Korner: KNewsticker

Aus LinuxUser 01/2003

Korner: KNewsticker

Nachrichtenbote

Süchtig nach News? Die wichtigsten Schlagzeilen liefert Ihnen der KNewsticker frei Haus.

Korner

In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.

Ein wachsames Auge auf die Headlines der einschlägigen Nachrichtendienste zu haben, gehört zu den häufigsten Online-Aktivitäten deutscher Web-Surfer. Doch nicht jeder hat Zeit und Lust, mehrmals am Tag bei Spiegel Online, CNN oder der Tagesschau vorbei zu schauen. Wäre es da nicht nett, die Schlagzeilen frei Haus auf den Desktop geliefert zu bekommen?

KDE-Nutzer versorgt KNewsticker zuverlässig mit den heißesten Nachrichten aus dem Internet. Da das Programm Bestandteil des Pakets kdenetwork ist, bleiben die meisten User von langweiligen Installationsorgien verschont und können stattdessen direkt in die Konfiguration des Programms einsteigen.

Am laufenden Band

Wie es sich für einen guten Newsticker gehört – CNN, N24 und N-TV lassen grüßen –, präsentiert sich auch KNewsticker als Laufband, das sich in der Kontrollleiste Ihres Desktops einnistet. Wer dort noch ausreichend Platz übrig hat, bindet das Programm direkt in die Leiste ein. Eine bessere Übersicht verschaffen Sie sich jedoch, wenn Sie dem Ticker eine separate abhängige Kontrollleiste spendieren.

Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf die reguläre Kontrollleiste. Im daraufhin erscheinenden Kontext-Menü hangeln Sie sich zum Punkt Hinzufügen / Erweiterung / Abhängige Kontrollleiste vor.

Laut Angaben der Entwickler erscheint eine neu eingerichtete abhängige Kontrollleiste standardmäßig unterhalb der KDE-Kontrollleiste. Das war jedoch nicht auf allen Test-Rechnern der Fall: Mal blitzte sie am linken Bildschirmrand auf, mal (genauer gesagt bei älteren KDE-Versionen) über der Kontrollleiste. Im ersten Fall können Sie die neue Leiste jederzeit mit der Maus oder über den Menüpunkt Kontrollleiste einrichten aus dem Kontrollleistenmenü an anderen Stellen des Bildschirmrands positionieren.

Nun endlich starten Sie den Newsticker: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die neu eingerichtete Leiste, und wählen Sie im Kontextmenü den Punkt Hinzufügen / Miniprogramm / KNewsTicker (bei KDE 2 Newsticker).

Verfügen Sie über eine Standleitung, oder sind Sie zum Zeitpunkt des Programmstarts gerade online, füllt sich das Tickerband sofort mit Nachrichten, wie Abbildung 1 zeigt. Interessiert Sie eine der Schlagzeilen besonders, klicken Sie einfach nur mit der Maus darauf. Dann verbindet Sie KNewsticker direkt im Konqueror mit der Quelle beziehungsweise der Seite mit der vollständigen Nachricht.

Besonders komfortabel haben es Nutzer einer Radmaus: Wenn sie damit ins Laufband klicken, scrollen sie die Schlagzeilen durch Drehen am Mausrad vor und zurück. Aber auch Besitzer weniger komfortabler Mäuse können bereits durchgelaufene Nachrichten zurück ins Blickfeld holen. Klicken Sie dazu mit der linken Maustaste ins Laufband, und halten Sie sie gedrückt. Schieben Sie das Band nun mit der Maus so lange vor- und zurück, bis die Nachricht wieder in Klickweite rückt.

Abbildung 1: Neuigkeiten aus aller Welt

Abbildung 1: Neuigkeiten aus aller Welt

Den Ticker füttern

Um an die Nachrichten zu kommen, benötigt der Newsticker Web-Seiten, die ihre Informationen und Nachrichten im RDF– oder RSS-Format aufbereiten. Diese Dateien enthalten sowohl die Schlagzeilen als auch die Links auf den vollen Artikel.

Erfreulicherweise bringt KNewsticker bereits eine ganze Reihe an derart aufbereiteten News-Quellen quer durch alle Themengebiete mit. Reichen Ihnen diese nicht aus, füttern Sie das Programm über einen Konfigurationsdialog bequem mit neuen Quellen; ältere oder für Sie uninteressante entfernen Sie oder benennen bestehende Quellen um.

