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K-splitter

01.01.2003

Ein neues Design in einem neuen Jahr, bessere Python-Unterstützung und leider auch ein paar Sicherheitslücken beschäftigen uns im Januar-Heft.

Vertrautes Styling für GTK-Applikationen

Wer sich von der einen oder anderen GNOME- beziehungsweise GTK-Applikation nicht trennen möchte (wie etwa von Gimp oder XMMS), muss künftig auch bei diesen Programmen nicht mehr auf das gewohnte KDE-Look&Feel verzichten. Schuld daran ist das neue Geramik GTK Theme. Dieses sorgt dafür, dass GTK-Tools dem KDE-Keramik-Theme folgen, wie Abbildung 1 beweist.

Abbildung 1

Abbildung 1: GNOME meets KDE

Die Installation des Themes geht recht einfach, sofern Ihr Rechner mit den dev(el)-Paketen zur GTK- und Imlib-Bibliothek ausgestattet ist. Besorgen Sie sich den Tarball mit den Geramik-Sourcen unter http://www.kde-look.org/content/show.php?content=3952, und installieren Sie sie mit dem gewohnten Dreiklang ./configure; make; make install – letzteres natürlich als root. Nun müssen Sie nur noch die Datei /usr/local/share/themes/Geramik/gtk/gtkrc ins Verzeichnis /etc/gtk (wenn Sie alle User auf Ihrem Rechner mit Geramik beglücken wollen) oder ~/.gtkrc (für den persönlichen Gebrauch) kopieren.

Python vor!

Große Ereignisse werfen an der KDE/Python-Front ihre Schatten voraus: Detlev Offenbach verkündete in Entwicklerkreisen, dass bald mit einer neuen Version seines grafischen Python-Debuggers eric zu rechnen sei.

Der Eric der dritten Generation (Abbildung 2) mausert sich dabei immer mehr zur integrierten Entwicklungsumgebung. So soll er endgültig das Programm Qscintilla, einen Quelltext-Editor mit Code-Ergänzung für Python, integrieren. Zudem wird das Programm direkt in der Qt-Dokumentation browsen und es erlauben, die Qt-Entwicklerwerkzeuge QtDesigner und QtLinguist für Korrekturen zu benutzen. Auch ein Python-Klassen-Browser darf nicht fehlen.

Wer sich das Programm bereits in der noch nicht ganz so fortgeschrittenen, aktuellen Version 2.1.4 zum Selbstkompilieren herunterladen will, findet den Quellcode auf der Homepage des Autors unter http://www.die-offenbachs.de/detlev/eric.html.

Abbildung 2

Abbildung 2: Mit Eric wird Python-Programmierung noch einfacher

Unterstützung für KDE-Entwickler

Ob Schürze, Bierkrug, Mauspad oder Tanga-Slip – alles lässt sich mit einem KDE-Logo wie in Abbildung 3 hübsch verzieren. Die gesamte KDE-Produktpalette auf einen Blick präsentiert Ihnen die neue Merchandise-Seite http://www.cafeshops.com/cp/store.aspx?s=kdegear.

Hinter der vermeintlich cleveren Verkaufsaktion steckt in diesem Fall ein guter Zweck. Shawn Gordon von theKompany verwirklicht damit einen neuen und innovativen Weg zur Unterstützung von KDE-Entwicklern, denn der gesamte Verkaufserlös der KDE-Devotionalien fließt direkt an diese.

Seine Firma entwickelte dazu ein Registrierungssystem (http://www.thekompany.com/merchandise/subscribe.php3), bei dem sich aktive Mitarbeiter von KDE-Softwareprojekten anmelden und sich so um eine Art Subvention bewerben können. Jeden Monat geht der Erlös der letzten 30 Tage an eine zufällig aus der Registrierungsliste ausgewählte Person. Dabei kann jeder nur einmal gewinnen, solange nicht jeder in der Liste bedacht wurde.

Abbildung 3

Abbildung 3: Ein hübscher Aufdruck für's T-Shirt

Patch für's Office-Paket

Wie der eine oder andere Nutzer des Tabellenkalkulationsprogramms KSpread in der Version 1.2 genervt festgestellt haben dürfte, hat der Tabellenkünstler Probleme beim Bearbeiten längerer Texte: Erstrecken sich diese über mehrere Zellen, quittiert das Programm seinen Dienst mit einem Absturz. Dasselbe unschöne Ergebnis lässt sich auch beim Arbeiten mit zusammengefügten ("merged") Zellen erzielen.

Kein Grund, sich künftig kürzer zu fassen oder sich einem anderen Kalkulationsprogramm zuzuwenden, denn unter http://www.koffice.org/news.phtml#25611d6d38113410c7eff23778e7688b stellt das KOffice-Team den passenden Patch bereit. Wer KSpread nicht aus dem Quelltext kompilieren mag, muss jedoch noch auf passende Binärpakete warten.

