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Linux-Programmierung mit Kylix, Teil 2

Wertewandel per Mausklick

Das Symbol verändert sich zu einem Minuszeichen, über das das aufgeklappte Untermenü geschlossen werden kann. Wenn Sie eine Eigenschaft auswählen, ist der Wert rechts markiert und Sie können den Wert in einem Eingabefeld bearbeiten, sofern er nicht nur zu lesen ist.

Dabei muss man unterscheiden, um welchen Typus von Eigenschaft es sich handelt. Kylix stellt über den Objektinspektor diese unterschiedlichen Typen durch geeignete Anzeigemodi verschiedenartig dar bzw. stellt unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten über so genannte Eigenschafts-Editoren zur Manipulation der Werte zur Verfügung.

Hier ist ein kleine Auswahl der wichtigsten Eingabemöglichkeiten. Die einfachste Eingabe erfolgt über ein einzeiliges Eingabefeld über die Tastatur. Eigenschaften, die auf diese Weise manipuliert werden, entsprechen im Allgemeinen Zahlen oder Texten, wobei bestimmte Rahmenbedingung wie Text oder Zahl geprüft werden können.

Weiter finden Sie im Objektinspektor Eigenschaftswerte, die über ein Dialogfeld festgelegt werden können. Meist handelt es sich um komplexere, aber dennoch in einem gewissen Bereich begrenzte Angaben. Etwa Schrifttypen samt Formatierung. Bei diesen Eigenschaften wird - sobald sie im Objektinspektor selektiert sind - eine Schaltfläche mit drei Punkten (…) angezeigt.

Bei Eigenschaften mit einer begrenzten Anzahl an vorgegebenen Werten wird bei einer Selektion in der Wertespalte eine Dropdown-Schaltfläche angezeigt. Es handelt sich hier um einen Editor mit aufklappbarer Liste.

Über das Auswahlfeld am oberen Rand des Objektinspektors gelangen Sie an eine Dropdown-Liste, in der alle Komponenten des aktiven Formulars angezeigt werden. Mit einem Klick auf einen Eintrag können Sie zwischen den einzelnen Komponenten des aktuellen Formulars wechseln.

Ereignisse und der Objektinspektor

Damit ein Programm zur Laufzeit auf bestimmte Situationen reagieren kann, unterstützen fast alle Komponenten bestimmte Ereignisse, bei deren Auftreten eine bestimmte Funktionalität aufgerufen werden kann.

Etwa einen Mausklick durch den Anwender oder das Überstreichen eines Komponentenbereichs mit dem Mauszeiger. Mit Hilfe des rechten Registerblatts im Objektinspektor können Sie Komponenten mit Programmereignissen verknüpfen. Bei jeder Komponente finden Sie eine Liste mit allen davon unterstützten Ereignissen.

Welche Ereignisse bei einer Komponente Sinn ergeben, hängt vom Typ ab. Ein Button wird andere Ereignisse unterstützen als zum Beispiel ein Label. Grundsätzlich besitzt jede Komponente ein Standardereignis. Das ist ein Ereignis, das per Default ausgelöst wird.

Bei vielen Komponenten ist das der Klick. Diesem Standardereignis ist eine Behandlungsroutine zugeordnet, deren Grundschablone, eine leere Routine, Sie in Kylix einfach mit einem Doppelklick auf die Komponente im Formulardesigner erzeugen können.

Dabei wechselt die Kylix-IDE automatisch in den Quelltexteditor und springt zu der Stelle, wo Sie hineinschreiben können, was beim Auftreten dieses Ereignisses passieren soll. Der Name der Routine zur Reaktion auf Ereignisse wird bei der Generierung der Codeschablone automatisch generiert. Er ergibt sich nach festen Kriterien.

Vor dem Punkt finden Sie den Namen des Objekts, auf dem sich das Ereignis abspielt, zum Beispiel der Name des Buttons. Hinter dem Punkt kommt der eigentliche Name der Routine. Dieser setzt sich aus dem Namen der Komponente und dem spezifizierten Ereignis zusammen.

Wenn Sie also auf einer Form mit dem Namen TForm1 einen Button einfügen, erhält dieser als Standard den Namen Button1. Soll das Ereignis Click unterstützt werden, ergibt sich automatisch der Name TForm1.Button1Click.

Verändern Sie später den Namen einer Komponente zum Beispiel im Objektinspektor, passt die Software die Namen der zugeordneten Ereignismethoden automatisch an. Spezifizieren Sie bei einer Komponente statt dem Standardereignis ein anderes Ereignis, können Sie einfach im Inspektor in der entsprechenden Zeile im rechten Registerblatt mit den Events einen Doppelklick ausführen und eine passende Schablone wird generiert. Der Name der generierten Schablone setzt sich wie beim Standardereignis aus dem Namen der Komponente und der Art des Ereignisses zusammen. Alle Ereignisse, die eine Komponente unterstützt, werden namentlich im Objektinspektor angezeigt.

Begriffe - Erklärungen

Kompilieren Übersetzen von Quelltext in lauffähigen Code.
Linker/Linken Ein Linker ist der Teil der Entwicklungsumgebung, der aus dem übersetzten Quellcode durch Verbinden mit noch notwendigen Bibliotheken ein lauffähiges Programm erzeugt. Linken ist der aktive Vorgang.

Der Autor

Ralph Steyer ist Diplom-Mathematiker und arbeitete nach dem Studium einige Jahre als Programmierer. Seit 1995 ist er selbständig und teilt sich mittlerweile die Arbeit zwischen Publikation, Schulung, Projektarbeit, Mittagsschlaf, Sport und Musikmachen auf. Zu erreichen ist er unter http://www.rjs.de.

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LinuxUser 06/2012

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