Bildschirmschoner schlechthin für Linux. Bei etwa 140 verschiedenen Motiven, so genannten Hacks, bleiben schließlich kaum Wünsche offen. Jeder Hack ist ein kleines Programm, welches die Motive live berechnet. Dank dieses modularen Aufbaus ist das Hinzufügen neuer Hacks kein größeres Problem. Einen geeigneten Videoplayer vorausgesetzt, können auch ganze Filmsequenzen als Bildschirmschoner dienen. Im FAQ-Bereich der Web-Seite finden Sie dazu eine kleine Bauanleitung

Im regulären Betrieb läuft der Bildschirmschoner dezent als Daemon im Hintergrund und wartet, bis über ein vorher festgelegtes Intervall keine Eingabe mehr erfolgte. Erst dann wird ein Hack gestartet. Wer die Abwechselung liebt, kann mehrere Hacks auswählen, die in einer zufälligen Folge durchlaufen werden. So wird es für die Kollegen an den anderen Arbeitsplätzen nie langweilig. Die Deaktivierung des Bildschirmschoners erfolgt je nach Konfiguration durch Eingabe des Passworts oder, wenn die Sperrfunktion nicht eingerichtet wurde, mit einer beliebigen Eingabe. Im Betrieb lassen sich über ein entsprechendes Zusatzprogramm die Parameter des Bildschirmschoners jederzeit ändern. Unter Gnome integriert sich das Konfigurationsmenü von xscreensaver sogar nahtlos in das Gnome-Kontrollzentrum.

Wer jetzt xscreensaver einsetzen möchte, findet auf der Heft-CD das Archiv der zum Redaktionsschluss aktuellen Version. Die meisten Distributionen enthalten jedoch bereits dieses Paket, das sie gegebenenfalls nur nachinstallieren müssen.

Abbildung 7: Die LinuxUser-Web-Seite einmal mit und einmal ohne Bannerwerbung

bfilter, Web-Banner wirksam bannen

Jeder kennt das Problem: Lästige Werbebanner oder Popups stören nicht nur das Surfen im Netz, gerade bei Schmalbandverbindungen über Modem oder ISDN reduziert das ungewollte Laden solcher Werbung erheblich die eh schon geringe Bandbreite. Zwar können moderne Browser unliebsame Popups unterbinden, gegen Banner sind die meisten aber machtlos. Wer die Zwangswerbung los werden will, schafft mit einem Filter-Proxy Abhilfe.

Bfilter (http://bfilter.sourceforge.net/) ist ein solcher Proxy-Dienst. Im Gegensatz zu anderen Proxies dieser Art, die mit "schwarzen Listen" arbeiten, verwendet bfilter einen effizienten, heuristischen Algorithmus, um Banner zu erkennen. Auf diese Weise entfällt das regelmäßige Aktualiseren von Listen, und auch durch JavaScript dynamisch erzeugte Banner lassen sich so filtern. In einigen Fällen kann dies jedoch zur Folge haben, dass die Seite nicht mehr korrekt angezeigt wird. Durch eine entsprechende Feinabstimmung der Konfiguration lassen sich diese Probleme eingrenzen.

Für alle, die Banner und Popups aus ihrem Netzwerk verbannen wollen, ist bfilter eine interessante Alternative zu anderen Filter-Proxies, da die Pflege der schwarzen Listen entfällt.

Abbildung 7: Die LinuxUser-Web-Seite einmal mit und einmal ohne Bannerwerbung

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