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Nachhilfe für Woody

Dr. Linux

Bitte auf Deutsch!

Auf meiner letzten Linux-Distribution gaben alle möglichen Kommandozeilenprogramme ihre Ausgaben auf Deutsch aus. Wie überzeuge ich Woody davon, sich auch so zu verhalten?

Dr. Linux: Vorausgesetzt, der Superuser hat das Paket language-env installiert, kann jeder Anwender den Befehl set-language-env absetzen, um individuell die für ihn geeignete sprachliche Unterstützung anzufordern (Abbildung 6). Entsprechend den per Dialog abgefragten Einstellungen modifiziert dieses kleine Tool eine Reihe persönlicher Konfigurationsdateien. Diese Änderungen werden nach dem nächsten Login wirksam.

Abbildung 6

Abbildung 6: set-language-env erfragt die gewünschte Ausgabesprache

Zudem untersucht set-language-env das System und gibt Ratschläge, welche Pakete root noch installieren sollte, um den Usern bestmögliche Unterstützung ihrer Lieblingssprache zu bieten:

Folgende Pakete werden ergaenzend zur Installation vorgeschlagen:
xfonts-base-transcoded, xfonts-100dpi-transcoded, xfonts-75dpi-transcoded
Druecken Sie [Enter] um das Programm zu beenden.

Ohne die im Beispiel vorgeschlagenen Pakete fehlen grafischen Oberflächen/Programmen Fonts, die beispielsweise alle Zeichen des oben erwähnten Zeichensatzes ISO 8859-15 darstellen können – komische Ersatzzeichen etwa für den Euro sind die Folge. Abbildung 7 zeigt, welche Auswahlmöglichkeiten sich nach Installation dieser Schriften im KDE-Kontrollzentrum bieten.

KDE, komm sprich mit mir!

Nach der Woody-Installation musste ich feststellen, dass KDE nicht deutschsprachig eingestellt werden kann. Das kann doch wohl nicht wahr sein?!

Dr. Linux: Damit das KDE-Kontrollzentrum eine bestimmte Sprache zur Auswahl anbietet, muss das entsprechende Sprachpaket vorhanden sein. Kam dieses bei der Installation nicht durch automatische oder manuelle Auswahl "von selbst" auf's System, ist Nachinstallieren angesagt. Die entsprechenden Debian-Pakete heißen kde-i18n-xy, wobei xy für eine Sprachkennung (de für "deutsch", fr für "französisch" usw.) steht. Soll KDE sich bei Ihnen auf Deutsch melden, installieren Sie also als root das Paket kde-i18n-de. Dann lässt auch das Kontrollzentrum mit sich reden (Abbildung 7).

Abbildung 7

Abbildung 7: Das KDE-Kontrollzentrum mit der Sprachauswahl

Glossar

APT

Unter dem Namen "Advanced Package Tool" versammeln sich die Paketverwaltungswerkzeuge von Debian [1,2]. Mit diesem Paketmanagementsystem lässt sich beispielsweise – je nach Konfiguration online oder offline – für Debian gepackte Software einspielen und deinstallieren. Auch ein Upgrade auf andere Distributionsversionen ist möglich.

main

Alle Pakete aus dieser Kategorie dürfen frei verteilt werden; der Quellcode liegt vor. Main umfasst den Hauptteil der Debian-Distribution.

contrib

Diese Kategorie enthält Pakete, die selbst freie Software sind, aber nur im Zusammenhang mit Bibliotheken oder Programmen laufen, die anderen Lizenzen unterliegen.

non-free

Die Verwendung nicht-freier Pakete kann an bestimmte Bedingungen gebunden sein, zum Beispiel erlaubt der Autor einer Software die freie Verteilung auf CDs nicht oder bittet in irgendeiner Form um Bezahlung.

non-US

Der Name dieser Kategorie bezieht sich nicht auf die Sprache, sondern auf den Export der Software aus den USA. Wenn dieser verboten oder Einschränkungen unterworfen ist (in der Regel weil sie wie SSH oder PGP starke Verschlüsselung benutzt), liegt sie auf separaten (etwa europäischen) Servern zum Download bereit.

auskommentiert

In Skripten und vielen Konfigurationsdateien besteht die Möglichkeit, Zeilen vom einlesenden Programm ignorieren zu lassen, indem das Zeichen # an den Anfang einer Zeile gesetzt wird. So markiert, können Sie Erklärungen in eine Datei einzufügen, ohne dass deren Funktion beeinträchtigt wird. Diese Zusatzinformationen bleiben weiterhin für den Menschen sichtbar, werden bei der "maschinellen" Auswertung der Datei aber ignoriert. Das Hinzufügen des Kommentarzeichens wird als Auskommentieren bezeichnet.

Locale-Variablen

Diese Variablen legen fest, ob die Ausgabe von Programmen regionalen Besonderheiten folgen soll. Sie bestimmen die Sprache der Systemmeldungen, den zur Anzeige zu verwendenden Zeichensatz, das Format für Datum und Uhrzeit, Zahlen und Geld. Programme müssen in der Lage sein, auf die entsprechenden Einstellungen zu reagieren, um in unterschiedlichen Ländern und Regionen eingesetzt werden zu können.

Infos

[1] Martin Loschwitz: "apt-get it on", LinuxUser 06/2001, S. 90 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/06/090-apt/apt-report.html

[2] Martin Loschwitz: "Packman", Linux-Magazin 07/2002, S. 65 ff.

[3] Christian Kurz, Jo Moskalewski, Matthias Friedrich: "Informationen für Debian-Interessierte", http://www.dcoul.de/infos/debian.html

[4] Frank Ronneburg : "Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch", http://www.openoffice.de/linux/buch/

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