Gnomogram

News und Programme rund um Gnome

01.01.2003

gman, die Man-pages im Griff

Man-Pages sind seit jeher die erste Anlaufstelle, wenn mehr Informationen über Konfigurationsdateien, Programmparameter oder Funktionen gebraucht werden. Allerdings hat sich die Bedienung des man-Befehls über die Jahre leider nicht weiter entwickelt. Zwar gibt es eine X-Variante, deren Bedienung aber auch nicht als komfortabel oder gar intuitiv gerühmt werden kann.

Gman (http://homex.coolconnect.com/user/xkwang/gman/) versucht nun, dem Benutzer im Man-Page-Dschungel den Durchblick zu bringen.

Bei der Entwicklung von gman hatte der Programmier besonders Unix-Neulinge im Sinn – die Zielgruppe, die sicher am häufigsten auf Man-Pages zurück greift, aber auch am leichtesten den Überblick verliert. Um in der Fülle von Man-Pages schnell die richtige zu finden, kann der Benutzer deshalb in gman nach Schlüsselwörtern oder im Index suchen. Zur besseren Übersicht lassen sich dabei im Index alle nicht benötigten Man-Page-Bereiche ausblenden. Das reduziert die Anzahl der Dokumente erheblich. Wurde die gesuchte Man-Page gefunden, stellt sich die Frage, wie die Daten angezeigt werden sollen. Hier hat der Benutzer die Wahl zwischen einer Anzeige in einem Terminal-Fenster oder im Ghostview. Letzteres ist besonderes praktisch, wenn die Man-Page später auch gedruckt oder als PDF-Datei weiter gegeben werden soll. Theoretisch ist auch die Anzeige in einem Browser möglich, was aber im Test nicht funktionierte.

gman ist eine gute Alternative zum unhandlichen xman. Dank der verschiedenen Anzeigeprogramme und der übersichtlichen Bedienung brauchen auch Unix-Neulinge keine Scheu mehr vor den berüchtigten Man-Pages zu haben.

Netzwerkwartung mit Gnome

Netstat gehört unter Unix zu den wichtigsten Bordmitteln, wenn man feststellen möchte, auf welchen Ports der eigene Rechner im Augenblick Dienste anbietet oder welche Verbindungen bestehen. Leider ist die Ausgabe von netstat auf den ersten Blick nicht sehr übersichtlich. Mowie (http://cuspy.com/software/mowie/) ist ein Gnome-Programm, das dem Benutzer hilft, schnell die gewünschten Informationen zu finden.

Nach dem Start listet Mowie alle bestehenden Verbindungen tabellarisch auf und aktualisiert sie in regelmäßigen Intervallen. In dieser Darstellung können dann einzelne Spalten, zum Beispiel für lokale Ports oder Verbindungsstatus, ein- bzw. ausgeblendet werden. Auf Wunsch löst Mowie alle IP-Adressen in Rechnernamen auf. Leider bietet Mowie noch nicht die komplette Funktionalität von netstat, dies steht aber genauso auf der To-Do-Liste wie die Unterstützung von Plug-Ins.

Ein anderes, besonders für Administratoren von Firewalls interessantes Gnome-Programm ist IP Sorcery (http://www.informony.com/ipsorcery.html). Mit Hilfe dieses Programmes lassen sich über ein grafisches Front-End bequem beliebige TCP/IP-Pakete generieren und verschicken. So können Sie das Verhalten Ihrer Firewall bei kritischen Datenpaketen testen oder kontrollieren, ob die neueste Version eines Daemons noch bekannte Fehler enthält. Selbstverständlich lassen sich alle Paketkonfigurationen speichern, so dass Sie jederzeit Ihre Versuchsreihe unter den gleichen Bedingungen fortsetzen können. Da IP Sorcery auch komplett über Kommandozeilenparameter konfigurierbar ist, eignet es sich bestens zum Einsatz mit eigenen Testskripten. Regelmäßige Netzkontrollen ließen sich so automatisieren – das macht IP Sorcery zu einem weiteren Baustein für mehr Netzwerksicherheit.

Abbildung 1: Mowie listet alle bestehenden Verbindungen auf.

anjuta, entwickeln unter Gnome

Über die Gtk-/Gnome-Software-Entwicklungsumgebung anjuta (http://anjuta.org/) haben wir bereits Anfang des letzten Jahres in einem Vergleich verschiedener Linux-Entwicklungsumgebungen (IDEs) geschrieben. Damals handelte es sich jedoch noch um eine Beta-Version. Innerhalb eines Jahres hat anjuta den Schritt von Version 0.1.8 zur 1.0.0 geschafft – und das mit nur zwei Zwischenversionen.

Die aktuelle Version verfügt neben einer verbesserten Versionskontrolle nun auch über Gnome-Print-Unterstützung. Außerdem wurden der Projekt-Wizard überarbeitet und eine Reihe kleiner Funktionen implementiert und Fehler korrigiert. Um die Einarbeitungsphase so kurz wie möglich zu gestalten, wurde ein "Kickstart Tutorial" erstellt, das im Gegensatz zum FAQ und zum eigentlichen Manual aber nur in englischer Sprache vorliegt.

Mit der aktuellen Version leistet anjuta einen weiteren Beitrag zur Vermehrung von Gnome- bzw. Gtk-Programmen. Dank intuitiver Oberfläche und neuen Funktionen wird die Entwicklung noch einfacher. Wenn das kein Anreiz ist.

Abbildung 2: Anjuta bietet eine IDE, wie man sie sonst von Windows Programm gewohnt ist.
Abbildung 3: Ein Wizard unterstützt den Entwickler beim Anlegen neuer Projekte

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare