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Digitaler Linux-Videorekorder im Eigenbau, Teil 6

01.01.2003
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Video-DVDs sind zweifellos beliebt, das Geschäft mit den silbernen und goldenen Scheiben boomt seit Jahren. Bei VDR sorgt das DVD-Modul für den Heim-Kino-Genuss, der ist aber nicht immer ungetrübt.

Ursprünglich war VDR von Klaus Schmidinger als reiner Videorekorder konzipiert, mit externen Videoquellen wie VCDs, SVCDs oder gar DVDs konnte VDR nichts anfangen. Doch schon kurz nach Veröffentlichung der ersten VDR-Versionen entstanden verschiedene Patches mit neuen Funktionsmodulen, eines davon ist das DVD-Modul von Andreas Schultz.

DVD-Zusatzmodul

Die Verbreitungsform als Patches hat den großen Nachteil, dass es sich um direkte Änderungen am VDR-Quelltext handelt, die für fast jede Version von VDR neu angepasst werden müssen. Mitunter ließen sich auch nicht alle Zusatz-Patches auf einbinden, weil nach Einbau etwa der SVCD-Funktionalität einige Teile des DVD-Patches nicht mehr an die richtige Stelle eingefügt werden konnten. Andy Grobb vereinigte daher die Patches fast aller Funktionserweiterungen zum All-in-one-Patch, kurz AIO-Patch, mit dem sich VDR dann problemlos anpassen ließ. Wie die DVD-Unterstützung in VDR bis einschließlich Version 1.0.4 aktiviert wird, haben wir bereits im Teil 4 [1] beschrieben.

Inzwischen hat sich die Struktur von VDR grundlegend verändert: VDR Version 1.2 steht vor der Tür, es ist bis Ende des Jahres mit der Freigabe als stabile Version zu rechnen. Ähnlich wie beim Kernel sind alle ungeraden "Minor"-Versionsnummern die Entwicklerversionen von VDR, die erste war VDR 1.1.0, derzeit ist man bei VDR 1.1.17 angelangt. Ab VDR 1.1 gibt es echte Plugins, die erst beim Aufruf von VDR eingebunden und nicht unbedingt mit jeder neuen Version von VDR überarbeitet werden müssen. Doch das soll Thema des nächsten Workshops sein.

VDR benutzt standardmäßig /dev/dvd als Wiedergabegerät für DVDs und kommt sowohl mit internen ATAPI-DVD-Laufwerken wie auch externen Firewire- oder USB-2-Geräten klar. Die externen Laufwerke sind dabei besonders interessant: Es gibt zum Beispiel für Firewire ein 10 Meter langes Spezialkabel, mit dem man das externe DVD-Laufwerk etwa im Wohnzimmer unterbringen kann, während der Videorekorder im Flur oder Keller sein Dasein fristet. Gerüchte, wonach externe Firewire-Laufwerke nicht funktionieren würden, erwiesen sich letztlich als falsch – in den meisten Fällen war der Region-Code nicht gesetzt, weshalb zwar Daten-DVDs gelesen, aber keine Video-DVDs abgespielt werden konnten. Wie man den Region-Code setzt, erfahren Sie im Laufwerks-Test ab Seite 25.

Bedienung und Navigation

Das DVD-Modul von Andreas Schultz konnte zunächst nur die einzelnen Video-Dateien der DVD auflisten, eine Beschreibung oder gar ein Menü gab es nicht. So war es mitunter sehr mühsam, das Bonus-Material der DVD aufzustöbern und zuzuordnen. Das änderte sich mit dem Patch für VDR 0.9.6, seit dem kann während der DVD-Wiedergabe mit der Taste 1 das Hauptmenü erreicht werden, Taste 3 führt in die Kapitel-Auswahl. Je nach DVD führt Taste 7 in die Auswahl der Untertitel und 9 ins Audio-Menü mit der Sprach-Auswahl – ob die Tasten entsprechend funktionieren, hängt aber auch davon ab, ob die DVD eine entsprechende Verknüpfung enthält.

Im DVD-Menü wird mit den Tasten 2 (auf), 8 (ab), 4 (links), 6 (rechts) und 5 (Enter) navigiert. Bei VDR ab Version 1.1 kann man statt dessen ein zweites Tastenkreuz der Fernbedienung benutzen. Mit Back wird das DVD-Modul wieder verlassen, Menu führt wie überall sonst auch ins VDR-Hauptmenü.

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