KIO als Sicherheitslücke

Leider müssen wir auch in dieser Ausgabe wieder von Sicherheitslücken des KDE-Projekts berichten. Diesmal trifft es alle KDE-Versionen von 2.1 bis KDE 3.0.4 (inklusive des Release Candidate 3 der Version 3.1). Bei dem Security-Leck handelt es sich um eine Schwachstelle in der Art und Weise, wie sich der Internet-Dienst rlogin und bei den 2.x-Systemen zusätzlich telnet über URLs der Art rlogin:// bzw. telnet:// ansprechen lässt.

Auf den betroffenen Systemen erlaubt es die .protocol-Implementation dieser Dienste, KIO-basierte Anwendungen mit sorgfältig präparierten und zum Beispiel in HTML-Seiten oder HTML-E-Mails untergebrachten URLs beliebige Befehle auf dem System ausführen zu lassen. Quellcode-Patches, die diese Löcher stopfen, stehen für die KDE-Versionen 3.0.x unter ftp://ftp.kde.org/pub/kde/security_patches/ zum Download bereit. Wer nicht selbst kompilieren möchte, sollte zumindest das kdelibs-Paket direkt auf KDE 3.0.5 updaten.

Auf 2.xer Systemen legen Sie die rlogin- und telnet-KIO-Protokolle lahm. Löschen Sie dazu die Dateien rlogin.protocol und telnet.protocol, und starten Sie danach Ihre KDE-Sitzung neu. Bei Standardinstallationen finden Sie beide Dateien im Verzeichnis share/services unterhalb des KDE-Root-Directories.

Neues KDE-Forum öffnet seine Tore

Eine neue Anlaufstelle für wissbegierige deutschsprachige KDE-User gibt es seit Kurzem unter http://www.kde-forum.de/ (Abbildung 4). Generell richtet sich die Seite eher an Endanwender, die dort die Möglichkeit erhalten, sich über ihre Probleme auszutauschen. Aber die Macher hoffen auch darauf, dass ab und an der eine oder andere KDE-Entwickler vorbeischaut, um den Nutzern mit Tipps und Tricks bei besonders kniffligen Fragen unter die Arme zu greifen.

Abbildung 4

Abbildung 4: Das neue KDE-Forum hält hoffentlich Antworten auf all Ihre Fragen bereit

GStreamer goes KDE

GStreamer dient beim GNOME-Projekt schon länger als Plattform für Applikationen wie Media-Player oder Video-Editoren. Dank Tim Jansen können nun bald auch KDE-Entwickler darauf zugreifen. Auf der KDE-Multimedia-Liste ließ er kürzlich die erfreuten Mitstreiter wissen, dass er fast alle GStreamer-Funktionen und -Klassen in C++/Qt übersetzt und damit die nötigen Grundsteine für neue GStreamer-Applikationen im Qt-Stil geschaffen hat. Interessierte Entwickler finden den neuen Code bereits im KDE-CVS im Verzeichnis kdenonbeta/gst (http://webcvs.kde.org/cgi-bin/cvsweb.cgi/kdenonbeta/gs/).

Verwandlungskünstler

Den KOrganizer empfinden immer mehr Nutzer als echte Alternative zum berühmt-berüchtigten Outlook. Doch was tun mit all den im Microsoft-Programm eingetragenen Terminen und Ereignissen? Zwar exportiert Outlook Daten im vcalendar-Format, doch da die Software dabei nur ein einziges Ereignis zur Zeit gestattet, gestaltet sich die Migration der Daten ganz schön mühselig – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Randy Pearson hat daher das kleine Programm Outlook2vCal entwickelt, das alle Termine und Ereignisse auf einmal exportiert. Das nützliche Helferlein steht für Sie unter http://korganizer.kde.org/importdata.html entweder als Binary oder im Source-Code zum Download bereit.Eine ausführliche Installations- und Bedienungsanleitung finden Sie – sogar in deutscher Sprache – unter http://korganizer.kde.org/workshops/Outlook2VCal/de/html/.

Glossar

Python

Eine Skriptsprache, die Anfang der 90er Jahre von Guido van Rossum entwickelt wurde. Selbst Programmierer mit einer Schlangenphobie dürften ihre Freude daran haben, da sich der Name nicht von der gleichnamigen Schlange, sondern der britischen Comedy-Gruppe Monty Python ableitet. Python eignet sich ebenso wie Perl dazu, kleine Skripte zur raschen Lösung von Aufgaben zu schreiben. Grafische Applikationen für den Desktop lassen sich mit Hilfe des Toolkits Tk (unterstützt über das Modul Tkinter), aber auch mit Qt (via PyQt) entwickeln. Eine Vielzahl an verfügbaren Modulen (z. B. zur Manipulation von Sound- und Bilddateien oder für den XML-Export) sowie die Tatsache, dass der Interpreter für fast alle Betriebssysteme verfügbar ist, machen Python zu einer universell einsetzbaren Sprache. Der große Unterschied zwischen Python und den wohl bekannteren Skriptsprachen Perl und PHP besteht darin, dass Python von Anfang an als objektorientierte Programmiersprache entwickelt wurde.

Debugger

Ein Tool, das das Auffinden von Fehlern in Software erleichtert.

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