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Alles in Ordnung

LaTeX-Workshop, Teil III

01.01.2003 Bringen Sie Struktur in Ihre LaTeX-Dokumente – in dieser Folge zeigen wir, wie Sie Texte in Abschnitte und Kapitel einteilen, Inhaltsverzeichnisse erstellen, mit verschiedenen Listenformaten und Tabellen arbeiten und Querverweise und Fußnoten setzen.

Ein LaTeX-Dokument lässt sich mit Hilfe einfacher Befehle in Abschnitte und Kapitel unterteilen. Dazu definieren Sie Überschriften verschiedener Ebenen, welche im Dokument automatisch durchnumeriert und durch ein verändertes Schriftbild dargestellt werden. Für die verschiedenen Dokumentklassen von LaTeX (article, book, report, [1]) stehen die folgenden Einteilungen zur Verfügung:

*

\section{...}

  • \subsection{...}
  • \subsubsection{...}
  • \paragraph{...}

In den geschweiften Klammern steht jeweils der Text der Überschrift. Beachten Sie, dass die entsprechenden Kommandos in der richtigen Reihenfolge stehen sollten: Die erste \section ist das Kapitel mit der Nummer 1, die folgenden \subsections werden mit 1.1, 1.2 usw. durchgezählt, und die folgenden \subsections heißen entsprechend 1.1.1, 1.1.2 usw. (siehe Abbildung 1). Weiterhin steht die Ebene \paragraph zur Verfügung, welche Worte am Satzanfang hervorhebt. Die beiden Dokumentklassen book und report besitzen darüberhinaus noch eine zusätzliche Unterteilung in \chapter.

Abbildung 1: Einteilung von LaTeX-Dokumenten

Aufgrund dieser Einteilungen erstellt LaTeX auf Wunsch ein Inhaltsverzeichnis. Der Befehl dazu heißt \tableofcontents und steht innerhalb des Dokumentes an der Stelle, wo das Verzeichnis erscheinen soll (siehe Abbildung 2). Das deutsche Wort "Inhaltsverzeichnis" erscheint übrigens nur dann, wenn Sie im Dokument das Paket german oder ngerman verwenden.

Abbildung 2: Inhaltsverzeichnis von LaTeX erstellen lassen

Gelistet

LaTeX kennt eine Reihe verschiedener Listenformen, z. B. numerierte und unnumerierte. Letztere, auch Spiegelstrichlisten genannt, stehen innerhalb der itemize-Umgebung, d. h. zunächst folgt ein einleitender Befehl \begin{itemize}, dann die einzelnen Punkte, die durch die Anweisung \item eingeleitet werden, und das Ende der Umgebung wird entsprechend durch \end{itemize} gekennzeichnet.

Diese Listen lassen sich schachteln; innerhalb einer itemize-Umgebung dürfen bis zu vier weitere dieser Ebenen stehen. Die geschachtelten Ebenen werden durch unterschiedliche Aufzählungszeichen und Texteinrückung kenntlich gemacht. Eine Einrückung im Quellcode empfiehlt sich darüberhinaus, damit man nicht den Überblick verliert (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Geschachtelte Spiegelstrichlisten

Numerierte Listen stehen in einer enumerate-Umgebung; ihre Markierung erfolgt in einer fortlaufenden Bezifferung, startend mit der Zahl 1. Auch hier ist eine Schachtelung in vier Ebenen erlaubt:

\begin{enumerate}
\item Punkt 1
\item Punkt 2
  \begin{enumerate}
  \item Punkt 2.1
  …
  \end{enumerate}
\end{enumerate}

Bei der enumerate-Umgebung hat die erste Ebene die Ziffer 1, die zweite wird mit Kleinbuchstaben versehen, die dritte Stufe hat kleine römische Ziffern und die vierte Schachtelung Großbuchstaben. Sollen die Symbole der jeweiligen Stufen verändert werden, können Sie dieses für das gesamte Dokument oder lokal für einen Auflistungspunkt festlegen. Um nur einen einzelnen \item-Befehl anders aussehen zu lassen, setzen Sie das neue Zeichen einfach in eckige Klammern dahinter, z. B. \item[+]. Für das gesamte Dokument wird das Layout im Vorspann der .tex-Datei verändert. Dazu definieren Sie das entsprechende Kommando mit dem Befehl \renewcommand neu:

\renewcommand{\labelitemi}{+}
\renewcommand{\labelenumi}{+}

Die verschiedenen Stufen für die itemize-Umgebung heißen \labelitemi, \labelitemii, \labelitemiii und \labelitemiv. In der enumerate-Umgebung werden die Befehle mit \labelenumi, \labelenumii, \labelenumiii und \labelenumiv bezeichnet.

