Ein Saurier frisst alles
Debian-Pakete für den Zaurus-PDA von Sharp
Aus dem Netz gefischt
Ob ein Debian-Paket der gewünschten Software existiert, erfahren Sie über das Web-Frontend [6]. Leider lassen sich nur Pakete für x86er direkt von dort herunterladen; für die ARM-Pakete suchen Sie einen Debian-FTP-Server, etwa [7], mit Ihrem Lieblings-FTP-Programm auf. Unter /pub/debian/dists/stable/main/binary-arm (und natürlich nicht nur in main, sondern auch in den contrib- und non-free-Zweigen) finden Sie jeweils die Datei Packages.gz, die Informationen über alle verfügbaren Pakete enthält.
Listing 1
Debian-Beschreibung des <I>nano<I>-Pakets (Ausschnitt)
Package: nano Priority: important Section: editors Installed-Size: 732 Maintainer: Jordi Mallach <jordi@debian.org> Architecture: arm Version: 1.0.6-2 Provides: editor Depends: libc6 (>= 2.2.4-4), libncurses5 (>= 5.2.20010310-1) Suggests: spell Conflicts: nano-tiny (<= 1.0.0-1) Filename: pool/main/n/nano/nano_1.0.6-2_arm.deb Size: 187362 MD5sum: 8b4e4a5a86b25845f9568923834a0fec Description: free Pico clone with some new features GNU nano is a free replacement for Pico, the default Pine editor. […]
Aus dem Filename-Eintrag für nano (Listing 1) entnehmen wir, dass sich das gesuchte Paket z. B. unter ftp://ftp.de.debian.org/pub/debian/pool/main/n/nano/nano_1.0.6-2_arm.deb herunterladen lässt.
Entpacken Sie solche Pakete generell in ein neu angelegtes, leeres Verzeichnis, denn dabei entstehen alle Systemverzeichnisse wie usr neu unterhalb des Arbeitsverzeichnisses. Wenn Sie auf Ihrem PC Debian GNU/Linux fahren, geben Sie lediglich
dpkg-deb -X datei .deb Verzeichnis
auf einer Eingabezeile ein, wobei Sie statt Verzeichnis das leere Arbeitsverzeichnis eintragen. Bei anderen Distributionen nehmen Sie die .deb-Datei von Hand auseinander: Bei .deb-Paketen handelt es sich um ar-Archive, die sich mit dem Befehl ar x datei.deb entpacken lassen. Damit entstehen zwei Dateien mit Kontrollinformationen sowie das Archiv data.tar.gz, das Sie im gewünschten Verzeichnis wie von tar.gz-Dateien gewohnt mit tar xzf data.tar.gz entpacken.
Nun entscheiden Sie, welche der entpackten Dateien wohl wichtig sind – im Allgemeinen interessieren Sie sich für die ausführbaren Programme, die unterhalb eines bin- oder sbin-Verzeichnisses liegen, sowie eventuell für Konfigurations- oder Datendateien. Bei Nano beschränkt sich dies auf die Datei usr/bin/nano, alles andere sind Dokumentation oder Übersetzungen.
Auf den Zaurus damit!
Auf dem Zaurus sortieren Sie die ausgewählten Dateien am besten unterhalb von /usr/local ein. Hat der PDA Netzzugang [8], übertragen Sie die nano-Datei darüber, etwa mit
scp usr/bin/nano root@Zaurus-IP :/usr/local/bin
Alternativ legen Sie sie auf einer CompactFlash- oder SD-Karte ab, wenn Sie diese von Ihrem PC aus beschreiben können. Letztlich bleibt der Weg über die Synchronisationssoftware; in diesem Fall landet die übertragene Datei auf dem Zaurus unter /home/root/Documents oder einem Unterverzeichnis davon und muss nach /usr/local/bin kopiert werden.
Falls das neue Programm nicht auf Anhieb funktioniert, liegt es oft daran, dass benötigte Bibliotheken fehlen. Das Kommando ldd zeigt an, welche Libraries eine ausführbare Datei braucht. Leider fehlt es auf dem Zaurus, lässt sich aber aus dem Debian-Paket libc6 (/pub/debian/pool/main/g/glibc/libc6_2.2.5-6_arm.deb) kopieren und benötigt selbst nur die auf dem Zaurus vorhandenen Bibliotheken. Damit finden Sie zum Beispiel heraus, dass nano die Bibliothek libncurses.so.5 benötigt. Wie das Depends:-Feld von Listing 1 anmerkt, findet sich diese im Paket libncurses5. Kopieren Sie die Datei usr/lib/libncurses.so.5.2 am besten nach /home/QtPalmtop/lib auf dem Zaurus, dort wird sie dann ohne weiteres Zutun gefunden.
Außerdem fehlt dem Zaurus das Progrämmchen ldconfig, das unter anderem symbolische Links für Bibliotheken anlegt. nano etwa benötigt libncurses.so.5, aus dem Debian-Paket kommt aber libncurses.so.5.2. Legen Sie den nötigen symbolischen Link einfach von Hand an:
cd /home/QtPalmtop/lib; ln -s libncurses.so.5.2 libncurses.so.5



