Linux Boxershorts

Hautnah am Anwender

01.01.2003

Mit Linux Boxers kommt eine neue Distribution auf den Markt, die in vielerlei Hinsicht neue Maßstäbe setzt. Die LinuxUser-Redaktion hat sich das einmal für Sie angesehen und Linux Boxers einem Kurztest unterzogen.

Auf den ersten Blick haben wir es hier mit einem sehr kompakten Produkt zu tun, bei dem der Distributor auf unnötige Beigaben oder umfangreiche Dokumentation verzichtet. Das ist auch nicht notwendig, da die zur Installation notwendigen Schritte weitgehend selbsterklärend sind. Ist die Folie einmal entfernt, entpackt sich ein einzelnes Paket.

Kein Multiuser-Betrieb

Eine Besonderheit ist sicher, dass es sich bei Linux Boxers um eine Distribution handelt, die nur für den Single-User-Modus gedacht ist. Von einem Multi-User-Betrieb wird dringend abgeraten.

In der Regel kann Linux Boxers auch nicht parallel zu einer anderen Distribution gleichen Typs installiert werden. Schon ab der zweiten Installation lässt der Bedienkomfort sehr zu wünschen übrig. Weitere Installationen sind zwar prinzipiell möglich, aber nur ratsam, wenn eine entsprechende Kühlung vorhanden ist.

Linux Boxers ist nicht update-fähig. Eine vorhandene Installation sollte aus den oben genannten Gründen vollständig entfernt werden, bevor eine neue Linux Boxers aufgesetzt wird.

Abbildung 1: So nicht. Für ein lauffähiges System ist die richtige Installation von Linux Boxers unerlässlich

Schauen wir unter die Motorhaube: Linux Boxers treibt das Konzept des monolithischen Systems auf die Spitze und verzichtet vollkommen auf einen modularen Aufbau. Alle benötigten Teile sind fest miteinander verknüpft und lassen sich nur mit erheblichen Aufwand voneinander trennen.

Für den Anwender ergibt sich daraus der Vorteil, dass alles schon bei Booten am richtigen Platz und weitestgehend optimal konfiguriert ist. Und nur so erklären sich die hevorragenden Startzeiten: In einer Testumgebung vergingen nur 0,01 Sekunden, bis Linux Boxers oben war.

Boot-Zeit

In der Regel geht es Linux Boxers – abhängig von der Tageszeit – jedoch etwas ruhiger an, so dass Werte zwischen einer und fünf Sekunden der Regelfall sein sollten.

Linux Boxers unterstützt einen seriellen Eingang sowie zwei parallele Ausgänge. Damit wird die Distribution der durchschnittlichen Peripherie absolut gerecht und kann somit als alltagstauglich bewertet werden.

Darüber hinaus verfügt die Distribution über ein Backup-System, das den Anwender im wahrsten Sinne vollständig umgibt, aber gleichzeitig noch genug Spielraum und Flexibilität lässt.

Obwohl die Oberfläche mit dem Tux-Theme ansprechend gestaltet ist, kann es vorkommen, dass die Installation von Linux Boxers den Ansprüchen der Umwelt nicht gerecht wird. In diesem Fall können leicht Erweiterungen fast jeden Typs über Linux Boxers installiert werden, die die Distribution in ihrer Leistungsfähigkeit jedoch nicht beeinträchtigen. Hier besticht die Multitasking-Fähigkeit.

Fazit

Auch Distributionen sind mittlerweile nicht mehr vor modischen Strömungen gefeit – was heute modern ist, landet womöglich morgen auf dem Müllhaufen der Geschichte. Mit Linux Boxers haben wir ein Modell vorliegen, das bei eingefleischten Anwendern sicher noch viele Jahre hoch im Kurs steht.

Infos

Linux Boxers XL
Vertrieb: LinuxLand
Preis: 14,90 Euro
Lieferumfang: 1 Medium
Support: Die Zustimmung von Lebenspartner, Mitbewohner oder Mutti vorausgesetzt, ja

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