Mit Linux als Betriebssystem bietet der Zaurus-PDA maximale Flexibilität – fast so, als wäre ein Linux-PC auf handliche Größe geschrumpft. Viele Programme hat die Zaurus-Fangemeinde bereits portiert [1,2], doch wenn man tatsächlich anfängt, den PDA als mobilen Linux-Rechner zu betrachten, fehlen immer mal wieder Tools, an die man sich auf dem Desktop gewöhnt hat, zum Beispiel ein benutzbarer Editor wie nano [3].
ARM dran (bzw. drin)
Wer jetzt denkt: "Ist doch auch Linux, da müsste ich die Programme einfach draufkopieren können", übersieht einen Punkt: Leider enthält der Zaurus einen anderen Prozessor als ein normaler PC. Der hier eingesetzte StrongARM verwendet eine ganz andere Maschinensprache als die bekannten Intel-kompatiblen x86er. Trotzdem ist es im Prinzip ein Leichtes, Linux-Programme auf StrongARM zu portieren: Man benötigt lediglich einen anderen Compiler, der eben StrongARM-Assembler anstatt Intel-Assembler produziert.
Im Detail stellt es sich allerdings als nicht-trivial heraus, auf einer Prozessorarchitektur (z. B. x86er) Maschinencode für eine andere (z. B. StrongARM) zu erzeugen [4]. Zum Beispiel müssen alle nötigen Bibliotheken (mindestens die Standard-C-Bibliothek libc) ebenfalls für die Zielarchitektur kompiliert vorliegen und gefunden werden. Man bezeichnet solch einen Vorgang als "Cross-Kompilieren" und überlässt ihn lieber erfahrenen Entwicklern. Einfacher wäre es, den Code direkt auf dem Zaurus zu kompilieren [5], doch sind dafür sowohl Haupt- als auch Festspeicher sehr knapp bemessen.
Debian eilt zur Hilfe
Diese Probleme lassen sich elegant umgehen, indem man vorkompilierte ARM-Programme verwendet. Glücklicherweise stellt das Debian-Projekt seine Distribution vollständig für die etwas exotischen ARM-Prozessoren zur Verfügung. Damit befindet sich fast jedes Linux-Programm (nun ja, jedenfalls über 10000 Stück …) bereits in Zaurus-geeigneter, vorkompilierter Form frei zugänglich im Internet.
Der PDA benutzt jedoch sein eigenes Paketformat, so dass sich die Debian-ARM-Pakete nicht direkt einspielen lassen. Zwar haben die Zaurus-Entwickler ein Progrämmchen namens dpkg-deb auf dem Zaurus installiert, das ein Debian-ARM-Paket direkt entpacken kann. Dabei gibt es jedoch öfters Komplikationen, denn das Betriebssystem des Zaurus ist eben nicht Debian: dpkg-deb packt alle Dateien an die im Paket festgelegten und für Debian gedachten Pfade, die mit den für den Zaurus optimalen nicht übereinstimmen müssen. Außerdem wurde keines dieser Pakete für Maschinchen mit sehr begrenztem Festspeicherplatz gebaut; sie belegen daher meist unnötig viel Speicher. Zudem müssen Sie sich selbst darum kümmern, dass alle Abhängigkeiten von anderen Programmen und Bibliotheken erfüllt sind.
Letzten Endes fährt besser, wer das Debian-Paket auf einem Desktop-PC entpackt und nur die benötigten Dateien auf den Zaurus bringt. Da Sie wissen, welche Dateien Sie wohin installieren, können Sie sie bei Bedarf leichter wieder entfernen.