Abbildung 2: Welche Quellen zapfen Sie an?

Abbildung 2: Welche Quellen zapfen Sie an?

Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste ins Laufband, und wählen Sie im Kontext-Menü den Punkt Einstellungen… aus, um in die Kommandozentrale von KNewsticker zu gelangen. Im Tab Nachrichtenquellen (Abbildung 2) haben Sie verschiedenen Optionen. Mit einem Häkchen legen Sie hier per Mausklick fest, welche der voreingestellten Nachrichtenquellen tatsächlich im Laufband mit ihren Headlines zu sehen sind – bei KDE 2 werden alle eingepflegten Ticker angezeigt.

Möchten Sie eine Quelle neu hinzufügen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Kennen Sie die genaue Adresse der RSS- oder RDF-Datei, klicken Sie auf den Button Hinzufügen…. Im daraufhin erscheinenden Dialog (Abbildung 3) tragen Sie Name, Quelle und die passende Kategorie ein. KDE 3 macht das Ausfüllen noch komfortabler. Haben Sie die URL einer Newsquelle zur Hand (für die Nachrichten der Linux Community beispielsweise https://www.linux-community.de/Ticker/news.rdf), tragen Sie diese bei Quelldatei: ein und klicken auf den Button Vorschlag. Abgesehen von der Kategorie füllen sich nun alle anderen Felder automatisch, und ein OK sorgt dafür, dass die neue Quelle angezapft werden kann.

Eine gute Übersicht vorhandener Newsfeeds rund um den Globus finden Sie unter http://www.newsisfree.com/ oder http://www.webreference.com/services/news/.

Abbildung 3: Neue Quellen fügen Sie bei KDE 3 in diesem Fenster hinzu

Abbildung 3: Neue Quellen fügen Sie bei KDE 3 in diesem Fenster hinzu

Neue Ticker im Vorbeigehen

Stolpern Sie während des Surfens über eine interessante Quelle (oft erkennt man diese an einem Button namens XML oder RSS auf der Seite) reicht es bei KDE 3, diese mit der Maus auf das Laufband zu ziehen. KNewsticker fragt noch einmal explizit nach (Abbildung 4), ob Sie sie wirklich hinzufügen möchten, und ergänzt Ihre Datenbank nach einem Klick auf Ja.

Einen kleinen Haken hat diese Methode: Die neue Quelle erhält als Namen von Hause aus ein Unbekannt. Möchten Sie das Kind ordentlich taufen, müssen Sie dies über den Konfigurationsdialog aus Abbildung 3 tun. Hierzu wählen Sie die Quelle mit der Maus an und klicken den Bearbeiten-Button.

Abbildung 4: Drag&Drop reicht, um die Datenbank zu ergänzen

Abbildung 4: Drag&Drop reicht, um die Datenbank zu ergänzen

Neben der Verwaltung der Nachrichtenquellen bietet das Konfigurationsmenü noch andere Einstellungsmöglichkeiten: Das Laufband scrollt zu schnell oder zu langsam? Die Farben der Schrift oder des Bandes gefallen Ihnen nicht? Dann werfen Sie schnell einen Blick auf den Tab Einstellungen für den Lauftext (Abbildung 5), wo Sie dies alles an Ihren Geschmack anpassen können. KDE 2 nennt den entsprechenden Reiter übrigens Allgemein. Ein Klick auf den Button Anwenden genügt dann, um die Änderungen on the fly vorzunehmen. Ein Neustart des KNewstickers ist nicht nötig.

Abbildung 5: KNewsticker beugt sich auch im kosmetischen Bereich Ihren Wünschen

Abbildung 5: KNewsticker beugt sich auch im kosmetischen Bereich Ihren Wünschen

Glossar

RSS

“Rich Site Summary” ist ein Internet-Standard für Newsticker (Newsfeeds) auf Basis von XML und RDF. Damit kann man laufend Informationen von Content-Anbietern abrufen und auf der eigenen Website oder dem Desktop mit Titel, Kurzbeschreibung und Link auf den Volltext darstellen.

RDF

Mit dem “Resource Description Framework” steht eine Infrastruktur zur Kodierung, zum Austausch und zur Wiederverwendung von Metadaten im Internet zur Verfügung. Dieses vom World Wide Web Consortium (W3C) geschaffene einheitliche und erweiterbare Metadaten-Format beruht genau wie das RSS-Format auf XML.

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