Centericq, Instanst Messaging einmal anderes

Die meisten Instant-Messenger-Programme basieren auf der Gtk- oder Qt- Bibliothek und setzen damit zwingend einen X Server voraus. Centericq (http://konst.org.ua/centericq/) geht hier einen anderen Weg. Basierend auf der Bibliothek ncurses ist es so schlank, dass Sie selbst über ISDN in einer SSH-Verbindung bequem chatten können. Ein weiterer Vorteil der ncurses-basierten Implementation ist die einfache Portierbarkeit auf andere Betriebssysteme. Dass Centericq auf allen BSD-Derivaten läuft, ist quasi selbstverständlich, aber auch Solaris und sogar MacOS X stellen für das Messenger-Programm kein Problem dar.

Ursprünglich als reines ICQ-Programm geplant, unterstützt es heute neben ICQ2000 auch die Protokolle MSN, Yahoo, AIM und IRC inklusive einiger ihrer Sonderfunktionen wie Dateiübertragung, Konferenzschaltung, Nickserv-Authentifizierung für IRC oder das Versenden von SMS-Nachrichten via ICQ. Man merkt bereits, dass es sich bei Centericq nicht um ein einfaches, zeilenbasiertes Messenger-Programm wie micq handelt. Sämtliche Funktionen lassen sich über eine komfortable Oberfläche steuern, deren Menüpunkte in 15 verschiedenen Sprachen verfügbar sind. Eine Unterstützung zur Anzeige von arabischen und hebräischen Texten rundet das Gesamtbild ab.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, Nachrichten oder SMS als Parameter an centericq zu übergeben. Dazu muss das Programm aber bereits aktiv sein. Auf diese Art und Weise könnten beispielweise Fehler- oder Statusmeldungen von eigenen Programmen zugestellt werden. Natürlich sind auch andere Einsatzzwecke denkbar. Damit Sie nicht all Ihre Kontakte neu eingeben müssen, bietet centericq Skripte, die Kontaktlisten und Log-Dateien von kxicq2, licq, micq und gnomeicu auswerten und im passenden Format ablegen. Ein schneller Umstieg ist somit gewährleistet. Wer jetzt neugierig geworden ist, findet eine aktuelle Version auf unserer Heft-CD.

Abbildung 3: Das Hauptmenü von centericq ist sehr übersichtlich
Abbildung 4: Obwohl centericq keine X-Anwendung ist, muss man nicht auf ein Konfigurationsmenü verzichten

xscreensaver, wenn eigentlich keiner zusieht

Xscreensaver (http://www.jwz.org/xscreensaver/) ist der Bildschirmschoner schlechthin für Linux. Bei etwa 140 verschiedenen Motiven, so genannten Hacks, bleiben schließlich kaum Wünsche offen. Jeder Hack ist ein kleines Programm, welches die Motive live berechnet. Dank dieses modularen Aufbaus ist das Hinzufügen neuer Hacks kein größeres Problem. Einen geeigneten Videoplayer vorausgesetzt, können auch ganze Filmsequenzen als Bildschirmschoner dienen. Im FAQ-Bereich der Web-Seite finden Sie dazu eine kleine Bauanleitung

Im regulären Betrieb läuft der Bildschirmschoner dezent als Daemon im Hintergrund und wartet, bis über ein vorher festgelegtes Intervall keine Eingabe mehr erfolgte. Erst dann wird ein Hack gestartet. Wer die Abwechselung liebt, kann mehrere Hacks auswählen, die in einer zufälligen Folge durchlaufen werden. So wird es für die Kollegen an den anderen Arbeitsplätzen nie langweilig. Die Deaktivierung des Bildschirmschoners erfolgt je nach Konfiguration durch Eingabe des Passworts oder, wenn die Sperrfunktion nicht eingerichtet wurde, mit einer beliebigen Eingabe. Im Betrieb lassen sich über ein entsprechendes Zusatzprogramm die Parameter des Bildschirmschoners jederzeit ändern. Unter Gnome integriert sich das Konfigurationsmenü von xscreensaver sogar nahtlos in das Gnome-Kontrollzentrum.

Wer jetzt xscreensaver einsetzen möchte, findet auf der Heft-CD das Archiv der zum Redaktionsschluss aktuellen Version. Die meisten Distributionen enthalten jedoch bereits dieses Paket, das sie gegebenenfalls nur nachinstallieren müssen.

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