Die description-Umgebung umschließt sogenannte Definitionslisten. Diese sind beispielsweise für Glossare gedacht. Die Einträge bestehen aus einem Ausdruck, der definiert werden soll, und der dazugehörenden Erklärung:

\begin{description}
\item[LinuxUser] Das Magazin für die Praxis
\item[Linux-Magazin] Die Zeitschrift für Linux-Professionals
\end{description}

Alle vorgestellten Listenformen lassen sich auch untereinander schachteln und vermischen; achten Sie aber darauf, dass jede Umgebung einen öffnenden und einen schließenden Befehl hat (siehe Abbildung 4).

Abbildung 4: Gemischt gelistet

Tabulatoren und Tabellen

LaTeX ignoriert Leerzeichen und Tabulatoren im Quelltext beim latex-Aufruf. Um einen Tabulatorstop zu setzen, bedarf es also wieder gesonderter LaTeX-Befehle. In der sogenannten tabbing-Umgebung können Sie:

  • mit \= eine Tabulatorstelle setzen
  • mit \> eine Tabulatorstelle ansteuern

Einzelne Zeilen werden durch \\ voneinander getrennt:

\begin{tabbing}
Hier ist \=ein Tab und \= hier noch einer\\
\end{tabbing}

In der nun folgenden Zeile kann nun mit der Zeichenkombination \> an die jeweiligen Stellen gesprungen werden (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Tabstops setzen

Das Beispiel macht deutlich: Um Dinge in tabellarischer Form darzustellen, ist tabbing eher unpraktisch. Daher kommt LaTeX mit einer weiteren Umgebung für Tabellen, der tabular-Umgebung. Das Format ist:

\begin{tabular}[position]{spaltenform}
…
\end{tabular}

Als Parameter für die Position darf entweder ein [t] (Ausrichtung der obersten Tabellenzeile auf die laufende Umgebung) oder ein [b] (Ausrichtung der untersten Tabellenzeile auf die laufende Umgebung) gesetzt werden. Wird diese Angabe weggelassen, wird die vertikale Tabellenmitte ausgerichtet. Als zweite Option sollten Sie Informationen über Anzahl und Ausrichtung der Spalten festlegen; der Parameter {spaltenform} darf folgende Definitionen enthalten:

*

l – linksbündig ausgerichtete Spalte

  • r – rechtsbündig ausgerichtete Spalte
  • c – zentrierte Spalte
  • | – senkrechter Strich als Trenner in Tabellenhöhe

Gleichzeitig wird die Anzahl der Spalten in diesen eckigen Klammern festgelegt. Sollen also drei Tabellenspalten mit linksbündig ausgerichtetem Text und einfachen Trennstrichen gesetzt werden, heißt die Definition:

\begin{tabular}[t][{|l|l|l|}
…

Innerhalb einer Tabelle sind die folgenden Angaben erlaubt:

*

& – trennt die Tabellenspalten voneinander

  • \\ – markiert ein Zeilenende
  • \hline – eine waagerechte Linie in Tabellenbreite

Die Spaltenbreite richtet sich nach dem breitesten Spalteninhalt; fortgeschrittene LaTeX-Anwender können dieses und viele andere Formatvorgaben natürlich durch weitere Parameter individuell festlegen. Als letztes Feature in Zusammenhang mit Tabellen sei noch das Erstellen mehrspaltiger Überschriften erwähnt. Mit dem Befehl \multicolumn{spaltenanzahl}{ausrichtung}{text} definieren Sie die Ausrichtung und den Text und über wieviele Spalten sich die Überschrift erstrecken soll Mit wenigen einfachen Angaben lassen sich so übersichtliche Tabellen erstellen (siehe Abbildung 6).

Abbildung 6: Einfache Tabellen in LaTeX

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Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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